Hallenhockey RHEINPFALZ Plus Artikel Nur ein Punkt aus zwei Spielen für Dürkheimer Herren

Philipp Krauß (Nummer 11) erzielt das 4:5 gegen RW München.
Philipp Krauß (Nummer 11) erzielt das 4:5 gegen RW München.

Beim Auswärts-Wochenende in München in der Ersten Hockey-Regionalliga Süd wäre sowohl beim 6:6 (2:5) gegen Rot-Weiß München als auch beim 7:11 (2:7) gegen den ASV München vielleicht mehr drin gewesen.

DHC-Trainer Andreas Schanninger war frustriert. „In beiden Spielen hatten wir ein wirklich schlechtes Viertel, dazu kommen immer wieder Karten wegen Meckerns“, glaubt er, dass mehr möglich gewesen wäre. „Durch unnötige Fehler haben wir uns um eine bessere Ausgangsposition gebracht.“ Trotzdem bescheinigt er seinem Team eine gute Comeback-Mentalität. „Man hat ihre Bemühungen gesehen, sie haben zwischendurch richtig Gas gegeben“, schlagen zwei Herzen in seiner Brust.

Beide Spiele verliefen ähnlich. Einem guten Anfang folgte ein miserables zweites Viertel. In der zweiten Hälfte begann dann die Aufholjagd. Da stand plötzlich eine aggressive Mannschaft auf dem Platz, die das Spiel noch drehen wollte. Gegen RW München war es ein Drei-Tore-Rückstand, den der DHC zwischenzeitlich sogar in eine Führung umwandeln konnte. Gegen den ASV aber war der Fünf-Tore-Rückstand eine zu große Hypothek.

Beide Mannschaften mit Remis unzufrieden

Über die gesamte Spielzeit gesehen, war das 6:6-Unentschieden am Samstag bei Rot-Weiß München sicherlich gerecht. Nach dem Spiel waren jedoch beide Teams mehr als unzufrieden über das Ergebnis, brachte der Punkt doch niemanden weiter. Der DHC begann gut, erarbeitete sich bereits nach einer Minute die erste Ecke und ging nach der zweiten Ecke in der sechsten Minute durch Sebastian Dörr in Führung. Kurz vor Ende des Viertels glich München durch Niklas Burger aus, die Hausherren wurden stärker.

Das zweite Viertel gehörte RW München, abermals Burger erzielte das 2:1, der DHC kam in dieser Phase kaum mehr in die Nähe des Tors. Cedric Surmann erhöhte für München auf 3:1. Dass die Führung nicht noch höher ausfiel, ist der schlechten Eckenverwertung der Münchner, die neun Ecken nicht im Tor unterbrachten, und Dürkheims starkem Torhüter Alex Riedle zu verdanken.

Teils hektische, emotionale Partie

Drei Minuten nach Wiederanpfiff fiel gefühlt aus dem Nichts das 2:3 durch Lasse Nehrdich, das Tor war ein Weckruf für den DHC. Waren sie im zweiten Viertel kaum noch vorne, rannten die Dürkheimer nun hochmotiviert aufs Münchner Tor zu. Zwar bekam Nehrdich kurz darauf eine fragwürdige fünfminütige Strafe, und Rot-Weiß erhöhte durch Burger und Tobias Hartmann auf 5:2, aber das schien den DHC nicht zu stören. Noch zweimal Nehrdich (40., 51.) und Philipp Krauß (43., Ecke) schafften den 5:5-Ausgleich. Dann war es wieder Nehrdich, der den DHC sechs Minuten vor dem Ende in Führung brachte: Er knallte die nächste Strafecke mit einem strammen Schuss direkt ins Tor. München nahm den Torwart raus, zwei Minuten später stand es tatsächlich wieder unentschieden durch Maximilian Kern, der Torhüter kam zurück. Die Partie war teils hektisch und emotional, vor allem der DHC brachte sich durch zwei Grüne und zwei Gelbe Karten selbst in Bedrängnis.

Sehr fragwürdig war die Aktion von Münchens Torhüter gegen Dominik Mehrain, als er den quer durch den Kreis laufenden DHC-Stürmer umrannte, ohne dass der Ball in der Nähe war. Die Schiedsrichter entschieden auf Ecke für den DHC. Die Münchner sahen kein Fehlverhalten, man hätte aber auch über eine Karte für ihn nachdenken können.

Erneut frühe Führung verspielt

Eine gute Leistung zeigte Rückkehrer Christopher Matz. Zwar war dem Routinier die fehlende Kondition anzumerken, aber mit seiner Übersicht und Erfahrung sorgte er für Ruhe und Stabilität in der Abwehr. Doch Matz musste aus familiären Gründen bereits am Samstag wieder nach Hause fahren.

Das Sonntagsspiel verlief ähnlich. Nach der 1:0-Führung für Dürkheim durch Krauß in der vierten Minute nach einem schönen Solo glich der ASV kurz danach durch einen Siebenmeter von Fabian Fritsche aus und ging durch Jakob Geißler sogar in Führung (6.). Die erste Dürkheimer Ecke nutzte Sebastian Dörr nach zehn Minuten zum 2:2, Hanns Kirchhoff brachte den ASV wieder in Führung (13.). Dann kam das zweite Viertel, in dem die Dürkheimer keine Angriffe mehr aufziehen konnten, die Abwehr ließ sich mehrfach ausspielen. Zweimal Geißler (18., 29.), Fritsche (22.) und Linus Müller (23.), jeweils nach einer Ecke, sorgten für den 7:2-Halbzeitstand für die Gastgeber. Der ASV war in allen Belangen schneller und wacher und sehr effektiv im Abschluss.

Zu späte Aufholjagd

Doch der DHC gab nicht auf. Mit viel mehr Elan und Willen kamen die Dürkheimer aus der Kabine. Leon Franken (33.) schaffte den Anschlusstreffer. Nun ging es hin und her, David Wittmann für den ASV (40.), Krauß (43.) und Nehrdich (44.) für den DHC trafen ins Tor. Nach dem neunten Münchner Tor durch Geißler (51.) versenkte Nehrdich abermals eine Ecke zum 6:9 (52.). Zweimal verließ DHC-Torhüter Alexander Riedle nun sein Tor für einen zusätzlichen Feldspieler, aber beide Male nutze der ASV das für einen Gegentreffer durch Fritsche (54.) und Christian Axhausen (58.). Krauß hatte dazwischen noch einmal für den DHC getroffen (56.). So endete das Spiel etwas zu hoch mit 7:11.

Durch den Sieg von RW München am Sonntag gegen den Limburger HC und die Ludwigshafener Niederlage in Würzburg ist der TFC Ludwigshafen nun Tabellenletzter in der ersten Regionalliga, der DHC rutschte auf Rang fünf ab. In den Spielen gegen Limburg und Ludwigshafen ist aber für Dürkheim noch alles drin.

Sebastian Dörr lässt gegen ASV München gleich zwei Gegner stehen.
Sebastian Dörr lässt gegen ASV München gleich zwei Gegner stehen.
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