Bad Dürkheim „Schmeckt irgendwie nach Banane“

Nicht alle Pflanzen stammt aus Europa: RHEINPFALZ-Leser bestaunen eine kanadische Goldrute.
Nicht alle Pflanzen stammt aus Europa: RHEINPFALZ-Leser bestaunen eine kanadische Goldrute.

«Wachenheim.»Es war heiß gestern bei der RHEINPFALZ-Sommertour. Sehr heiß. So heiß, dass man es den Pflanzen des Wachenheimer Stadtmauergartens richtig angesehen hat. Doch es wurde vorgesorgt: Mit Infused Water und Obstplatten wurde der Hitze entgegengewirkt – zumindest bei den Besuchern.

„Da kann man sich gute Anregungen holen“, sagte Patricia Schlatter aus Freinsheim, die mit ihrer Mutter Alice Große zur Sommertour gekommen war. Besonders die Ringelblumen könne sie sich vorstellen mal auszuprobieren, sagte sie. Auch die vielen Heilkräuter faszinierten sie. Auch Dagmar Hentschel aus Bad Dürkheim interessierte sich besonders für die Kräuter. Die Gartenarbeit macht ihr viel Spaß – auch, wenn ihr Mann die „große Arbeit“ macht, wie sie erzählte. Sie saß zusammen mit Ingrid Kopp und Sieglinde Baumann, die auch aus Bad Dürkheim kommen, nach der Sommertour noch bei einem Glas Infused Water – Wasser mit Obst – zusammen. „Schmeckt irgendwie nach Banane“, stellte Sieglinde Baumann fest. Doch das kann nicht sein, wusste Stephie Pflüger, die bei der Stadtmauerinitiative den Garten betreut, denn die sei gar nicht drin. Womit das zusammenhängt, erklärte Hans-Georg Fleischmann, Winzer aus Kallstadt: Beim Wein bilden sich schließlich auch Aromen, die aus anderen zusammengesetzt sind. Bei der Führung durch den Stadtmauergarten erklärte er den 15 RHEINPFALZ-Lesern, wie Wein früher gemacht wurde. Man habe ihn mit Honig gesüßt und mit Kräutern gewürzt. Das mache man zwar heute nicht mehr so, benutze aber Traubensaft, um den Wein zu süßen. Die Bandbreite der Fragen, die gestellt wurden, war groß. „Braucht man eigentlich vegane Etiketten, wenn man veganen Wein anbietet?“, wollte Petra Müller aus Wachenheim wissen, als Winzermeister Fleischmann über biologischen Anbau sprach. Stephie Pflüger führte die Besucher in „ihrem“ Garten herum. Eigentlich werden in dem Garten nur Pflanzen des Mittelalters angebaut – doch es gibt auch Ausnahmen: Besonders gut angekommen ist die Wiese mit Sonnenblumen-Labyrinth. Sonnenblumen kamen erst mit Christoph Kolumbus nach Europa. Im Stadtmauergarten haben sie deshalb zusammen mit der Kapuzinerkresse, die ursprünglich aus Mexiko kommt, einen gemeinsamen Platz bekommen. Besonders stolz ist Stephie Pflüger, dass viele Gruppen sich an dem Projekt Stadtmauergarten beteiligen. So sind etwa Kindergartengruppen regelmäßig am Gärtnern. Den Kindern mache es total Spaß, das Unkraut zu pflücken und neue Blumen zu pflanzen. Für die RHEINPFALZ-Leser waren kühle Getränke, Obst und eine Führung durch den Garten das unterhaltsamere Programm.

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