Fussball
Saisonbilanz: TuS Wachenheim mit viertem Platz unzufrieden
Der TuS Wachenheim hat die Aufstiegsrunde der Fußball-B-Klasse Rhein-Mittelhaardt Nord/West auf Rang vier abgeschlossen. Das klingt zunächst einmal gut, doch Trainer Michael Acker ist aus einem bestimmten Grund nicht ganz zufrieden damit. „Die Konkurrenz mit Maikammer, Niederkirchen und Neustadt war groß. Aber mich ärgert, dass wir so früh aus dem Rennen um den Aufstieg waren“, erklärt der 53-jährige Acker. Deswegen könne er seine Enttäuschung nicht verhehlen.
Klare Führungen verspielt
Die Ursachen dafür liegen in der Hauptrunde. Da hat der TuS Punkte liegen lassen, zum Beispiel gegen Deidesheim II nach klaren Führungen zweimal nur unentschieden gespielt. Und auch gegen Ellerstadt hat es lediglich zu einem 1:1 gereicht – wenngleich in Unterzahl. Nur zehn Zähler nahm Wachenheim in die Aufstiegsrunde mit. Eine Hypothek. Maikammer und Niederkirchen hatten sich ein komfortables Punktepolster erarbeitet. „Bei nur acht Partien ist man permanent zum Siegen verdammt, wenn man einen Rückstand aufholen muss“, verdeutlicht der Coach.
Ausrufezeichen gegen Meister
Das ist seinem Team nicht gelungen. Gegen Neustadt gab es zum Auftakt ein 3:3, während der TuS in Maikammer (0:4) und beim Rückspiel in Neustadt (1:4) auf verlorenem Posten stand. „Der Modus verzeiht keinen Fehltritt“, hat Acker erkannt. Zumindest sorgte die Mannschaft am letzten Spieltag für einen versöhnlichen Abschluss, als es gegen Meister Maikammer 2:2 spielte. Dabei führte Wachenheim bis kurz vor dem Ende mit 2:0. „Dann sind die Kräfte geschwunden. Wir haben aber alles gegeben und ein Ausrufezeichen gesetzt“, betont der Trainer.
Nico Schubert zu oft verletzt
Acker hebt die vorbildliche Einstellung des Teams hervor, insgesamt sei es aber nicht gelungen, eine tragfähige Achse herauszubilden. Daher räumt er ein, dass er den Aufstieg mit der Verpflichtung seines Stiefsohnes Nico Schubert vom FC Speyer 09 vielleicht zu sehr erzwingen wollte. Der spielstarke Schubert war zuvor Stammkraft in der Oberliga und ist mit 23 Jahren in einem idealen Fußballalter. „Nicos Spielweise, keinen Zweikampf zu scheuen, hat zu vielen Verletzungen geführt. Da will ich die Verteidiger aber nicht anprangern“, sagt der Übungsleiter. Jedenfalls hat der offensive Mittelfeldspieler nicht so oft auf dem Feld gestanden, wie es sich Acker erhofft hatte. Viel Lob hat der 53-Jährige für den als Sechser oder in der Innenverteidiger einsetzbaren Frank Peter (36). Was der in seinem Alter noch leiste und Woche für Woche abrufe, sei enorm. Der Coach nennt Peter einen Glücksgriff.
Ein Plus des TuS sei die blendende Kameradschaft. Manchmal verstünden sich die Akteure etwas zu gut, weshalb mitunter die nötige Reibung fehle. „Ich mag die Jungs ja auch“, gibt Acker zu. Wenig personelle Fluktuation in den vergangenen Jahren ist ein Indiz für gutes Miteinander. Ebenso die Abschlussfahrt der Truppe nach Düsseldorf. Punkte, die den Coach bewogen haben, in eine sechste Saison in Wachenheim zu gehen. Bislang spielte der TuS meist oben mit, scheiterte einmal in den Aufstiegsspielen an der SG Edesheim/Roschbach.
Dennoch sei es schwer, mit Rückschlägen umzugehen. So habe ihm ein Spieler im Februar zugesagt, zu bleiben und diese Absichtserklärung im April erneuert. „Nach dem letzten Spiel hat er mir eine Whatsapp-Nachricht gesendet, in der er mitgeteilt hat, er wechsle den Verein.“ Das Trainerleben kann mitunter hart sein.