Bad Dürkheim Selfie-Jagd auf König Riesling beim Weinstraßentag
Im Blickpunkt: Beim 33. Erlebnistag Deutsche Weinstraße zwischen Bockenheim und Schweigen-Rechtenbach nutzten wieder Tausende Radfahrer, Skater oder Fußgänger die Möglichkeit, sich ohne Autoverkehr unbeschwert zu vergnügen und an den zahlreichen Verpflegungsständen die Seele baumeln zu lassen. Auch rund um Dürkheim.
Als um 10 Uhr in Frankweiler der Startschuss zum diesjährigen Straßenvergnügen gegeben wurde, herrschte entlang der Strecke bald reges Treiben. So konnte man in Wachenheim seine Kräfte und Geschick bei „Hau den Lukas“ beim Stand der BKK Pfalz unter Beweis stellen. „Das hat voll Spaß gemacht. Fast so wie auf dem Wurstmarkt, obwohl ich es nicht ganz bis nach oben geschafft habe“, berichtete Luuk Reutner, der mit seinem Bruder und seinen Eltern mit den Rädern auf dem Weg nach Neustadt war. Wer es eher ruhig und gemütlich angehen lassen wollte, konnte sich bei einer Kellerführung der Sektkellerei Schloss Wachenheim in die Geheimnisse der Sektmanufaktur einweisen lassen. Für die Familien Marschall-Rapp und Kubacki-Jezierska aus Karlsruhe, die von Bad Dürkheim startend nach Edenkoben unterwegs waren, war die Visite eine willkommene Verschnaufpause. Der Rieslingsekt am Ende der Führung hat allen auf jeden Fall richtig gut geschmeckt. Wolfhard und Jutta Hartel sowie Klaus und Ursula Thul aus Altleiningen, die schon mehrfach beim Erlebnistag dabei waren, machen immer einen Stopp bei der Sektkellerei, um dann ihren Weg nach Neustadt fortzusetzen. „Wir lieben es, ohne den Gestank der Autos radeln zu können“, berichtete Wolfhard Hartel. Besonders stolz waren die rüstigen Rentner darauf, noch ohne E-Bike unterwegs zu sein. Für musikalische Unterhaltung sorgten auf dem Kirchplatz die Wachenheimer Lokalmatadoren „Fresh Water“, die mit eigenen Songs und Coverversionen aus den 70er- und 80er-Jahren auch den vorbeiziehenden Rieslingkönig begeistern konnten. Da die Pfalz das größte Riesling-Anbaugebiet weltweit ist, stand der Weinstraßentag in diesem Jahr unter dem Motto „König Riesling“. Wer sich mit einem der fünf Rieslingkönige vom Haßlocher Theaters „Im Hof“ mit einem Selfie ablichten konnte, hatte die Möglichkeit, bei einem Gewinnspiel ein paar Flaschen Riesling zu gewinnen. „Seitdem ich heute zwischen Deidesheim und Bad Dürkheim unterwegs bin, wurden mit mir schon sehr viele Selfies gemacht“, berichtete „Rieslingkönig“ Tim Schwidetzky, der gerade von Marven Müller aufs Korn genommen wurde. Der Stadtplatz in Bad Dürkheim war für viele Radler Treff- und Ausgangspunkt für den sportlichen Sonntagsausflug. So auch für die Gruppe um Tina Diehl und Tobias Sütsch aus Laumersheim, die sich aus Kirchheim kommend mit Freunden in der Kurstadt getroffen hatten, um dann weiter in Richtung Deidesheim zu radeln. „In Dürkheim legen wir immer einen Schorlestopp ein, hier ist immer super Stimmung und tolle Musik“, erklärt Tina Diehl. In diesem Jahr sorgten auf der SWR 1 Bühne „The Hearts Club Band“ sowie „Brass Machine“ für beste Unterhaltung. In den musikalischen Pausen war das aus Markus Hees und Basti Beyer bestehende „Doc Team“ mit ihrer rasanten Fahrrad-Show zu sehen – und sorgte für Nervenkitzel bei den zahlreichen Zuschauern. Nach waghalsigen Manövern auf meistens einem Reifen und Sprüngen von Palettenstapeln war ihnen der Applaus sicher. Der Niedersachse Mark Naber, der mit sechs Freunden extra aus Osnabrück zum Erlebnistag angereist war und ein paar Tage auf dem Campingplatz in den Almen verbringen wird, diente den Fahrradakrobaten bei ihren gefährlichen Sprüngen als lebendes Hindernis. „Ein bisschen Muffensausen hatte ich schon, aber die machen nichts, was sie nicht können“, gab er dann doch sichtlich erleichtert zu Protokoll. Die Show sei top gewesen und man habe gemerkt, dass die Jungs viel geübt hätten, ergänzte er anerkennend. Für Markus Hees, der den Sport „gefühlt schon ewig“ betreibt, gibt es nichts Schöneres, als mit dem Fahrrad über Treppenstufen, Geländer und künstlich aufgebaute Hindernisse zu fahren. Früher habe er den Sport wettbewerbsmäßig betrieben, jetzt sei es Hobby und Freizeitbeschäftigung. Die Dürkheimer Polizei berichtete gestern am frühen Abend von einem „absolut ruhigen und friedlichen Erlebnistag“. Nennenswerte Unfälle oder Reibereien habe es in der Region rund um die Kurstadt nicht gegeben. Der Erlebnistag sei ihren Eindrücken nach besser besucht gewesen als in den vergangenen Jahren, sagte eine Sprecherin.