Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Ohrfeigen für Leistadt und Friedelsheim

Wachenheims Kai Sebastian Reffer (Nummer 3) im Duell gegen Leistadts Keeper Tobias Hoffer. Neunmal musste der Torwart bis zum En
Wachenheims Kai Sebastian Reffer (Nummer 3) im Duell gegen Leistadts Keeper Tobias Hoffer. Neunmal musste der Torwart bis zum Ende der Partie hinter sich greifen, verhinderte aber sogar noch Schlimmeres.

Aufsteiger FC Leistadt ist im Derby der Fußball-B-Klasse Rhein-Mittelhaardt Nord gegen den etablierten TuS Wachenheim gewaltig unter die Räder gekommen und unterlag 0:9. Im zweiten Nachbarschaftsduell bezwang Rot-Weiss Seebach II den bisherigen Spitzenreiter TV Ellerstadt 1:0. Der TuS Friedelsheim war bei der 1:7-Pleite in Königsbach chancenlos.

FC Leistadt – TuS Wachenheim 0:9. Das Ergebnis kommt einer Ohrfeige für die Leistadter gleich. „Das war ein rabenschwarzer Tag für uns. Schon der Beginn ließ Schlimmes befürchten“, spielte der Leistadter Trainer Michael Möckel auf die ersten vier Minuten an. Zunächst zimmerte Michel Egenolf einen Freistoß in den Winkel (1.), dann erhöhte Simon Schubert auf 2:0 (4.). Der Grundstein war gelegt. „Meine Mannschaft ist sehr fokussiert zu Werke gegangen und hat ihre Linie 90 Minuten durchgezogen. Ich bin sehr zufrieden“, sagte der Wachenheimer Coach Michael Acker. Nachdem der Schock der frühen Gegentore überwunden war, fand der FCL besser ins Spiel. „Da hätten wir bei zwei guten Möglichkeiten der Gastgeber auch den Anschlusstreffer kassieren können“, räumte Acker ein. TuS-Torwart Patrick Stephan war in dieser Phase ein echter Rückhalt für die Gäste. Spätestens mit dem Doppelpack von Marcel Münch zum 4:0 (34., 35.) war die Partie entschieden.

Nach dem Wechsel und dem 5:0 von Gerrit Rohr (55.) wurde es aus Leistadter Sicht noch katastrophaler. „Danach haben wir uns ergeben und abschlachten lassen“, kritisierte Möckel. Kollege Acker strich drei Punkte heraus, die Wachenheim besonders gut machte: „Wir haben ein hohes Tempo angeschlagen, waren zweikampfstark und haben Leistadts Schwächen in der Rückwärtsbewegung gnadenlos ausgenutzt.“ Münch, der einen an Jan Weisenborn verursachten Foulelfmeter verwandelte (57.), Schubert (62.), Henri Steiniger (64.) und Mirko Rau (69.) erhöhten binnen weniger Minuten auf 9:0.

Ein zweistelliges Ergebnis schien sich bei noch mehr als 20 Minuten Restspielzeit anzubahnen. „Nach einer Stunde ist uns die Luft ausgegangen. Torwart Tobias Hoffer war unser bester Mann und hat ein noch größeres Debakel verhindert“, betonte Möckel. Sein Team habe sich zu wenig bewegt und oft nur zugeschaut. Ins Bild passt der Elfmeter, mit dem Nils Schmitt an Stephan scheiterte. Da war das Spiel aber schon gelaufen. „Es war eine gute Vorstellung von uns, aber wir können das Resultat einordnen“, lässt sich Acker nicht blenden.

RW Seebach II – TV Ellerstadt 1:0. In einer ausgeglichenen Partie profitierte Seebach bereits nach acht Minuten von einem groben Abwehrfehler der Gäste und ging mit einem Treffer von Eric Kohl, der einen fatalen Querpass erlief, in Führung. „Wir versuchten zwar, den Ausgleich zu erzielen, fanden gegen die gut organisierte Abwehr der Platzherren jedoch kein geeignetes Mittel“, erklärte Ellerstadts Co-Trainer Armin Jäger. Nach einem taktischen Foul und einem Foul and der Außenlinie verloren die Rot-Weissen Adrian Pavlowicz mit der Gelb-Roten Karte (43.).

Im zweiten Abschnitt versuchte Seebach in Unterzahl den Ellerstadter Spielaufbau zu unterbinden. „Mit Christian Schwindinger hatten wir einen überragenden Innenverteidiger auf dem Feld, der in jeder Situation die Ruhe behielt“, lobt Seebach Spielleiter Stefan Brodhag den Spielertrainer. Der Tabellenführer konnte aus der Überzahl kein Kapital schlagen und lief stattdessen Gefahr, ausgekontert zu werden. Viele Torraumszenen gab es jedoch nicht. Kurz vor dem Ende sah auch Ellerstadt Max Trefz die Ampelkarte (88.). Beim Sieger gefielen neben Schwindinger auch Lars Noe auf der ungewohnten Sechserposition und Außenverteidiger Jonas Scherrer.

TSV KönigsbachTuS Friedelsheim 7:1. Eine überraschend hohe Niederlage für die Gäste, deren Spielertrainer Tobias Bartnik nach Erklärungen suchte: „An diesem Tag sind unglaublich viele negative Dinge zusammengekommen.“ Da waren zum einen die unerwarteten Ausfälle. Marc Schumacher und Ilker Cirt mussten passen, Marco Frey meldet sich erkrankt ab. Wenigstens schaffte es Jamie Schmid, der kurz vor dem Anpfiff ankam und dafür sorgte, dass Bartnik das Team umbaute. Für den im Spiel verletzten Patrick Wetzler, der sich wohl einen Muskelfaserriss zuzog, kam Torhüter Enrico Demir als Feldspieler. Doch weil in der Pause Kevin Otterbach wegen einer Meniskusverletzung raus musste, ging Demir in den Kasten.

„Es herrschte Verunsicherung und Unruhe. Wir hatten nach einer Stunde schon viermal gewechselt“, berichtete Bartnik, der sich ebenfalls verletzte. Zu diesem Zeitpunkt stand es 3:0 für den TSV. Die Ordnung ging immer mehr verloren und Königsbach zog auf 7:0 davon. Das Ehrentor gelang Mergim Mehmetaj nach einem Foul an Christian Wagner – ein weitere Torhüter, der im Feld spielte – per Elfmeter (79.).

x