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Beim Schach sitzen sich die Gegner recht nah gegenüber. Konzepte für Partien unter Wettkampfbedingungen sind schwierig.
Beim Schach sitzen sich die Gegner recht nah gegenüber. Konzepte für Partien unter Wettkampfbedingungen sind schwierig.

Der Pfälzische Schachbund (PSB) zeigte sich erfinderisch und steht nun doch vor einem Scherbenhaufen, den es einzusammeln gilt. Betroffen sind auch die Klubs der Umgebung, die nach der abgesagten Saison weiter auf einen Ersatzspielbetrieb hoffen. Die Frage ist nur: Wann?

Es fehlte so einiges für einen geregelten Spielbetrieb bei den Freunden von König, Läufer und Turm. Schließlich sitzen die Kontrahenten bei einem Schachspiel zumeist näher beisammen als der vorgeschriebene Mindestabstand. Auch deshalb müssen Schachfiguren derzeit verstaubt auf dem Brett verweilen, denn ein passendes Hygienekonzept für den Mannschaftswettkampf im Ligenspielbetrieb fehlt derzeit noch. Eine Ersatzliga sollte Abhilfe schaffen. Die Idee Klang super, bis der seit Montag geltende Teil-Lockdown den Schachspielern abermals einen Strich durch die Rechnung machte.

Geplant war eine Ersatzliga mit Vierermannschaften statt der üblichen mit bis zu acht Spielern bestückten Mannschaft. Auf- und Abstieg sollte, analog wie bei den Tennisspielern für ein Jahr ausgesetzt werden. Der Meldeschluss bis zum 31. Oktober hatte im Endeffekt fast etwas Sarkastisches, weil sich nahezu direkt der Start der verschärften Corona-Beschränkungen anschloss.

Verband lässt weiter Meldungen zu Ersatzliga zu

44 Vereine und 99 Mannschaften hatten für die Ersatzspielrunde gemeldet, wie der Landesverband der Pfalz bekanntgab. Der PSB vermerkte, dass mehr als zwei Drittel der Schachklubs im Verband ein Team für diese Liga entsenden wollten. Der Pfalzverband vermeldet auf seiner Homepage in einem von Landesspielleiter Jan Wilk gezeichneten Schreiben: „Um dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen, haben wir im erweiterten Präsidium beschlossen den Start der Ersatzliga aufgrund der derzeitigen Lage zu verschieben.“ Der Verband lässt nun noch weitere Meldungen zu und erlaubt es, die bisher gemeldeten Teams personell wieder anzupassen. Wann die Ersatzliga nun starten kann, ist noch unklar.

Kein Nachwuchstraining mehr im JuKiB

„Wir können seit Ende der Sommerferien wieder trainieren“, erzählt Jörn Lenhardt vom SC Bad Dürkheim-Wachenheim, der ein Kreisliga-Team im Erwachsenen-Bereich aufzubieten hat. Der Vorsitzende des Klubs hatte vorher schon eine Behelfslösung für seine Mitglieder. Denn an einem Treffen in einer Gaststätte samt mitgebrachtem Schachbrett gab es nichts auszusetzen. „Es war dann so eine Art Klubabend“, erzählt der 48-jährige, der es sinnvoll findet, die Saison 2020/2021 abzusagen, weil es noch kein endgültiges Konzept gebe, das eine Schachpartie unter Wettbewerbsbedingungen zulasse.

Die Jugendlichen trainierten bisher im Jugend und Kinderbüro in Bad Dürkheim (JuKiB). „Der Trainingsbetrieb ist für die nächsten vier Wochen für alle aufgrund der Zwölften Coronaverordnung des Landes komplett eingestellt“, fügt Leonhardt an. Das Problem erklärt der Ingenieur wie folgt: „Das JuKiB bleibt als Institution geöffnet und wird sein Angebot mit den aktuellen Auflagen aufrecht erhalten. Wir als Schachverein gehören ja direkt zum JuKiB und sind somit auch mit unserem Kinder- und Jugendtraining leider außen vor.“

In Freinsheim Trainingspause seit März

Da ein Ersatzprogramm auch nicht mehr in der Gaststätte möglich ist, wird es nach Auskunft des Klub-Vorsitzenden künftig ein Online-Training geben. Darin sieht Lenhardt einen Nachteil. „Es ist schon interessant, wenn der Gegenüber ins Schwitzen kommt. Wir spielen aber auch in einer Liga, bei der die Geselligkeit wichtig ist. Wir Spieler kennen uns alle“, fügt er an. In der Ersatzliga wollte der SC aus Bad Dürkheim-Wachenheim mit zwei Teams spielen. „Die Liga wird wohl in diesem Jahr nicht mehr starten. Ich vermute, dass es Anfang nächstes Jahr losgeht“, fügt Leonhardt an.

Auch der Freinsheimer Schachklub hat für die Ersatzliga zwei Teams gemeldet. Eine Jugend und eine Erwachsenenmannschaft. „Der Spielbetrieb sowie das Training ruhen seit März 2020 aufgrund der Pandemie. Auch als es wieder möglich war Training abzuhalten konnten wir dieses aufgrund der Hygieneregeln nicht durchführen. Der Aufwand war einfach zu groß“, erklärt Michael Baudisch, Vorsitzender der Freinsheimer, der bis dato noch keinen Mitgliederschwund verzeichnet.

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