Kreis Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Pläne für Photovoltaik auf kreiseigenen Dächern

Wo kann auf Dächern von kreiseigenen Gebäuden noch Strom mit Photovoltaik gewonnen werden? Dem Thema ist der Kreistag auf Anfrag
Wo kann auf Dächern von kreiseigenen Gebäuden noch Strom mit Photovoltaik gewonnen werden? Dem Thema ist der Kreistag auf Anfrage der Grünen nachgegangen.

Wie steht es um die Pläne, Photovoltaik-Anlagen auf kreiseigenen Gebäuden zu installieren? Das wollten die Grünen im Kreistag von der Verwaltung wissen. Seit der Beschlussfassung vor fast genau einem Jahr ist einiges passiert.

„Wir haben schon viel getan, aber es gibt noch Möglichkeiten“, sagte Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) und kündigte weitere Schritte an. Das bestätigte der für die kreiseigenen Gebäude zuständige Beigeordnete Sven Hoffmann (CDU), der am Donnerstag zum aktuellen Stand der Dinge referierte.

Es sei nachzudenken, ob vor Schulen Carports über Parkflächen mit Photovoltaik-(PV)-Anlagen bestückt werden können. „Es hat uns sehr gefreut, dass bei Neubauten von Parkplätzen laut Erklärung der Landesregierung bei mehr als 50 Plätzen eine entsprechende Pflicht kommen soll. Wir hoffen, dass auch Altbestände in Förderprogramme des Landes reinfallen, damit wir hier weiterkommen“, so der Kreisbeigeordnete.

Zunächst hat die Verwaltung Informationen zusammengestellt, auf welchen kreiseigenen Gebäuden es schon Anlagen gibt und auf welchen nicht. Bei der Übersicht fehlt das Kreishaus. Hoffmann erinnerte an die „sehr sensible Statik“ der „Senffabrik“, weshalb es unmöglich sei, dort eine PV-Anlage zu bauen und weiteres Gewicht auf das Gebäude zu bringen. Auf dem benachbarten Neubau des Abfallwirtschaftsbetriebs sei eine Anlage installiert.

Klassifizierung von A bis C

Weitere befinden sich auf dem Dach des Dürkheimer Werner-Heisenberg-Gymnasiums, des Grünstadter Leininger und des Neustadter Hannah-Arendt-Gymnasiums, der Dürkheimer Carl-Orff-Realschule, der von-Carlowitz-Realschule plus in Weisenheim am Berg, der Realschule plus in Lambrecht, der Hans-Zulliger-Schule in Grünstadt, der IGS Deidesheim/Wachenheim und der IGS Grünstadt, die auch eine Solaranlage auf der Dreifeldsporthalle hat. Auch bei der Siebenpfeifer Realschule Plus in Haßloch gibt es Photovoltaik- und Solaranlage.

Noch nicht bestückt sind die Turnhallen des WHG, der IGS Wachenheim und Grünstadt. Das gilt auch für die Turnhalle der Gottlieb-Wenz-Schule und der BBS Bad Dürkheim, bei denen auch auf dem Schulgebäude selbst noch keine Anlage steht. Ob Gebäude geeignet sind, wird durch eine Klassifizierung dargestellt. A bedeutet, das Dach ist besonders geeignet, B besagt, dass eine Anlage dort im Moment nicht aufgebaut werden kann, es aber beispielsweise nach einer Dachsanierung machbar ist. Bei C gibt es Gründe wie ein zu steiles Dach, Schattenwurf oder Denkmalschutz, die gegen eine Anlage sprechen. Bei der Dürkheimer Limburgschule liegt die Kategorie C an der Dachform, bei der Grünstadter Hans-Zulliger-Schule am Denkmalschutz.

Erste Wahl des Kreises für eine PV-Anlage ist die Sporthalle des WHG. Hier steht eine tiefgehende statische Prüfung an. „Es sieht sehr vielversprechend aus“, sagte Hoffmann. Am WHG-Schulgebäude hingegen mache die Statik eine großflächige PV-Nutzung des Daches nicht möglich. „Wenn das Dach aber saniert würde, wäre es machbar“, erklärt Hoffmann. Geplant ist weiter, auf dem Dach der IGS Deidesheim die Photovoltaikflächen stark auszuweiten, wenn möglich, soll das bereits im Jahr 2022 mit der Sanierung der Schule umgesetzt werden. Zu gegebener Zeit werde das Thema im Bauausschuss behandelt.

Grüne fordern höheres Tempo

An der BBS ist das Dach des Schulgebäudes erstens oft im Schatten und zweitens sehr kleinteilig. Zudem gibt es Probleme mit der Dichtigkeit. „Deshalb sehen wir das Schulgebäude selbst nicht als tauglich an“, so Hoffmann. Im Dach der BBS-Turnhalle unterbrechen Oberlichter die nutzbare Fläche. Ob dort dennoch PV-Anlagen möglich sind, hängt hier von einer statischen Prüfung ab. Das Oberlicht-Problem gibt es auch an der Turnhalle der COR, „das ist eher eine B-Variante“, erklärt Hoffmann, der es für unwahrscheinlich hält, dass auf dem Dach eine Anlage stehen wird. Am Leininger Gymnasium ist das Dach der Turnhalle nicht geeignet aufgrund der Statik und der Ausrichtung. Dagegen gibt es am Neubau einen Bereich, der nun ebenfalls einer genaueren statischen Prüfung unterzogen wird. Am Hannah-Arendt-Gymnasium sind Flächen am Vordach des Neubaus vielversprechend.

Horst Bäuml betonte für die Grünen-Fraktion, wie wichtig erneuerbare Energien seien. „Wir sind der Meinung, dass wir beim Ausbau mehr Geschwindigkeit brauchen. Der Landkreis muss mit gutem Beispiel vorangehen, um die Bürger zu motivieren, selbst mehr zu investieren“, so Bäuml.

Ihlenfeld erwiderte, man sehe die Wichtigkeit des Themas, „aber mit Augenmaß und nicht mit der rasanten Geschwindigkeit, in der Sie es fordern“. Einig sei man sich aber, „dass Dachflächen-Photovoltaik ein Schatz ist, der gehoben werden muss. Nicht nur bei uns, auch bei vielen Privathäusern“, sagte der Landrat. Es werde weiterhin fortlaufend über das Thema informiert.

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