Weisenheim am Sand RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Pfarrer Martin Lenz: Rückkehr ins Paradies

Der Neue: Martin Lenz
Der Neue: Martin Lenz

Am Sonntag wird sich Pfarrer Martin Lenz offiziell seiner neuen Gemeinde mit einem Gottesdienst am Weisenheimer „Keschdeberg“ vorstellen. Für den gebürtigen Ludwigshafener geht es damit zurück in die vorderpfälzische Heimat.

„Nach 25 Jahren in der Westpfalz geht es zurück ins Paradies.“ So antwortet Martin Lenz, wenn er gefragt wurde, wohin es denn gehen solle. Der 58-Jährige war seit 1999 Gemeindepfarrer in Lambsborn und Bechhofen kurz vor der Grenze zum Saarland gewesen. Zwar hatte sich die Familie dort wohlgefühlt, aber in letzter Zeit kam der Wunsch auf, den Eltern und der Schwiegermutter, die immer noch in Ludwigshafen leben, wieder näher zu kommen. „Jetzt war die Chance da, noch selbstbestimmt zu wechseln und die Pfarrstelle dann auch einige Jahre ausfüllen zu können“, sagt der Vater dreier erwachsener Söhne.

Mit seinem Vorgänger Pfarrer Ralph Krieger ist Lenz seit der Studienzeit befreundet. Nachdem der ans Dekanat nach Pirmasens gewechselt ist, hat er seinem Freund die Weisenheimer hoch angepriesen. Es sei eine sehr aktive Gemeinde. Da die Kirchengemeinde das Besetzungsrecht hat, stellte Lenz sich dem erweiterten Presbyterium vor. Die Sympathie schien auf beiden Seiten zu sein, die Entscheidung für ihn fiel schnell. Da die Familie Lenz immer viele Kontakte in die Vorderpfalz bewahrt hat, rücken sie nun den alten Freunden ebenfalls wieder näher.

Pandemie bremst auch kirchliches Leben aus

Dienstbeginn für den neuen Pfarrer war der 1. Juli, zunächst ist Lenz noch gependelt. Vor drei Wochen ist er mit seiner Frau und dem jüngsten Sohn ins Weisenheimer Pfarrhaus umgezogen. Nachdem sich das Chaos der ersten Tage gelichtet habe, hätten sie sich im Haus gut eingelebt. Auch die Gemeindemitglieder hätten ihn gut aufgenommen. „Es ist allerdings ein bisschen schwieriger, als ich es mir vorgestellt hatte“, gesteht er.

Denn die Corona-Pandemie bremse natürlich auch das kirchliche Leben aus. Da Gruppen und Kreise derzeit nicht stattfinden können, habe er noch nicht sehr viele Menschen kennengelernt, bedauert Lenz. Vieles sei organisatorisch schwierig. Er hofft, dass bald wieder Gruppenarbeit möglich sein wird. Vor allem für die Konfirmanden wünscht er sich das. Freizeiten, die er immer so gerne gemacht hat, könne er im Moment nicht planen. Gerade in der Jugendarbeit würden aber viele Helfer schon mit den Hufen scharren, weiß der neue Pfarrer um reichlich ehrenamtlich Mitarbeitende.

Studium als Organist finanziert

Dass er Pfarrer geworden ist, habe sich aus seiner Lebensgeschichte ergeben, berichtet Lenz. „Meine Eltern waren immer sehr aktiv in der Kirche. Ich bin da reingewachsen, habe Kindergottesdienste gemacht und die Jugendleiterausbildung.“ Die Musik habe auch ihren Teil beigetragen. Lenz ist ausgebildeter C-Kirchenmusiker, hat sich sein Studium in Heidelberg als Organist finanziert. Die Vikariatszeit hat er in Haßloch verbracht, und bevor es ihn in die Westpfalz verschlug, war er von 1995 bis 1999 Gemeindepfarrer zur Dienstleistung in Kaiserslautern-Morlautern.

In Weisenheim möchte er nun die Arbeit seines Vorgängers weiterführen. In Zukunft stehen einige bauliche Herausforderungen an. Da die Kirchengemeinde finanziell gut aufgestellt sei, glaubt er, dass die Sanierungen des Kircheninnenraums und des Gemeindehauses gelingen werden. Für den geplanten Rückbau der Orgel auf ihren ursprünglichen Zustand sei ebenfalls bereits ein guter Grundstock aus Spenden vorhanden.

Einführungsgottesdienst schon „ausgebucht“

Demnächst wird auch in Weisenheim am Sand die im Frühjahr ausgefallene Konfirmation an fünf Terminen zwischen September und Dezember nachgeholt werden. Wie Weihnachten gefeiert wird, weiß er noch nicht, aber: „Einen traditionellen Familiengottesdienst mit Krippenspiel wird es sicher nicht geben.“ Lenz wird sich am Sonntag die örtlichen Gegebenheiten im Ludwigshain genau ansehen. „Vielleicht kann man da einen Weihnachtsgottesdienst in abgespeckter Form anbieten, möglicherweise sogar zusammen mit der katholischen Kirche“, überlegt er laut.

Der Einführungsgottesdienst am Sonntag ist mit 250 Besuchern bereits „ausgebucht.“

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