Blickpunkt RHEINPFALZ Plus Artikel Schulen: Alles tun, damit kein Lockdown kommt

Kinder und Jugendliche müsssen derzeit wieder im Unterricht Masken tragen.
Kinder und Jugendliche müsssen derzeit wieder im Unterricht Masken tragen.

In den Schulen sind Schüler und Lehrer inzwischen mit den Auswirkungen der Pandemie bestens vertraut. In Kallstadt können sogar Kinder, die in Quarantäne sind, digital am Unterricht teilnehmen. Und wenn doch irgendwo eine Klasse nach Hause geschickt werden muss, dann liegt das nicht unmittelbar am Coronavirus.

Mittlerweile müssen auch die Grundschulkinder wieder im Unterricht durchgehend Maske tragen, bei positiven Schnelltests gilt dies für die gesamte Lerngruppe sogar auf dem Schulhof. Trotz Luftfilteranlagen muss weiterhin regelmäßig gelüftet werden. Alle Maßnahmen sind mittlerweile zur Routine geworden. Das Wichtigste sei, dass die Schüler weiter zur Schule gehen können, so die Schulleitungen aus Bad Dürkheim sowie den Verbandsgemeinden Freinsheim und Wachenheim.

Zwei Tests pro Woche und das Tragen der Masken seien für die meisten Routine und Gewohnheit, meinen die Schulleiter. Das regelmäßige Stoßlüften, das trotz mobiler Filteranlagen vorgeschrieben bleibt, störe eigentlich kaum. Gegen Kälte könne man warme Jacken anziehen, der Unterricht werde davon nicht beeinträchtigt.

„Es ist ein wichtiges Signal, dass die Schulen offen bleiben“, sagt Ralf Frohnhäuser, kommissarischer Leiter der Valentin-Ostertag-Schule. Dafür nehme man alles andere in Kauf. „Für die Kinder ist es das Beste zusammen zu sein“, stimmt Petra Tischbein, Konrektorin an der Grundschule Ellerstadt-Friedelsheim-Gönnheim zu.

Wie klappt es mit den Masken?

Andrea Storminger, Schulleiterin der Dürkheimer Salierschule sagt, dass der Lockdown im emotionalen und sozialen Bereich bei vielen Schülern viel zunichte gemacht habe. Deshalb sei es wichtig, dass es keinen neuen gibt. Sie berichtet, dass die Grundschulkinder mit der Regel, die Maske auch im Unterricht zu tragen, sogar besser klarkommen würden als mit dem Auf- und Absetzen, je nachdem, wo sie sind.

Norbert Fuchs, stellvertretender Leiter der IGS Deidesheim-Wachenheim, weiß, dass die Schüler in die Schule kommen wollen und deshalb gerne mit den Tests ihren Teil beitragen.

Zwar gibt es an allen Schulen immer wieder positiv getestete Kinder oder Jugendliche, aber selten ist es mehr als ein Fall pro Klasse. Dann gilt allerdings für die gesamte Lerngruppe, beziehungsweise Klasse, sofort die Maskenpflicht auch auf dem Schulhof und es folgt die tägliche Testung an den folgenden fünf Schultagen. Das sei schon eine Belastung für die Kinder, weiß die Kallstadter Schulleiterin Verena Brunner. Aber immerhin habe bisher noch keine ganze Klasse in Quarantäne geschickt werden müssen.

Keine der befragten Schulleitungen hat ein Weitertragen des Sars CoV2-Virus innerhalb einer Klasse beobachtet. Armin Rebholz, Schulleiter des Dürkheimer Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG), bezeichnet ebenso wie Fuchs die Lage als recht ruhig. Beide verweisen auf die viel schwierigere Situation in Ludwigshafen, Landau oder Germersheim. Derzeit sind am WHG zwei Kinder einer Klasse infiziert. Hier hat das Gesundheitsamt verfügt, dass die Sitznachbarn, wenn sie nicht geimpft sind, in Quarantäne müssen. Sollten noch mehr Fälle auftreten, könne es sein, dass die ganze Klasse zu Hause bleiben muss. Das entscheide aber das Gesundheitsamt, so Rebholz.

In der Grundschule Ellerstadt-Friedelsheim-Gönnheim hat es ebenfalls mehrere Fälle in einer Klasse gegeben. Die seien auf einen Ausbruch im Hort zurückzuführen, in dem keine Maskenpflicht galt, erklärt Tischbein.

„Organisatorische Herausforderungen“

Dass an der Salierschule mal eine ganze Klasse zuhause bleiben musste, habe nur indirekt mit Corona zu tun gehabt, berichtet Storminger. Gründe seien, dass einige Lehrerinnen zuhause geblieben seien, um sich um ihre eigenen Kinder zu kümmern, außerdem hätten sich einige Lehrer krank gemeldet. Da habe dann nicht mehr genügend Personal zur Verfügung gestanden und die Schüler seien deshalb nach Hause geschickt worden. „Das sind durchaus organisatorische Herausforderungen“, so Storminger.

Organisatorisch schwierig sei die Möglichkeit der Beurlaubung von Kindern von der Ganztagsbetreuung, berichtet Brunner. Da müssten Listen verfasst werden, welches Kind wann nach Hause gehen darf, damit man den Überblick behalte.

Alle sind überzeugt, dass „Maske tragen und lüften“ die Ansteckungen innerhalb der Schulen gering hält. Die Luftfilteranlagen, Kohlendioxidmessgeräte oder UVC-Lampen in Grundschulen und der Unterstufe gäben zusätzliche Sicherheit. Alle 20 Minuten wird für mehrere Minuten gelüftet. Rebholz sagt: „Bis jetzt ist noch keiner erfroren.“

Im Januar steht das Abi an

Zwar hat das Ministerium verlängerte Weihnachtsferien bereits ausgeschlossen, aber nicht nur Fuchs denkt, dass es die Situation in den Familien etwas entspannen würde, wenn der letzte Schultag bereits am Freitag, 17. Dezember wäre und nicht erst am Dienstag, 22. Dezember. Dann könnten eventuelle Infektionen der Kinder noch vor Weihnachten erkannt werden.

Sollte es doch Wechselunterricht oder einem Lockdown geben, wären alle vorbereitet. „Da sind wir doch jetzt fit“, sagt Storminger überzeugt. Die Kollegen stimmen ihr zu. „Wir können spielend übergehen“, bekräftigt Frohnhäuser, Tischbein beruft sich auf die Erfahrungen des letzten Lockdowns: „Wir sind flexibel“. Fuchs erklärt, dass die entsprechende Internet-Plattform vorbereitet, die Pläne hinterlegt seien. In Kallstadt wird der Unterricht für Kinder, die in Quarantäne sind, gestreamt. „Das klappt so gut, dass die Kinder sich von zuhause sogar direkt am Unterricht beteiligen können“, erzählt die Schulleiterin. Achim Walk, Schulleiter der Dürkheimer Carl-Orff-Realschule plus weiß, dass Sportunterricht mit Maske nicht so schön ist, aber die Sportlehrer würden die Sportarten entsprechend anpassen. Glücklich ist er, dass der Schwimmunterricht, anders als im vergangenen Jahr, möglich ist. Alle Schulleitungen loben das Verantwortungsbewusstsein der Eltern. Es würden Ersatzmasken mitgegeben, bei Erkältungssymptomen würden die Kinder zuhause bleiben.

Am 5. Januar beginnen an der IGS und dem WHG die schriftlichen Abiturprüfungen. Rebholz macht sich etwas Sorgen um seine 13. Klasse. In den Tagen vor den Prüfungen haben die Abiturienten, wie schon im vergangenen Jahr, Fernunterricht. Auch die regelmäßigen Tests würden zur Sicherheit in der Prüfungsphase beitragen, so Fuchs.

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