Weisenheim am Sand RHEINPFALZ Plus Artikel Publikumsmagnet: Kreative und kulinarische Vielfalt bei der Waldweihnacht

Kerzenfärben war der Hit am Stand der heilpädagogischen Kinder- und Jugendhilfe Otterstadt.
Kerzenfärben war der Hit am Stand der heilpädagogischen Kinder- und Jugendhilfe Otterstadt.

Lichterglanz, Glühweinduft, Budenzauber: Die romantische Waldweihnacht in Weisenheim am Sand lockte am dritten Adventswochenende wieder viele Besucher auf den Keschdeberg.

Samstagabend: In der Dunkelheit führt der Aufstieg zum Ludwigshain über einen aufgeweichten, stockfinsteren Waldweg. Doch von weitem grüßen Lichter und man hört leises Bimmeln eines nostalgischen Kinderkarussells. Erster Eindruck: im Naherholungsgebiet ist es seltsam still. Kein Weihnachtslieder-Gedudel, stattdessen wohltuende Ruhe und Entschleunigung.

Am Eingang bietet Weihnachtsbaumverkäufer Daniel Zeiß Nordmanntannen, zwei Meter für 50 Euro. Die Geschäfte laufen mäßig. Um ihn herum Jahrmarkts-Flair und Schlemmermeile. Der örtliche Reit- und Fahrverein ist dabei und das syrische Kulinarik-Team von RefuEat. Falafel oder Bratwurst, das ist hier die Frage.

Zum ersten Mal dabei und gleich mit zwei Ständen vertreten sind die Sandhexen. In ihrem Hexenkessel brodelt Raclettekäse, der auf Brot guten Absatz findet und gleich daneben hat der Verein Glühwein im Ausschank. Der Weisenheimer Werner Groß und sein Neustadter Imkerkollege Gunter Faust bieten Honig- und Senfspezialitäten. In die Keramikbecher gießen sie stilecht weißen Met und goldene Milch. Essig- und Ölkreationen hat die Genussmanufaktur Steinel aus Philippsburg im Angebot. Oben auf der Festwiese zieht der hell erleuchtete Pavillon von „Winzernadel“ die Besucher an: Die Weisenheimerin Dominique Burst ist mit ihren Mützen, Schals und Taschen aus Küferstoffen zum ersten Mal dabei. Gegenüber am Crêpes-Stand hat sich eine lange Schlange gebildet.

70 Liter Feuerzangenbowle in fünf Stunden

Warten auf süße Genüsse ist auch beim Heimat- und Museumsverein angesagt. Hier gibt es hausgebackenen Stollen, Lebkuchen, Kürbissuppe und Latwerg-Spezialitäten. Blickfang aber ist die Feuerzangenbowle. Ralf Becker zelebriert das Ritual: Zuckerkegel auf einen Rost legen, mit 54-prozentigem Rum beträufeln und anzünden. Blau-goldene Flammen lassen das süße Gebilde binnen Sekunden schmelzen und mit dem lieblichen Portugieser im Topf darunter eine Melange eingehen. Ein teuflisch leckeres Gebräu. Die ersten 70 Liter Feuerzangenbowle hat Becker in fünf Stunden unters Volk gebracht.

Heimat- und Museumsverein: Ralf Becker und Conny Pirrmann machen Feuerzangenbowle.
Heimat- und Museumsverein: Ralf Becker und Conny Pirrmann machen Feuerzangenbowle.

Der Sandspielplatz ist überdacht mit einem Netz aus leuchtenden Glühbirnen. Die Stehtische sind umlagert mit Besuchern. Hier trifft man sich zum Plausch und Umtrunk. Die drei örtlichen Weingüter Bibinger, Gehrig und Schwindt haben sich auf das milde Wetter eingestellt und bieten außer Winzerglühwein auch Schoppen im Dubbeglas und edle Weine in Stielgläsern. Am in Lichterglanz getauchten Stand der Jugendfeuerwehr sind „Florian-Burger“ und „Feuertrank mit Schuss“ der Renner.

Nicht wegzudenken aus der Waldweihnacht sind Sabrina Gerner und Natascha Kausmann mit feinen Naschereien wie Weihnachtsplätzchen mit Whisky, Tiramisu-Pralinen und Toffifee-Likör. Kreative personalisierte Geschenke aus Holz hatte „Fuchsmarie“ (Yvonne Haselbach) dabei.

Stehparty im Ludwigshain.
Stehparty im Ludwigshain.

Auch junge Gäste bestens versorgt

Unter der Pergola haben Kunsthandwerker ihre Stände aufgebaut. Iwona Settgast aus Hockenheim hat festliche Weihnachtsdekorationen und Kugelgestecke gebastelt. Besonders beliebt sind ihre Baumanhänger aus Gipsguss. Edelobstbrennerei Scherner lockt mit feinen Destillaten. Alteingesessene Kreativkünstlerinnen wie Elfriede Voll und Dagmar Falkenhagen zogen mit wolligen Handarbeiten und Schmuckkreationen aus Papierperlen das Interesse der Käufer an sich. „Dip & Dye“ hieß es beim Kerzenfärben am Stand der heilpädagogischen Kinder- und Jugendhilfe Oberotterbach: Die kreative Kurzweil kam bei kleinen und großen Besuchern bestens an.

Stimmungsvoll gestaltete Stände.
Stimmungsvoll gestaltete Stände.

Die Organisation der Waldweihnacht liegt seit 2007 in Händen von Christiane Kesselring, die mit der Auswahl von 24 Beschickern, davon sechs Kreativstände, ein glückliches Händchen für kreative und kulinarische Vielfalt bewiesen hat. Erneut zum Publikumsmagnet wurde die romantische Waldweihnacht nochmals am Sonntagnachmittag beim Auftritt des ökumenischen Posaunenchors.

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