Wachenheim
Nils erklärt: Wurmpaket kommt gleich! – Womit Amseln ihre Jungen füttern
Im Garten des Wachenheimer Bürgerspitals grünt und blüht es. Zwischen den Gänseblümchen sucht eine Amsel nach Nahrung. Sie braucht ordentlich große Portionen, weil im Nest hungrige Junge auf Futter warten.
Auf unserem Foto siehst du ein Amselmännchen. Das erkennt man am schwarzen Gefieder und am orange-gelben Schnabel. Die Weibchen sind dagegen dunkelbraun gefärbt. Amseln gehören zur Vogelfamilie der Drosseln und werden auch Schwarzdrosseln genannt. Sie sind in Europa die häufigste und bekannteste Drosselart.
Regenwürmer gehören zu ihrer bevorzugten Nahrung. Die Amsel im Bürgerspital hat also beste Kost für ihren Nachwuchs gefunden. In der Nähe liegen die Jungen im Nest versteckt. Gebrütet wird bei den Schwarzdrosseln früh im Jahr: Schon Ende Februar kann es losgehen. Sie sind „Freibrüter“, ziehen also ihre Jungen nicht in Höhlungen auf. Ihr schalenförmiges Nest bauen sie in Bäumen, Sträuchern und Hecken.
Gut versorgt mit Würmern und Beeren
Wenn die Amsel nach Futter sucht, hüpft sie immer ein Stück über den Boden und bleibt zwischendurch still sitzen. Mit schief gelegtem Kopf beobachtet sie aufmerksam eine Bodenstelle. Hat sie Bewegungen einer Beute entdeckt, wird schnell mit dem Schnabel zugestoßen.
Die Eier brütet das Amselweibchen allein aus. Aber wenn die Kleinen geschlüpft sind, sorgen beide Elternvögel für Nestverpflegung: Die Jungen bekommen zuerst fast nur tierische und weiche Kost wie Würmer und Insektenlarven. Um gut zu wachsen, brauchen sie viel Eiweiß. Das „Wurmpaket“ im Schnabel vom Amselvater ist ein richtiges Power-Menü für hungrige Schnäbel. Später werden auch Beeren und andere Früchte verfüttert.
Etwa zwei Wochen dauert es, bis die Jungen das Nest verlassen. Dann beginnt für sie eine gefährliche Zeit. Sie können in den allerersten Tagen noch nicht richtig fliegen. Viele von ihnen sterben durch Straßenverkehr oder jagende Katzen. Zwischen Nestlingszeit und Selbstständigkeit wartet also manche Gefahr. Hoffen wir, dass die Kleinen alles gut überstehen. Gut versorgt werden sie jedenfalls!