Kreis BAd Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Schulsanierung: Viel Aufwand für „Hightech-Immobilien“

Die Carl-Orff-Realschule plus in Bad Dürkheim bekommt eine neue Lehrkücke.
Die Carl-Orff-Realschule plus in Bad Dürkheim bekommt eine neue Lehrkücke.

Alljährlich in den Sommerferien wird an den Schulen geschraubt, gehämmert, gebohrt, kurz gesagt: gebaut, repariert und saniert. An den weiterführenden Schulen im Landkreis Bad Dürkheim hat sich auch in diesem Jahr viel getan – von ungewöhnlichen Farbkonzepten bis zu einer neuen Lehrküchen.

Mit der Aussage „Die Ferien sind die Hochzeit für alles, was laut und schmutzig ist“, hat Kreisbeigeordneter Sven Hoffmann (CDU) in einem Satz den Sinn der Ferienarbeiten zusammengefasst: Der Unterricht soll mit möglichst wenig Krach und Baustellenstaub belastet werden. Zwar sind nicht alle Arbeiten in den Ferien zu erledigen, aber doch so einige:

Neue Lehrküche an der COR

Ein größeres Projekt ist die neue Lehrküche an der Carl-Orff-Realschule plus in Bad Dürkheim. Die alte Küche und der Mehrzweckraum wurden zur Lehrküche mit Essensraum zusammengefasst. Auf einer sternförmigen Kochinsel sind sechs Induktionsherde mit je vier Kochzonen sowie sechs Einbauöfen mit Kindersicherung und fünf Beheizungsarten und drei Einbauspülen für Kochwasser geplant. An der Wand gibt es drei Stationen zum Spülen. Außerdem gehören zur Ausstattung ein Kühlschrank, eine Waschmaschine, ein Trockner und eine Spülmaschine sowie komplett neues Koch-Inventar wie Töpfe und Geschirr. 220.000 Euro kostet die Lehrküche. Bis Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Energetische Sanierung der Siebenpfeiffer-Realschule

Seit der letzten Juliwoche läuft auch die energetische Sanierung an der Siebenpfeiffer-Realschule plus in Haßloch. Das ist ein komplexer Plan. Der Rohbau ist offen gelegt, das Dach ist abgedichtet. Es musste abgedeckt werden, weil Wasser eindrang. Auch das neue Fluchttreppenhaus steht. Nun folgen die Unterkonstruktion und die Dämmung für die vorgehängte Fassade. Die liegt schon fertig im Werk und wartet auf ihren Einbau. Dank einer Konstruktion mit Gebläse über die Oberlichter „bekommen wir mit geringem Energieaufwand eine gute Belüftung hin“, berichtet Hoffmann. 2022 soll der Projekt abgeschlossen werden, das insgesamt 10,2 Millionen Euro kostet. 60 bis 65 Prozent Förderung gibt es aus dem Kommunalen Investitionsprogramm 3.0 (KI3.0) des Landes.

An der Siebenpfeiffer-Realschule gibt es aber noch ein anderes Projekt, das nun abgeschlossen ist: Die Generalsanierung der Sporthalle. Von einem „eigenwilligen Farbkonzept in den Umkleiden mit Türkis, Lavendel und Rosa“, berichtet der Beigeordnete. Und das gilt nicht nur für die Wände, sondern auch für den Boden. „Es sind ruhige, aber aktivierende Farben“, erklärt Hoffmann die Wahl. Neutraler sind die Sanitäranlagen gehalten. „Damit wollen wir Menschen aktivieren und Stimmung reinbringen“, so Hoffmann. Denn: „Gute Architektur muss nicht automatisch teure Architektur sein.“ Mit Farben könne man viel erreichen. In die nun gestrichenen Umkleiden kommen Standardmöbel für Turnhallen.

In der Halle selbst fehlt noch der Boden, der Prallschutz ist schon an den Wänden installiert. „Dann kommt noch der Trennvorhang und die Tribüne, dann sind wir fertig“, sagt Hoffmann. 3,7 Millionen Euro sind insgesamt investiert worden, abgeschlossen sein sollen die Arbeiten im Oktober. Es gibt aber nicht nur Großprojekte in den Sporthallen des Kreises. „Umkleiden, Boden, Malerarbeiten, Armaturen – es gibt überall in den Hallen in den Ferien Erhaltungsarbeiten“, betont Hoffmann. Zu guter Letzt wurden in Haßloch auch noch eine Lehrertoilette für 18.000 Euro erneuert und Boden, Wände und Beleuchtung in drei Klassenräumen für 50.000 Euro saniert.

IGS am Standort Deidesheim: Rückstand aufgeholt

Mit Farben ist auch an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Deidesheim/Wachenheim gearbeitet worden. „Wir wollten es nicht einfach bunt machen, weil die IGS durch ihre Schüler schon bunt ist. Deshalb wollten wir das Gebäude zurücknehmen, haben Anthrazit- und Gelbtöne gewählt.“ Es soll – „wenn es noch ins Budget passt“ unter anderem auch gelbe Sitzmöbel geben. Hoffmann spricht von Rückzugsräumen und aktivierenden Bereichen. „Wir haben da wenig Geld, aber viel Hirnschmalz reingesteckt, um über einfache Dinge das Lernen zu unterstützen.“ Wie Hoffmann betont, werden bei solchen Farbkonzepten auch immer die betroffenen Schulen eingebunden.

Der Ausbau an der IGS für die Oberstufe in Deidesheim läuft weiter, zwei Wochen Verzögerungen konnten inzwischen wieder aufgeholt werden. Bis 2024 werden hier insgesamt 17 Millionen Euro investiert. Gerade flossen auch 18.000 Euro in einen Geräteraum in der Sporthalle. Am IGS-Standort in Wachenheim werden über das KI 3.0 die Fenster saniert. Deren Einbau erfolgt, nachdem die Decke ausgetauscht worden ist. Das kostet rund 15.000 Euro.

WHG: Lüftung ist programmierbar

Am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Bad Dürkheim dauert die energetische Sanierung der Fassade noch bis Ende September – es ist der fünfte und letzte Bauabschnitt. Begonnen hatte die Maßnahme im Juli 2010. „Es ist ein langes Projekt, das wir zum Beispiel auch wegen Abiturprüfungen exakt takten mussten“, so Hoffmann. Auch am letzten Teilstück wird die Fassade gedämmt, Fenster und Lüftung werden erneuert. „Immer die ersten und letzten Fenster einer Reihe sind programmierbar und können so beispielsweise alle 45 Minuten für fünf Minuten geöffnet werden“, erklärt der Beigeordnete. Das sei an sich schon gut, aber gerade auch in Corona-Zeiten von Vorteil.

BBS: Neues Schließsystem

Bei der Berufsbildenden Schule Bad Dürkheim ist ein neues Schließsystem in Arbeit, das rund 87.000 Euro kostet. Es ist eine elektronische Anlage, die nicht mehr mit Schlüsseln, sondern mit Transpondern geöffnet wird. Weitere 40.000 Euro sind in die bauliche Erneuerung des Fachraums für Friseure an der BBS geflossen. Fast genauso viel kosten die neuen Möbel für den Fachraum.

Am Hannah-Arendt-Gymnasium in Haßloch wurde ein Jungen-WC nahe der Aula, das auch bei Veranstaltungen genutzt werden kann, für rund 25.000 Euro erneuert. Genauso viel kosteten auch Duschen und Waschtische mit Armaturen an der von-Carlowitz-Realschule plus in Weisenheim am Berg. Dort haben vor Ort die Planungsarbeiten für die Brandschutztechnische Sanierung begonnen, die rund 2,5 Millionen Euro kosten werden. Gleiches gilt für das Leininger Gymnasium in Grünstadt, wo mit Kosten von rund 4,5 Millionen gerechnet wird. „Ende des Jahres sollen für beide Projekte die Förderanträge gestellt werden. Wir hoffen auf einen vorzeitigen Baubeginn“, berichtet Hoffmann.

Einen neuen Aufzug ließ der Kreis in der Realschule plus am Speyerbach in Lambrecht einbauen. „Der alte war kaputt, da war ein Problem für die Barrierefreiheit“, berichtet Hoffmann. Da es für den alten nur noch bedingt Ersatzteile gab, wurde ein neuer Aufzug für rund 63.000 Euro eingebaut. 40.000 Euro hat der Kreis noch in den Bodenbelag in der Halle und den Umkleiden an der IGS Grünstadt investiert.

Generalsanierung der Sporthalle in Lambrecht

Die Sporthalle in Lambrecht steht derweil vor ihrer Generalsanierung. Hier laufen Planungsarbeiten, die Bauteilöffnung steht an, „damit wir sehen, wie der Bestand ist, welche Materialien wo liegen und was alles getan werden muss“, zählt der Beigeordnete auf. 3,6 Millionen wird die Sanierung voraussichtlich kosten. „Das ist ein wichtiges Projekt fürs Lambrechter Tal“, betont Hoffmann, der froh ist, dass durch die Sanierung die Dreifeldsporthalle erhalten bleiben kann. Denn als Neubau werden nur noch Hallen mit zwei Feldern genehmigt.

Insgesamt „werden Baukörper immer weiter technisiert und deshalb auch immer teurer“, erklärt Hoffmann. „Früher waren es Häuser mit Fenstern und Türen, heute sind es Hightech-Immobilien.“

Neue Farben gab es für die Siebenpfeiffer-Realschule plus in Haßloch
Neue Farben gab es für die Siebenpfeiffer-Realschule plus in Haßloch
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