Bad Dürkheim / Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Schwimmer sollen nicht frieren

Ab nächster Woche soll das Freibad des Dürkheimer Saliniariums ausgewintert werden.
Ab nächster Woche soll das Freibad des Dürkheimer Saliniariums ausgewintert werden.

Um Energie zu sparen, hat die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen kürzlich empfohlen, die Wassertemperatur in Schwimmbädern um zwei Grad abzusenken. Was sagen die Verantwortlichen für Salinarium und Wachenheimer Schwimmbad zu dem Vorstoß?

Noch keine Pläne, die Wassertemperatur zu senken, gibt es bei den Stadtwerken Bad Dürkheim, die das Salinarium betreiben. Das Freibad öffnet voraussichtlich erst Ende Mai und im Hallenbad, so Stadtwerke-Chef Peter Kistenmacher, hätten es die Besucher „gerne warm“. „Temperaturen bis fast 30 Grad mögen unsere Gäste eben sehr“, sagt Kistenmacher.

Derzeit wird das Hallenbad mit normalem Erdgas aus dem Fernwärmenetz gespeist. Gaskessel im Wellsring können notfalls zugeschaltet werden, wenn es im Fernwärmenetz zu Problemen kommt. Etwa vier Wochen lang müssen die Stadtwerke auf diese Art der Energieversorgung für das Salinarium zurückgreifen. Denn erst Ende Mai/Anfang Juni soll das neue Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen werden. Es musste wegen des Baus der Therme vom Salinarium hinter die Tennisplätze des TC Schwarz-Weiß in der Trift umziehen.

Lieferprobleme bei der Trafostation

Die Betonfundamente stehen schon, das Kraftwerk steht in Containern auf dem Fronhof. Lieferprobleme gibt es aber bei der Trafostation. Betrieben wird das Blockheizkraftwerk wie zuvor mit Gas. „Wir kaufen von deutschen Anbietern Bioerdgas ein“, erläutert Kistenmacher. Im Kraftwerk wird daraus Strom und Wärme erzeugt.

Beim Freibad werde je nach Wetter geheizt. Hier habe man sowieso noch nie eine konstante Temperatur eingehalten. So werde bei kühlem und regnerischem Wetter, wenn es nur die Sportschwimmer nach draußen ziehe, nicht unnötig Energie verschwendet. 2020 verbrauchte das Salinarium Strom und Wärme im Gegenwert von 300.000 Euro. „Das sind aber weniger als zehn Prozent der Gesamtkosten“, betont Kistenmacher. Man erwarte zwar auch durch die Therme höhere Energiekosten in den nächsten Jahren, jedoch werde die Therme auch für eine bessere Isolation des Bades sorgen.

Mindestens 24 Grad Wassertemperatur

Auch in Wachenheim wird das Freibad je nach Wetter mehr oder weniger beheizt, teilt Volker Metz von den Stadtwerken mit. Am 14. Mai ist der Start in die Sommersaison geplant und bislang gibt es noch keine Überlegungen, die Wassertemperaturen zu senken. „Wir schauen, dass wir so um die 24 Grad erreichen“, erläutert er. Das dafür notwendige Gas wird auf dem normalen Gasmarkt bezogen. „Das kann von überall herkommen“, erläutert Metz.

Überschaubare Größe

Die Kosten hielten sich in Grenzen, da das Becken mit 25 mal 12,5 Metern auch „eine überschaubare Größe“ habe. Wenn es „von oben“ aber Vorgaben gebe, die Temperatur zu drosseln, werde man sich dem natürlich nicht verschließen. Nach Angaben von Steffen Helfer hat das Wachenheimer Freibadbecken während der Öffnung zwischen April und September je nach Witterungsverhältnissen einen jährlichen Gasbedarf zwischen 150.000 und 200.000 Kilowattstunden. „Die reinen Energiekosten entsprechen somit ungefähr dem acht- bis zehnfachen eines Einfamilienhauses“, erläutert Helfer die Zahlen.

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