Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Rot-Weiss Seebach: Abstieg nach fünf Jahren Bezirksliga

Jason Harrisons 13 Saisontreffer reichten Seebach am Ende nicht, um die Klasse zu halten.
Jason Harrisons 13 Saisontreffer reichten Seebach am Ende nicht, um die Klasse zu halten.

Späte Gegentore, knappe Niederlagen und Verletzungspech: Die Gründe für Seebachs Abstieg in die A-Klasse Rhein-Mittelhaardt sind vielfältig.

Nach fünf Jahren in Folge in der Fußball-Bezirksliga muss Rot-Weiss Seebach wieder in die A-Klasse Rhein-Mittelhaardt zurück. Der Abstieg war vermeidbar, denn am Ende fehlten nur zwei Punkte, um in eine Entscheidungsrunde mit 08 Haßloch und TSV Landau zu kommen. „Ein total unnötiger Abstieg, den wir leicht hätten vermeiden können“, resümiert Trainer Jan-Marvin Dell. Die fußballerische Qualität, die in der Mannschaft steckt, aber zu selten abgerufen wurde, steht in krassem Missverhältnis zur Punktausbeute. Die Hoffnungen, nach der Winterpause mit deutlich stärkerem Personal zu reüssieren, erfüllten sich nicht.

„Die Saison ist schwierig zu beurteilen, weil es nicht den einen Grund für Platz 15 gibt, sondern sich viele Punkte summiert haben“, hat Dell erkannt. Einer ist sicherlich die schwarze Serie von 13 Begegnungen zwischen Anfang Oktober und Ende März mit nur einem Sieg sowie dem Abrutschen von Rang neun auf den 14. Tabellenplatz. „Gerade in dieser Phase haben uns Galligkeit und Giftigkeit gefehlt, ebenso die Überzeugung, weite Wege zu gehen, auch wenn es wehtut“, nennt der Coach einen zweiten Grund. Hinzu kamen fehlendes Spielglück sowie viele knappe Niederlagen, die mitunter wegen ganz später Gegentore zustande kamen.

Beispiele sind das ärgerlich 1:2 bei Aufsteiger SV Erlenbach mit dem entscheidenden Treffer in der vierten Minute der Nachspielzeit oder die 1:3-Niederlage eine Woche später gegen den FV Dudenhofen II, als Rot-Weiss bis in die 86. Minute 1:0 führte. Ein Dreier in dieser Partie hätte den Klassenverbleib bedeutet. „In diesen Spielen war auch der Kopf ein Thema, mitunter haben wir die letzten Prozentpunkte in Sachen Kampf und Gegenwehr vermissen lassen“, gibt Dell zu bedenken. Achtmal verlor Seebach mit einem Tor Differenz und von den abstiegsgefährdeten Teams ab Rang neun hat nur Queichhambach ein besseres Torverhältnis, was die Sache nicht besser macht, aber verdeutlicht, dass der Abstieg absolut zu verhindern war.

„In vielen Partien haben wir klare Chancen liegengelassen, wurden nach Gegentoren nervös und haben zu wenig gepunktet“, sagt der Übungsleiter. Teilweise sei auch die Trainingsbeteiligung nicht gut gewesen, sodass die Nominierungen für den Spieltag nicht mit der Fitness korrespondierten. „Biss und Wille waren nicht immer bei allen vorhanden. Aber es war schwer, jemandem eine Denkpause zu geben, weil auch immer wieder wichtige Akteure ausgefallen sind“, betont Dell, der die talentierten Junioren Felix Meindl, Fabian Wenz und Felix Laub integrierte. Passen mussten etwa der Dauerverletzte Sebastian Schmidt, der in der Rückserie keine Minute mehr spielte, Bruno Ribeiro oder der wichtige Kapitän Sven Schuhmann. Ausfälle hat aber jede andere Mannschaft auch zu beklagen.

Letztlich hat Seebach – und das war ein gravierender Unterschied zu den Jahren davor – gegen Mitkonkurrenten Punkte geradezu verschenkt. In Haßloch unterlag Rot-Weiss trotz einer Stunde in Überzahl und reichlich guter Tormöglichkeiten 0:1. Beim TuS Niederkirchen führten die Seebacher 2:1, hatten das dritte Tor und damit die Entscheidung mehrfach auf dem Fuß, mussten sich aber nach einem Patzer mit einem 2:2 begnügen. Auch bei Neuling TuS Altrip reichten eine Führung und Vorteile nicht, um zu punkten, weil die Gäste mit einem Doppelschlag des TuS auf die Verliererstraße gerieten und mit leeren Händen nach Hause fuhren.

Die Seebacher haben 35 Akteure eingesetzt, von denen der scheidende Mittelstürmer Michael Ziegler am häufigsten auflief, nämlich 26 Mal. Alle anderen haben mindestens fünfmal gefehlt. „Michi hatte Höhen und Tiefen“, sagt der Coach über den Angreifer, dem nur drei Treffer gelangen. Das hat auch damit zu tun, dass Ziegler der klassische Teilzeitarbeiter war. Er stand nie die kompletten 90 Minuten auf dem Feld, wurde 20 Mal ein- und sechsmal ausgewechselt. 25 Partien absolvierte Abwehrspieler Mustafa Ceylan. „Er hat eine sehr ordentliche Saison gespielt“, bewertet Dell die Auftritte des meist als Außenverteidiger eingesetzten Ceylan.

Ebenfalls 25 Einsätze verbuchte Torjäger Jason Harrison, der mit 13 Treffern erneut der erfolgreichste Schütze des Absteigers war. Allerdings traf er in einer kompletten Saison noch nie so selten wie in dieser. 24 Begegnungen bestrittten der spielende Co-Trainer Robin Schwehm, Mittefeldspieler Bruno Ribeiro und Flügelflitzer Jan Weisenborn. Der Trainer räumt ein, „dass wir zu selten Konstanz in der Aufstellung hatten“. Er habe oft aus unterschiedlichen Gründen wechseln müssen. Lichtblicke gab es nur wenige, etwa Stürmer Rémi Jahnel, der mit elf Treffern der zweitbeste Torschütze der Rot-Weissen war, obwohl er nur dreimal 90 Minuten spielte. „Rémi kam aus der B-Klasse und war eine absolut positive Erscheinung“, lobt Dell.

x