Kreis Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Schweinepest: Infiziertes Fleisch als Ursache für Fall in der Pfalz?

Über sogenannte Schweißproben wird das Virus bei Wildschweinen nachgewiesen.
Über sogenannte Schweißproben wird das Virus bei Wildschweinen nachgewiesen.

Am Donnerstag wurde erstmals in der Pfalz ein Fall der Afrikanischen Schweinepest in einem Kleinstbetrieb in Gerolsheim nachgewiesen. Zur Ursache gibt es eine Vermutung.

Zwei Schweine waren am vergangenen Montag geschlachtet worden. Das dritte Tier war am Sonntag verendet, am Donnerstag war das positive Testergebnis bestätigt worden. Jetzt folgte die Bestätigung der beiden anderen Fälle durch das Friedrich-Löffler-Institut. Wie sich die drei Hausschweine infiziert haben, werde vermutlich nicht endgültig nachzuweisen sein, so die Kreisverwaltung. Als wahrscheinlichste Ursache gilt infizierte Wurst- oder Fleischware.

Keine weiteren Auffälligkeiten

Alle Schweinehaltungen bis auf eine innerhalb einer Sperrzone um Gerolsheim sind mittlerweile von den Kreisveterinären auf weitere Fälle untersucht worden. Die noch fehlende Haltung soll spätestens am Dienstag aufgesucht werden, teilte die Kreisverwaltung am Montagnachmittag mit. Von den begutachteten Tieren wies keines Auffälligkeiten auf. In der Zehn-Kilometer-Zone rund um Gerolsheim leben 13 Schweine, darunter auch Minipigs.

Ortsbürgermeister Erich Weyer (FWG) findet es „schade, dass Gerolsheim jetzt negativ in den Medien erscheint“, weil dort die ersten infizierten Hausschweine in Rheinland-Pfalz entdeckt wurden. Weyer betont, dass die Afrikanische Schweinepest als für den Menschen harmlos gelte und dass die kommenden Maßnahmen dazu dienten, Schweine haltende Großbetriebe nicht zu gefährden. „Solche Betriebe haben wir hier in der Region zum Glück nicht.“ Aktuell sind 144 Schweine in 31 Betrieben im Landkreis Bad Dürkheim gemeldet.

Sperrzone erweitert

Die Kreisverwaltung hat indes die Sperrzone I, die zuvor schon in nördlichen Teilen des Kreises bestand, auf einen Radius um weitere zehn Kilometer um die Sperrzone III vergrößert. Neben inzwischen ganz Bad Dürkheim liegen nun unter anderem auch Bobenheim am Berg, Friedelsheim, Gönnheim, Herxheim am Berg, Kallstadt, Wachenheim und Weisenheim am Berg in diesem Bereich. In dieser Zone gelten ab Dienstag Auflagen für Jäger, Schweinehalter und den Fleischhandel, die allerdings weniger streng sind als diese in Sperrzone III.

Die Kreisverwaltung hat durch interne Umorganisation im Veterinäramt weitere Arbeitskapazitäten im Zusammenhang mit der Schweinepest geschaffen. Das Veterinäramt sei jetzt auch außerhalb der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung per E-Mail an asp@kreis-bad-duerkheim.de erreichbar, beispielsweise für die Meldung von Kadaverfunden, aber auch für Schweinehalter, erklärt der zuständige Kreisbeigeordnete Jonas Bender (SPD). Diese müssen den Kreis bei Auffälligkeiten bei ihren Tiere informieren.

Probleme eines Halters

Der Lambsheimer Winzer Lukas Krauß hält zur privaten Schlachtung vier Hausschweine. Lambsheim liegt ebenfalls innerhalb der Sperrzone III, aber nicht im Kreis Bad Dürkheim, sondern im angrenzenden Rhein-Pfalz-Kreis. Mit Inkrafttreten der Sperrzone III dürfen sowohl lebende als auch tote Tiere nicht mehr aus dieser herausgebracht werden. Für Halter mit wenigen Tieren wie Krauß ist das ein Problem. Seine Tiere ließ er bei einem auswärtigen Metzger schlachten, um sie dann bei sich selbst zu verarbeiten. Allerdings hatte er dafür aus Hygienegründen stets auf die kalte Jahreszeit gewartet. Er muss die Tiere nun in Lambsheim schlachten lassen – und setzt darauf, dass sich seine Schweine bis zum Winter nicht anstecken werden.

Um seine Tiere zu schützen, nehme er keine Essensreste als Futterspende mehr an und hat die Anzahl der Personen, die füttern, auf zwei reduziert. Drei Zäune inklusive Elektrozaun zur Absicherung des Geheges habe er schon immer gehabt, aber einen Platz, um seine Schweine in einem Stall unterzubringen hat er nicht. Er hofft darauf, dass es ihn nicht trifft.

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