Seen im Pfälzerwald
Schlangenweiher Bad Dürkheim: Naturbelassener Weiher im Wandel [mit Video]
Als reiner Naturweiher ist der Schlangenweiher ein wahres Erholungsgebiet am Rande des Pfälzerwalds. Neben Wanderern und Spaziergängern fühlen sich dort zahlreiche Arten wohl und machen den Weiher zu einem landschaftlichen Kleinod. Doch was steckt hinter dem beliebten Ausflugsziel?
Vom Wasserspeicher zum Wanderziel
Der Schlangenweiher entstand vor etwa 200 Jahren als Wasserspeicher für den damaligen Salinenbetrieb in Bad Dürkheim und besteht aus gleich zwei künstlich geschaffenen Becken, die durch einen „Mönch“ miteinander verbunden sind. Ein „Mönch“ in einem See ist ein Bauwerk, das wie ein Schacht aussieht und dazu dient, das Wasser kontrolliert aus dem See abzulassen. Er funktioniert wie ein Abfluss und hilft, den Wasserstand im See zu regulieren. Die Quellen des Schlangenweihers im nahegelegenen Hammelstal waren seit dem 19. Jahrhundert bedeutend für die Wasserversorgung in Bad Dürkheim und sorgten für eine üppige Pflanzenkultur am See.
Denn als naturbelassener Weiher wird der Schlangenweiher zu einem „wahren Naturparadies“, wie auch Stefan Kahlert, Vorsitzender des Vogelschutzvereins Hardenburg, zu schätzen weiß. Als beliebtes Ausflugsziel ist der See Teil verschiedener Rundwanderwege, wie „Pfalz Pfade Drei Eichen“ – kann aber auch leicht mit einer kurzen Tour zur Klosterruine Limburg und zur Schneckennudel verknüpft werden. Seit seiner Anlage sei der Weiher nicht rekonstruiert worden, alles sei auf natürlichem Wege so entstanden, wie es heute ist. „Der Schlangenweiher ist wirklich völlig naturbelassen. Hier wird das so organisiert, dass die Natur noch ihren Platz findet“, erklärt Kahlert. „Bei allen Problemen funktioniert das bisher wirklich gut.“
Schwierigkeiten am Schlangenweiher
Denn Probleme und Herausforderungen gibt es definitiv. Die Wassergüte im Schlangenweiher wurde laut Kahlert noch nie gemessen. „Das sollte man in Zukunft etwas genauer monitoren“, sagt er. Denn gerade Naturweiher laufen häufig Gefahr, bei zu hohen Temperaturen umzukippen. Vor Jahren seien dem Schlangenweiher flächendeckend Seerosen entnommen worden, um dem Ganzen entgegenzuwirken und für eine bessere Sauerstoffzufuhr zu sorgen. „Jetzt ist der See einigermaßen im Gleichgewicht“, erklärt Kahlert. „Aber die Sommer werden immer heißer und wir bekommen auch immer weniger Regen. Man muss das in Zukunft einfach beobachten.“
Lange Zeit sorgten auch Besucher, die die Enten im Weiher fütterten, für Probleme – mittlerweile herrscht ein strenges Fütterverbot. „Besucher haben säckeweise Brot in den Weiher geschmissen. Das sorgt für einen riesigen Nährstoffeintrag und erhöht das Umkipprisiko“, erklärt Stefan Kahlert. Auch aufgrund von Spaziergängern mit Hunden stünde man unter einem hohen touristischen Druck. Dass zu viele Halter ihre Vierbeiner im Weiher baden lassen würden, sei jedoch glücklicherweise noch kein Problem. Auch in Zukunft soll der Weiher als Naturparadies fortbestehen. Heute gilt das Gelände als Feuchtgebiet und Naturschutzgebiet mit schützenswerten Amphibien, Libellen und Vögeln.
Ein Schlangenweiher ohne Schlangen?
„Als ich noch ein Kind war, war der Schlangenweiher ein Ententeich, ohne jegliche Vegetation. Es gab nur Schwäne“, erinnert sich Kahlert. „Heute ist hier richtig was los.“ Die Artenvielfalt sei hoch, besonders Wasservögel wie Stockenten, Kormorane und Reiher würden sich wohlfühlen. Auch eine Eisvogelpopulation habe man schon häufiger beobachten können. „Die namensgebenden Schlangen sind mittlerweile leider seltener geworden, aber es gibt sie noch“, betont Vogelschützer Kahlert. Früher habe es auch viele Kröten und Frösche gegeben, sodass man sein eigenes Wort nicht mehr verstanden habe – auch das sei weniger geworden.
Grund dafür sind unter anderem ein paar farbenfrohe Genossen im Schlangenweiher. Im See wurden nämlich mehrere Kois ausgesetzt. „Die fressen alles, was hier so im Weiher ist und haben auch keine wirklichen Feinde“, so Kahlert. Vertreter des Vogelschutzvereins hätten auch schon Sonnenbarsche und Wasserschildkröten aus Aquarienzucht im Wasser gefunden. „Wenn ein Naturweiher zum Entsorgungsbecken für Fischhalter wird, wird es halt problematisch“, kritisiert Kahlert. Denn aufgrund nährstoffarmer Bedingungen und der artenreichen Tierwelt ist der Schlangenweiher ökologisch wertvoll und stellt ein wichtiges Gelände für Flora und Fauna dar. Und das soll auch in Zukunft so bleiben.
Hier können sie den Schlangenweiher und seine Bewohner in einem kleinen Video aus nächster Nähe kennenlernen:
