Gegenüber RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Amtsgerichtsdirektor: Rückkehr nach Dürkheim angestrebt

Mit 42 Jahren neuer Direktor am Dürkheimer Amtsgericht: Daniel Hoffmann.
Mit 42 Jahren neuer Direktor am Dürkheimer Amtsgericht: Daniel Hoffmann.

Daniel Hoffmann ist in Heidelberg geboren und wohnt in Wachenheim, trotzdem sei er ein Dürkheimer, sagt der neue Direktor des Amtsgerichts.

Im Alter von sechs Wochen ist er in die Kurstadt gekommen, ist hier aufgewachsen, seine Frau stammt aus Dürkheim, Eltern und Schwiegereltern leben hier und nun arbeitet der 42-Jährige hier.

Schon in der Schulzeit hätten ihn Gesetze interessiert, erzählt Hoffmann. Das habe sich noch verstärkt, als im Sozialkundeunterricht am Werner-Heisenberg-Gymnasium das Grundgesetz behandelt wurde. Trotzdem sei es „wahnsinnig schwierig gewesen“, sich für eine berufliche Richtung zu entscheiden. Hoffmann kommt aus einer Medizinerfamilie. Aus diesem Grund habe er auch ein Medizinstudium in Betracht gezogen. Und während seines Zivildiensts bei der Lebenshilfe habe er erwogen, soziale Arbeit zu studieren.

Richteramt als Ziel

Es wurde dann doch Jura. Studiert hat Hoffmann in Mannheim, dort absolvierte auch seine Freundin und heutige Ehefrau ihre Ausbildung. Im Studium sei schon bald Zivilrecht sein Schwerpunkt gewesen, das habe ihn am meisten interessiert und er habe neben dem Studium am zivilrechtlichen Lehrstuhl gearbeitet. Während des Referendariats traf er eine Entscheidung: „Ich hatte den Eindruck, dass mir das Richteramt am besten gefallen würde“, so Hoffmann. Er habe nicht als Staatsanwalt Entscheidungen der Richter hinnehmen, sondern selbst entscheiden wollen. Zudem habe man als Richter ein deutlich breiteres Tätigkeitsfeld.

Hoffmann erzählt, dass er sich nach dem Zweiten Staatsexamen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg beworben habe. Rheinland-Pfalz habe schneller reagiert. Zudem sei ihm in Aussicht gestellt worden, dass er wahrscheinlich eine Stelle am Landgericht Landau bekommen werde.

„Nicht zu schnell festlegen“

So kam es 2008 dann auch, doch war die Hälfte der Stelle dem Strafrecht zugeordnet. „Ich war totaler Zivilrechtler, mit Strafrecht hatte ich gar nichts am Hut“, erzählt Hoffmann. Mit der Zeit habe ihm Strafrecht zunehmend Spaß gemacht. „Ich habe gemerkt, dass man sich in seinen persönlichen Vorlieben nicht zu schnell festlegen sollte.“

Über 13 Jahre hat der Dürkheimer am Landgericht Landau gearbeitet. 2012 wurde er zum Richter auf Lebenszeit ernannt, 2017 wurde er Vorsitzender Richter. Den überwiegenden Teil der Zeit war Hoffmann sowohl im Zivil- als auch im Strafrecht tätig. Einige Zeit war er Präsidialrichter. „Der unterstützt den Präsidenten bei der Verwaltungsarbeit“, erklärt Hoffmann. So habe er auch Erfahrung im Bereich Justizverwaltung gesammelt.

Neuanfang in vertrauter Umgebung

Was durchaus von Bedeutung für seine jetzige Stelle als Direktor des Amtsgerichts ist. Die Direktorenstelle am Dürkheimer Amtsgericht habe ihn schon lange gereizt. Nicht etwa, weil es ihm am Landgericht Landau nicht gefallen habe – „ich habe mich dort sehr wohl gefühlt“ –, sondern, „weil ich Dürkheimer bin“. Trotzdem sei es ihm nicht leichtgefallen, das Landauer Landgericht zu verlassen. Doch sei ein beruflicher Neuanfang in einer vertrauten Umgebung durchaus reizvoll.

„Ich bin hier sehr nett empfangen worden und habe mich gleich wohlgefühlt“, sagt Hoffmann. Da Bad Dürkheim ein kleines Gericht ist, sei die Atmosphäre sehr familiär. „An kleinen Gerichten ist ein ganz anderer Zusammenhalt möglich“, sagt Hoffmann. Was dazu beitrage, dass kleine Gerichte in der Regel sehr gut funktionierten. Das gelte auch für Bad Dürkheim. „Es ist ein gut aufgestelltes Haus mit einer überwiegend jungen Belegschaft“, hebt Hoffmann hervor. Und er lobt, dass seine Vorgängerin sowie die Kollegen und Mitarbeiter ihn bei der Einarbeitung unterstützen.

Elektronische Akte wird eingeführt

„Das Haus soll weiter gut laufen“, nennt Hoffmann als sein vorrangiges Ziel. „Es gibt schon ein, zwei Baustellen, wo ich etwas ändern will“, sagt der neue Direktor. Was diese Baustellen sind, will er nicht sagen. Zwei Änderungen, von denen die eine in Vorbereitung und die andere gerade umgesetzt ist, hat nicht er veranlasst, sondern das Justizministerium: „Die elektronische Akte im Zivil- und Familienrecht wird wahrscheinlich noch in diesem Jahr eingeführt“, weiß Hoffmann und fügt hinzu: „Ich begrüße das, es hat viele Vorteile, doch es wird nicht ganz einfach, sich umzustellen.“

Die andere Neuerung führt er nicht ohne Stolz vor: Eine Videokonferenzanlage für Zivilverfahren, durch die nicht alle Beteiligten vor Ort sein müssen. Neben seinen Aufgaben als Direktor ist Hoffmann als Zivilrichter für Unterbringungen, Nachlassverfahren, Landwirtschaftsverfahren, Grundbuchsachen, Verfahren nach dem Wohnungseigentumsgesetz und teilweise Familienrecht zuständig.

In seiner Freizeit macht der Vater einer Tochter und eines Sohnes „viel Sport, vor allem Fahrrad fahren“ und spielt klassische Gitarre.

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