Bad Dürkheim Pop statt Bio

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„Pop macht Schule“ – unter diesem Motto touren Lehrer und Studenten der Mannheimer Popakademie inzwischen im zwölften Jahr an Schulen der Region. Gestern machte sie an der Integrierten Gesamtschule in Wachenheim Station. Einen Vormittag inspirieren angehende Musik-Profis die Schüler der fünften und sechsten Klassen und arbeiten mit ihnen und ihren Talenten.

Mit „Happy“ von Pharrell Williams heizt die Band der Popakademie den versammelten Fünft- und Sechstklässlern gleich kräftig ein. Einer nach dem anderen steht vom Boden des Gymnastikraums auf, um sich klatschend zu bewegen. Drei Stunden später sollen sie selbst die Show bestreiten. Sie sollen singen, rappen oder eigene Songs spielen, die sie an diesem Vormittag erarbeiten werden – unter fachkundiger Anleitung. „Wir coachen euch heute“, beruhigt Axel Schwarz von der Popakademie, der das Projekt „Pop macht Schule“ seit zwölf Jahren als künstlerischer Leiter begleitet. „Uns geht es darum, Popmusik in der Region zu fördern und darum, einen sozialen Auftrag wahrzunehmen“, sagt Catherine Galliou, die „Pop macht Schule“ managt. Die Wachenheimer IGS ist eine von acht Stationen, für die sich die Popakademie unter 40 Bewerbern in diesem Jahr entschieden hat. An einigen der ausgewählten Schulen, sagt Galliou, gibt es gar keinen oder nur theoretischen Musikunterricht. Ganz anders in Wachenheim. Hier gibt es mehrere Bandklassen, engagierte Musiklehrer und eine umfangreiche Ausstattung mit Instrumenten. Aufgeteilt in Bandklassen, Rapper und Sänger machen sich die Schüler an die Arbeit, in wenigen Stunden etwas Neues einzustudieren. Für die Bandklasse 5 bedeutet das, mit Student Phillipp Sengle und seinen Kollegen ein neues Stück zu schreiben und zu proben. Um der Gruppe zu zeigen, dass ein neues Stück nicht zwingend kompliziert sein muss, spielt Sengle mit seiner Band die gleichen vier Akkorde als Pop-, Funk-, Rap- und Rockstück. Dann dürfen die Kinder an die Instrumente. Gitarren, Bässe und Keyboards gibt es ausreichend, auch für die anderen Bandklassen, die übers Schulgebäude verteilt üben. Zuerst geht es ans Fundament einer Band: Schlagzeug und Bass. Zum Lieblingsgroove des Drummers kommt ein Bassteil, den dann die drei Bassisten üben. Nach und nach kommen Keyboards und Gitarren dazu. Von dem instrumentalen Treiben lassen sich die Sänger zu einem Text inspirieren und schreiben, auf dem Boden liegend, kräftig an Strophen und Refrain. Nach gut einer Stunde klappt das Zusammenspiel der Instrumente schon ganz gut, allerdings bis jetzt nur auf C. Für einen Song, findet Sengle, muss nun mindestens ein weiterer Akkord dazu. Die Band bestimmt, dass es ein F sein soll. Was eben noch so gut klappte, muss mit dem Wechsel alle zwei Takte jetzt wieder geübt werden. Und zwar sehr konzentriert. Die Schüler, die mit ihrem Instrument schon weiter sind, helfen den anderen. Denn neben der Spannung auf das Ergebnis motiviert sie noch etwas: Am 19. Mai dürfen die besten Nachwuchsmusiker beim großen Abschlusskonzert in der „Alten Feuerwache“ in Mannheim mit auf der Bühne stehen und ihren Song aufführen.

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