Bad Dürkheim Populärer Putto
Vor dem sogenannten Kolb`schen Hof, benannt nach den ursprünglichen Besitzern des Wachenheimer Anwesens, stehen zwei steinerne Kinderfiguren. Ihre Aufgabe ist wie meist bei Putten schmückender Natur. Seit Jahrhunderten dekorieren die populären Wesen Brüstungen, Geländer, Sockel, Wandgemälde, aber auch Orgeln und Altäre. Das italienische Wort „Putto“ bedeutet Knäblein und bezeichnet eine wenig oder gar nicht bekleidete Kindergestalt. In der kulturellen Tradition der Antike verkörpern die verniedlichenden Bildwerke die Gottheit der Liebe. Dagegen gestaltet die christliche Kunst sie vor allem als musizierende Kinderengel. Später flossen das mittelalterliche Himmelswesen und der antike Liebesbote im Putto zusammen, und die unbefangenen Knäblein bevölkerten in großer Zahl barocke Kunst- und Bauwerke. Auch in Wachenheim kann man das Putten-Pärchen sinnbildlich verstehen: Üppige Trauben tragend, führt das Duo die lebensvolle Kraft der Weinreben vor Augen. Kindliche Fülle prägt die pausbäckigen Gesichter, umwallt werden sie von verspielter Lockenpracht. Vom 15. bis ins 18. Jahrhundert war der Kolb’sche Hof im Besitz des Geschlechts der Kolbe von Wartenberg, bis er im Jahre 1788 wegen Überschuldung an Graf Franz von Sickingen verkauft wurde. Im 19. Jahrhundert erwarb Weingutsbesitzer Johann Ludwig Wolf den alten Adelshof, von dessen ursprünglicher Bausubstanz aber nur wenig erhalten blieb.