Bad Dürkheim RHEINPFALZ-Umfrage: Trotz Ramadan haben Dürkheimer Dönerverkäufer gut zu tun
Im Fastenmonat Ramadan nehmen gläubige Muslime tagsüber keine Speisen und Getränke zu sich. Auf Dürkheimer Dönerläden hat das aber kaum Einfluss: Die überwiegend deutsche Kundschaft kommt ohnehin weiter. Und von den Verkäufern fastet gerade mal einer.
Metin Degirmenci (47) kann wegen des Fastenmonats Ramadan von keinen Umsatzeinbußen berichten. „Das liegt daran, dass die meisten meiner Kunden Deutsche sind. Der Großteil von ihnen kommt von der Berufsschule sowie vom Klinikum“, sagt er. Degirmenci ist Inhaber von „Kaptan Döner“ in der Weinstraße Nord in der Innenstadt. Sein Döner-Laden gehört zu den ältesten in der Stadt. Degirmenci betreibt ihn seit 28 Jahren. Der Laden sei 1988 von seinem Schwiegervater Ali Kaptan als Obst- und Gemüseladen eröffnet worden. Zwei Jahre später habe er dann den Laden übernommen. Auch der Imbiss „Istanbul“ am Stadtplatz spürt keine negativen Folgen des Ramadans. „Hier ist nicht Mannheim. Die meisten unserer Kunden sind Deutsche oder andere Ausländer“, sagt Verkäufer Ibrahim Karakoyun (35). Er arbeitet seit 18 Jahren in dem Laden, der selbst seit etwa 25 Jahren bestehe. Er selbst fastet nicht im Ramadan, sein Kollege, Ramin H. jedoch schon, obwohl dieser schon zwei Tage aussetzen musste. „Die Hitze, der Wasserverlust, es ist schwer, vor dem Spieß zu fasten“, sagt Ramin, der aber fest vorhat, doch noch mit dem Fasten weiter zu machen. Auf das Geschäft im Laden von Münür Tas (51) – dem „44 stones“ in der Weinstraße Süd – hat der Ramadan ebenfalls keinen Einfluss. Den Anteil seiner türkischstämmigen Kunden schätzt Tas auf drei bis fünf Prozent ein. Die meisten seiner Kunden seien Deutsche oder stammten aus anderen Ländern. „Wir haben Einbußen eher an deutschen Feiertagen wie Pfingsten, wenn die Leute zu Hause bleiben oder nicht draußen essen“, so Tas. Er selbst fastet auch nicht, denn er sei Alevit. Aleviten haben ihren eigenen Fastenmonat. „Ich faste aber auch da nicht. Es ist eine private Angelegenheit.“ Bei den Aleviten werde Religiosität ohnehin eher still erlebt, ergänzt er. Tas betreibt den Laden seit drei Jahren. Davor habe er im Hit-Markt einen Feinkostladen gehabt. Nurettin Melek (55) vom Dürkheimer „Kebap Haus“ in der Leininger Straße ist der einzige unter den befragten Dönerladen-Inhabern, der sagt, der Ramadan habe sich bei den Einnahmen bemerkbar gemacht. „Etwa 80 bis 90 Prozent meiner Kunden sind Muslime. Deshalb merke ich tagsüber, dass der Verkauf deutlich zurückgeht. Aber es gleicht sich aus. Dafür läuft das Geschäft am Abend sehr gut. Entweder kommen die Leute zum Fastenbrechen oder bestellen ihr Essen nach Hause“, sagt er. Melek betreibt seinen Laden seit etwa zweieinhalb Jahren. Davor habe er in Mannheim einen Laden gehabt. Als eine Besonderheit seines Imbisses hebt Nurettin Melek hervor, dass er außer Wurst und Falafel alle Zutaten selbst herstelle und sein Dönerfleisch frei von Zusatzstoffen sei. Wegen gesundheitlichen Problemen fastet Nurettin Melek nicht. Auf die Frage, ob er das Fasten später nachhole, antwortet er: „Für mich spielt Ehrlichkeit eine große Rolle. Das Wichtigste ist doch, dass wir uns korrekt verhalten und die Rechte anderer respektieren. Ramadan bedeutet für mich eigentlich nichts. Diese Prinzipien jedoch viel.“