Bad Dürkheim Post an neuem Standort

Ende Juni ist Schluss. Dann wird Gabriele Amschler ihr Geschäft für Schreibwaren und Geschenkartikel in der Wachenheimer Weinstraße schließen. Die ebenfalls im Laden angesiedelten Lotto-Annahmestelle und Postfiliale sollen erhalten werden – allerdings an anderer Stelle.
Die Post bestätigte gestern RHEINPFALZ-Informationen, wonach nur wenige Meter vom bisherigen Standort Räume im Gebäude der Weinstraße 56 angemietet wurden. „Es ist klein, aber es soll auch nur eine kurzzeitige Lösung sein, um den Standort aufrecht zu erhalten“, erläuterte Post-Pressesprecher Alexander Böhm. In der neuen Poststelle werden Angestellte des Konzerns ab 1. Juli von Montag bis Freitag zwischen zwei und drei Stunden für Kunden geöffnet haben. „Die genauen Öffnungszeiten stehen noch nicht fest“, ergänzte Böhm. Dass der Post an einem so schnellen Übergang gelegen war, hängt mit der sogenannten Post-Universaldienstleistungsverordnung zusammen. „Die Verordnung sieht vor, dass in Gemeinden und Städten ab 2000 Einwohner eine Filiale bestehen muss“, erläuterte Pressesprecher Böhm auf Nachfrage. In den meisten Fällen würden die Stellen mittlerweile von lokalen Partnern betrieben, die Suche in Wachenheim habe bislang aber nichts ergeben. „Finden wir jemanden, kann es sein, dass wir bereits einen Monat später an einem anderen Ort in Wachenheim eine Filiale eröffnen.“ Die Fühler nach einem neuen Partner in Wachenheim hat auch Lotto Rheinland-Pfalz ausgestreckt. Bis Anfang Juli wird sich laut dem Leiter der Lotto-Südwestniederlassung in Kaiserslautern, Stefan Schwarze, wohl nichts tun. „Wir sind auf der Suche, haben auch schon Gespräche geführt, bislang allerdings ohne Erfolg.“ Sowohl die Postfiliale als auch die Lotto-Annahmestelle waren zuletzt in Gabriele Amschlers Geschäft für Schreibwaren und Geschenkartikel angesiedelt. Nach insgesamt 43 Jahren Geschäftstreiben in Wachenheim, davon war sie 30 Jahre lang in den Räumlichkeiten in der Weinstraße 46, in rund acht Wochen Schluss. „Der Mietvertrag endet am 30. Juni. Dann mache ich alles zu“, berichtete die 72-Jährige. Der Ausverkauf laufe bereits, Büro- und Schulbedarf sowie Schreibwarenartikel seien um 50 Prozent reduziert. Zwar hatte sich Amschler nach eigenen Angaben um eine Nachfolge bemüht, die Suche sei allerdings nicht von Erfolg gekrönt gewesen. „Es gab mehrere Anfragen.“ Mit einer Interessentin sei nahezu alles klar gewesen, ein Todesfall habe die Situation allerdings grundlegend verändert. „Das kann ich verstehen“, ergänzte die 72-Jährige.