Tischtennis
Neue Turnieridee soll Wartezeit überbrücken
Nachdem die Saison 2020/2021 abgebrochen wurde und ein „normaler“ Start in die neue Runde noch unsicher ist, droht eine fast zwölfmonatige Tischtennispause. Bereits seit vergangenem Oktober wurde mit dem sogenannten Weihnachts-Lockdown das Tischtennisspiel in Training und Meisterschaft eingestellt. Turniere an den Steinplatten in Schulhöfen kommen im Saarland mehr in Mode, in der Pfalz will man in weiten Teilen nichts von der Alternative wissen. Darüber hinaus vertreiben sich die Spieler neben Schattenübungen auch mit Online-und Stabilisationstraining die lange Wartezeit.
„Für einen Re-Start sollen die Spieler und Spielerinnen aber nicht bis zur nächsten Spielzeit warten müssen, wenn die Hallen vorher wieder geöffnet werden“, geben die Veranstalter des Sommer-Team-Cups aus, den der DTTB nun auf die Beine gestellt hat. Es ist ein Mannschaftswettbewerb, der Spielern und Spielerinnen die Möglichkeit bieten soll, trotz der anhaltenden Pandemie wieder an die Platte zurückzukehren.
Pandemielage muss Wettkämpfe erlauben
„Zunächst würde ich mich riesig freuen, wenn es mal wieder möglich wäre, an die Tische zu gehen, sich auszutoben und sich im Verein zu treffen. Es fehlt alles, das Training, die Bewegung im Tischtennis und natürlich auch die Wettkämpfe, das Salz in der Suppe“, erklärt Wolfgang Muhrer, Abteilungsleiter der Tischtennisspieler vom TuS Wachenheim.
Das Turnierformat wurde flexibel gehalten. „Voraussetzung für die Durchführung ist, dass die Pandemielage und die lokalen Hygienekonzepte solche Wettkämpfe erlauben und die Hallen wieder geöffnet sind“, geben die Veranstalter bekannt. „Prinzipiell finde ich die Planung von so einem Turnier nicht schlecht. Ob es umsetzbar ist, und ob viele Mannschaften daran teilnehmen, bleibt abzuwarten“, entgegnet Andreas Pitz, Abteilungsleiter der Tischtennisspieler vom TV Gönnheim.
Für Champions-Gruppe qualifizieren
Dabei sein dürfen alle spielberechtigten Akteure, die einen Spielstärkewert von maximal 1900 QTTR-Punkten und einen kostenlosen Account bei der Ergebnisplattform myTischtennis.de haben. Zumindest am Spielstärkewert dürfte es in der Region bei kaum einem Spieler scheitern. Selbst die besten Akteure weisen wenig mehr als 1800 Punkte auf. Teams dürfen dabei unabhängig von Vereinszugehörigkeit, Geschlecht und Alter formiert werden. Mindestens drei und maximal sechs Spieler sind es pro Mannschaft. Es gibt zwei Leistungsklassen, die nach Spielstärken eingeordnet sind. „ Bei einem Sommerturnier bin ich ein wenig zwiegespalten. Vorausgesetzt, dass die Hallen wieder offen sind, könnte ich mir schon vorstellen, dass einige Interesse hätten mitzumachen. Dazu fände ich es aber auf jeden Fall gut, vorher einige Trainingseinheiten zu absolvieren“, meint Wachenheims Wolfgang Muhrer.
Für den Turnierauftakt werden die gemeldeten Mannschaften nach geografischen Gesichtspunkten in Vierergruppen eingeteilt. Jede Mannschaft spielt einmal gegen jedes andere Team. Nach dieser ersten Runde werden die Erst- und Zweitplatzierten unter Berücksichtigung möglichst kurzer Fahrtwege in Champions-Gruppen eingeteilt. Analog dazu kommen auch die Dritt- und Viertplatzierten in neue Gruppen.
Regional- und Bundesfinalturniere denkbar
Gespielt wird ohne Doppel. Jeder Spieler bestreitet zwei Einzel. Ausgespielt werden soll das Turnier vom 30. Mai bis zum 29. August. Sollte es die Pandemielage zulassen, können auch noch Regional- und Bundesfinalturniere ausgetragen werden. Laut DTTB sind Anmeldungen ab dem 17. Mai möglich.
Beim TV Gönnheim scheint ein anderer Ablauf wahrscheinlicher, wenn wieder gespielt werden darf. „Ich würde eher Freundschaftsspiele gegen umliegende Vereine veranstalten. Die sind dann eher zwanglos und gesellschaftlicher“, erklärt Andreas Pitz. Er sehe auch nicht zwingend den richtigen Zeitpunkt für die Austragung des Turniers, denn es sei noch nicht absehbar, wann die Hallen wieder geöffnet werden dürfen. „Für unsere Spieler ist es nicht interessant, weil die Resonanz auch hier eher zurückhaltend und abwartend ist“, fügt Pitz an. Auch, weil sein TVG mit seiner kleinen Halle für ein Turnier eher nicht in Frage käme.
Vereltzungsgefahr bei Spiel ohne Training
„Auf keinen Fall ohne Training ein Turnier spielen. Ich sehe da ein gewisses Risiko an Verletzungen, hauptsächlich bei den Älteren, da viele sich anderweitig bewegt oder vielleicht gar nichts gemacht haben“, meint der Wachenheimer Wolfgang Muhrer und will seine Spieler zumindest vor dem Turnier noch einmal zum Training begrüßen. Das der Termin für die Wettbewerbe nicht optimal sei, weiß Muhrer aus der Erfahrung von unzähligen Bezirksturnieren.
„Ich finde den Sommer generell nicht unbedingt gut, um in der Halle Sport zutreiben, aber es ist auch nicht jeden Tag brütend heiß“, erklärt er. Der TuS steht jedoch auch hier, wie bei laut Muhrer bei vielen Wettbewerben für eine Turnierdurchführung zur Verfügung. „ Aber ich denke, dass ist noch Zukunftsmusik und bin froh und glücklich, wenn es nach den Sommerferien wieder losgehen würde“, blickt Muhrer in die Zukunft.