Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Offene Oasen für Kunstspazierende

In der farbigen Stadtmauer-Oase liest Hendrik Hoffmann aus seinen „Heimatfarben“.
In der farbigen Stadtmauer-Oase liest Hendrik Hoffmann aus seinen »Heimatfarben«. Foto: Ladwig

Besinnlich, unterhaltsam und poetisch geht es zu, wenn am kommenden Wochenende mehrere private Wachenheimer Gärten und Höfe für Besucher öffnen. Unter dem Titel „Kleine Heimaten“ lesen und spielen dort Künstler zu einem facettenreichen Thema.

Sich beheimatet zu fühlen, ist für den modernen Menschen längst nicht selbstverständlich. Im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz lädt der nachmittägige Wachenheimer Kunstspaziergang dazu ein, „Kleine Heimaten“ aufzuspüren. So hat Hendrik Hoffmann zur Thematik unterschiedliche Aspekte zusammengetragen. Weil die von ihm ausgesuchten Geschichten, Gedichte und Gedanken vielfältig gefärbt sind, nennt er seine Lesung „Heimatfarben“. Vorstellen wird er sie in der Stadtmauer-Oase: Der wild-romantische Garten liegt direkt an der Stadtmauer und bildet eine farbenfrohe Umgebung.

Die sechs Stationen, die am Samstag und Sonntag mit künstlerischen Darbietungen aufwarten, liegen nicht weit voneinander entfernt und sind gut zu Fuß erreichbar. „Jeder Vortrag dauert eine halbe Stunde und wird jeweils zur vollen Stunde wiederholt“, erklärt Projektleiterin Coralie Wolff. Die in Wachenheim lebende Schauspielerin, die zusammen mit Beate und Hendrik Hoffmann die Veranstaltung organisiert, freut sich über die Offenheit ansässiger Familien: „Spontan und begeistert öffnen sie für uns private Räume!“

Verweilen zur vollen Stunde

Verweilen können Besucher zu den Darbietungen jeweils um 14, 15 und 16 Uhr. Danach lässt sich der kulturelle Spaziergang beliebig fortsetzen. Geführt von Wegweisern, kann man einen weiteren Garten oder Hof aufsuchen und bei der nächsten Vorstellung eine andere Facette von Heimat kennenlernen.

Etwa in der Waldstraße 27 bei Familie Dietz/Eckert. Hier liest die Karlsruher Schauspielerin und Autorin Annette Röser aus Hermann Hesses „Siddhartha – eine indische Dichtung“. Suche und Sehnen nach Heimat prägt auch „Das Märchen von Pamrank“. Unter musikalischer Begleitung von Luay Qashqoush stellt Beate Hoffmann die Geschichte im Bornweg 12 bei Familie Vogler-Erlewein vor.

Musikalische Interpretationen

„Ich bleib noch’n bisschen“, heißt ein Programmtitel von Martina Gemmar. So nennt die Liedermacherin auch ihre musikalischen Interpretationen von „Heimat“, die sie in der Weinstraße 70 im Anwesen von Tina Rook zum Klingen bringt. In der Schlossgasse 5 bei Familie Popp sind Auszüge aus dem Roman „Die Taube“ von Patrick Süskind zu hören, vorgetragen vom Bremer Schauspieler Christian Aumer, der aus etlichen Fernsehproduktionen bekannt ist.

Märchenhaft geht es zu, wenn der Dürkheimer Figurenspieler Dieter Malzacher am Stadtmauerweg in Hoffmanns Garten einlädt: Mit seinen originellen Figuren interpretiert er das bekannte Motiv vom gewitzten Meisterdieb.

Im Anschluss an die Darbietungen laden die Veranstalter ab 17 Uhr zum Nachklang in den Stadtmauergarten ein. Am Samstag unterhält dort die Dürkheimer Schule „afrotamtam“ mit Trommelmusik und an beiden Tagen gibt es Speisen und Getränke.

Termin

Der Wachenheimer Kulturspaziergang findet am 21. und 22. September ab 13.30 Uhr statt. Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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