Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Schlägerei bei Pokalspiel in Wachenheim

Nach einer Roten Karte erhitzten sich die Gemüter bei der Pokalbegegnung zwischen Wachenheim und Deidesheim immer mehr.
Nach einer Roten Karte erhitzten sich die Gemüter bei der Pokalbegegnung zwischen Wachenheim und Deidesheim immer mehr.

Fussball: Mit unschönen Szenen endete die zweite Pokalrunde des Fußball-Kreises Rhein-Mittelhaardt zwischen dem TuS Wachenheim und der TSG Deidesheim. Es gab verbale und körperliche Auseinandersetzungen zwischen Spielern und Zuschauern. Am Ende rückte die Polizei an.

Dem Polizeibericht zufolge wurden die Beamten gegen 19.30 Uhr alarmiert. Schon während des Spiels, das um 17.30 Uhr angepfiffen worden ist,

habe ein Spieler der TSG einem Wachenheimer mit der Hand ins Gesicht geschlagen. Nach Spielende verzeichnete die Polizei die nächste Körperverletzung. Ein weiterer TSG-Spieler schlug einem 61-jährigen Vereinsangehörigen des TuS im Kabinengang mit der Faust an den Kopf. Der Mann erlitt eine Prellung und wurde noch von einem Zuschauer beleidigt. Wegen der aufgeheizten Stimmung seien Deidesheimer des Platzes verwiesen worden.

Auf Beleidigung folgt „Rudelbildung“

TSG-Coach Danko Boskovic berichtet, nach einem Foul und einer Roten Karte gegen Ende des Spiels habe es ein Wortgefecht gegeben, danach habe sein Spieler dem Gegner ins Gesicht gefasst, nicht geschlagen. Nichtsdestotrotz sagt Boskovic klar: „Das war eine Rote Karte.“ Nach so einer Situation sollte man nicht den Konflikt suchen und einen kühleren Kopf bewahren. Das sei anzusprechen. Für die Geschehnisse danach nennt Boskovic allerdings rassistische Beleidigungen als Auslöser, die am Spielfeldrand deutlich zu hören gewesen seien. „Ich bin selbst hier geboren, habe Migrationshintergrund, solche Aussagen gehen gar nicht“, betont der TSG-Trainer. Auf die Beleidigung folgte die „Rudelbildung“, aber es sei nicht der Fall gewesen, dass die TSG das provoziert habe.

Der Wachenheimer Trainer Michael Acker war an den Ereignissen nicht beteiligt, will sich eigentlich gar nicht zu den Vorfällen äußern. Er sagt dann aber doch, er habe die hitzige Stimmung realisiert und sei deshalb nach dem Spiel mit seinem Team auf dem Platz geblieben und nicht in die Kabine gegangen. Er spricht von einem eigentlich fairen Spiel, kurz vor Schluss habe es die Rote Karte und nach Abpfiff „unschöne Szenen“ gegeben, die „mit Fußball nichts zu tun haben“. Emotionen seien hochgekocht. Er bedauert, dass die Probleme nicht diplomatisch geregelt werden konnten.

Die Beschuldigten sehen laut Polizei Strafanzeigen wegen Körperverletzung und Beleidigung entgegen. Was tatsächlich der Auslöser der Streitigkeiten war, müsse noch ermittelt werden. „Zunächst werden die beteiligten Personen angehört“, heißt es von der Polizei.

Aus sportlicher Sicht: TSG gewinnt 2:0

Vor der Eskalation der Ereignisse, wurde Fußball gespielt: Die TSG, mutmaßliches Spitzenteam der A-Klasse, kickte den eine Liga tiefer einsortierten TuS mit 0:2 aus dem Pokal. Dabei verkauften sich die Wachenheimer gut, die in einem Testspiel eine 2:11-Klatsche gegen Deidesheim kassiert hatten. „Fußballerisch war das gut, wir hatten einige Möglichkeiten und haben wenig zugelassen“, zeigte sich TuS-Coach Acker mit der sportlichen Seite der Begegnung zufrieden. Er hatte Konsequenzen aus dem Vorbereitungsspiel gezogen und die Außenpositionen verstärkt. Nach einem Eckball gingen die Gäste mit einem Kopfballtor in Führung (37.). Frank Peters Rettungsaktion auf der Linie kam zu spät. Direkt nach Wiederanpfiff wurde Wachenheim kalt erwischt und es hieß 0:2. Danach verpasste der TuS das Anschlusstor.

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