Bad Dürkheim / Kallstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Nicht Kallstadt: Trumps Urahn kommt aus einem anderen Pfälzer Dorf

Eine Reproduktion der englischen Fassung der Geburtsurkunde von Friedrich Trump.
Eine Reproduktion der englischen Fassung der Geburtsurkunde von Friedrich Trump.

Dass Donald Trumps Großvater aus Kallstadt stammt, ist seit dem Besuch von Friedrich Merz wieder in aller Munde. Doch ein Urahn der Trumps kommt aus einem anderen Dorf.

„Trump ist mehr Kallstadter als viele Kallstadter, die dort heute leben“, sagt Ahnenforscher Michael Wolf – und lacht. Wolf hat selbst einen Großvater, der aus dem mittlerweile wieder berühmten Dorf stammt. Nur: Sowohl Großmutter als auch Großvater des jetzigen Präsidenten stammen aus Kallstadt.

Seit seiner Schulzeit beschäftigt sich der Bad Dürkheimer mit Ahnenforschung – die Aufgabe, einen Stammbaum seiner Familie zu zeichnen, weckte damals sein Interesse. Seitdem liegen ungezählte Stunden hinter ihm, in denen er Kirchenbücher, Huldigungslisten und andere historische Dokumente in Archiven der Region und darüber hinaus wälzte.

Kein Trump-Fan

Wolf, soviel kann man sagen, ist kein erklärter Trump-Fan. Als sich dieser das erste Mal um das Präsidentenamt bewarb, begann der 51-Jährige aber damit, dessen Stammbaum zu verfolgen. Der Hobby-Genealoge bestätigte viele Erkenntnisse – etwa die Verwandtschaft Trumps mit der Familie Heinz, die ebenfalls aus Kallstadt stammt und in den USA ein Ketchup-Imperium aufbaute. Er förderte aber auch Neues zu Tage, wie die Tatsache, dass der US-Präsident und der Bad Dürkheimer CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger gemeinsame Vorfahren – die Familie Fischer aus Dürkheim – haben.

Michael Wolf
Michael Wolf

Seine jüngste Erkenntnis lässt ebenfalls aufhorchen: Demnach ist der US-Präsident weitläufig mit dem früheren, mittlerweile verstorbenen Bundespräsidenten Horst Köhler verwandt. Dieser hatte Vorfahren mit dem Familiennamen Kohl, die seit dem 17. Jahrhundert in Bobenheim am Berg und Kirchheim lebten. Mit der Familie des Altkanzlers aus Oggersheim, versichert Wolf, habe diese Linie aber nichts zu tun.

Trump hat dafür gleich zwei Adelslinien in seinem Stammbaum, wo sich ein gewisser Gallus Tuschelin, Geheimer Rat und Vicekanzler des Herzogtums Zweibrücken, findet. „Die adeligen Vorfahren von Tuschelins Ehefrau Susann von Castellum/von Castellaun lassen sich bis ins zwölfte Jahrhundert zurückverfolgen“, so der Ahnenforscher. Die zweite adelige Abstimmung hat Wolf über die Familie von Weidel/von Wedel festgestellt, die aus der Mark Brandenburg Mitte des 17. Jahrhunderts nach Kaiserslautern kam. Auch diese Linie könnte laut Wolf bis ins zwölfte Jahrhundert zurückreichen.

„Pälzer Mädel vergesst sei Sproch net“

Während Trump seinen Großvater Friedrich (Frederik), der 1918 starb, nie kennenlernte, verschied seine Großmutter Elisabeth, geborene Christ, erst 1966 in New York. Sie stammte wie Friedrich aus Kallstadt und war eine Nachbarstochter der Trumps. Wolf hält es für möglich, dass sie mit dem 1946 geborenen US-Präsidenten sogar Pfälzisch gesprochen hat: „E Pälzer Mädel vergesst sei Sproch’ net“, sagt Wolf dazu.

Doch wie kamen Trumps Vorfahren überhaupt in die Pfalz? Auch dazu hat der Diplom-Finanzwirt geforscht – und ist auf einen „Stammvater“ gestoßen: Gerichtsmann Hanß Trump, der vor dem 4. Juni 1682 in Ellerstadt verstorben ist. Trump hatte drei Söhne, von denen sich zwei in Bobenheim am Berg niederließen und einer nach Kallstadt zog. In direkter Manneslinie stammt Trump von Hanß Philipp Trump und von dessen Bruder Georg Adam Trump ab.

Donald Trump
Donald Trump

Doch Wolf treibt etwas anderes um: „Die Frage ist: Wann kamen die Trumps in die Pfalz?“, rätselt der Ahnenforscher. Ellerstadt sei wie viele Landstriche nach dem Dreißigjährigen Krieg weitgehend menschenleer gewesen. Er könne sich vorstellen, dass Trumps Vorfahren damals aus Württemberg übersiedelten. Der Name sei dort ebenfalls verbreitet und damals seien von der anderen Rheinseite viele Menschen in die Pfalz gekommen. Aber das sei lediglich eine Vermutung von ihm, betont Wolf.

Und wie ist es eigentlich um seine eigene Verwandtschaft zum US-Präsidenten bestellt? „Zwischen acht und zehn Prozent seiner Ahnen habe ich auch in meinem Stammbaum“, sagt der 51-Jährige. Dass es in Trumps zweiter Amtszeit zu einem „Familientreffen“ in der Pfalz kommt, glaubt der Ahnenforscher nicht: „Trump hat schon oft etwas vollmundig verkündet und dann die Rute eingezogen.“

x