Gegenüber RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Leiterin des Kulturbüros: Über ihre Pläne und ihren ersten Wurstmarkt

Yvonne Petrina hat Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte studiert.
Yvonne Petrina hat Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte studiert.

Seit einem guten Monat leitet Yvonne Petrina das Kulturbüro der Stadt Bad Dürkheim. Seither hatte sie schon einiges zu feiern – das ganz große Fest steht ihr aber noch bevor.

Für Ausbildung und Beruf ist Yvonne Petrina schon viel herum gekommen. Mit der Stelle als Leiterin des Kulturbüros in Bad Dürkheim geht die 45-Jährige nun einen „Schritt zurück in Richtung Heimat“. Sie stammt aus Idar-Oberstein. Und das hilft ihr im neuen Arbeitsalltag doch enorm, wie sie findet. „Der Hunsrücker Dialekt macht mir vieles leichter“, sagt sie mit Blick auf den Pfälzer Zungenschlag. Denn der Hunsrücker Dialekt sei noch eine „Spur härter“, führt sie fort und lacht.

Überhaupt lacht Petrina viel im Gespräch. Sie sei schon sehr gut in Bad Dürkheim aufgenommen worden, erzählt sie. „Ich fühle mich total wohl hier, habe nette und freundliche Kollegen, die dafür brennen, was sie machen“, sagt sie. In Gesprächen seien ihr schon viele Ideen unterbreitet worden – „auch aus der Bevölkerung“. Derzeit lernt sie alles kennen, was zu ihrem Job dazugehört, die Menschen, die Einrichtungen, aber auch über die aktuellen Entwicklungen in der Stadt wie die Straßennamendebatte.

Studiert hat sie ein „Orchideenfach“, wie sie es selbst sagt, also ein eher außergewöhnliches Studienfach. In ihrem Fall: Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte. Studiert hat sie in Mainz und Wien, sie promovierte an der Universität Oxford. Dabei führten sie ihre Forschungen auch in die Türkei. In München hatte sie einige Zeit eine Vertretungsprofessur an der Ludwig-Maximilians-Universität inne. Das habe Spaß gemacht, sagt sie, aber das Hangeln von Jahresvertrag zu Jahresvertrag in der Wissenschaft sei schwierig gewesen, gerade mit drei Kindern.

Der Wunsch nach einer unbefristeten Beschäftigung und die Begeisterung für das Arbeiten mit Kindern hätten sie dann bewogen nach Fulda zu wechseln. Sie wurde Leiterin der dortigen Kinder-Akademie. Über fünf Jahre war sie dort. Die Arbeit habe ihr Freude gemacht. Der „Liebe wegen“ wollte sie aber in die Pfalz wechseln. Inzwischen ist sie in Weisenheim am Sand heimisch geworden. Die Stelle in Bad Dürkheim beendet somit eine jahrelange Fernbeziehung und eröffnet ein neues Kapitel.

Breitenförderung liegt ihr am Herzen

Eingestiegen in Bad Dürkheim sei sie gleich mit den Feiern der 50. Jubiläen von Musikschule und Offener Kreativ-Werkstatt: „Ich kam hierher und musste feiern“, sagt sie und lacht wieder. Aktuell läuft der Limburg-Sommer und auch eine andere Sache mit Limburg-Bezug wird sie beschäftigen: 2025 feiert die Klosterruine 1000-Jähriges. Hierfür wurden vor Kurzem gerade die ersten Ideen gesammelt.

Sie werde ihre Ideen aus Fulda auch in Bad Dürkheim einbringen, kündigt Petrina an. Am Herzen liege ihr das Thema Breitenförderung. Sie wolle Menschen erreichen, die vielleicht sonst nicht den Zugang zu Kultur haben.

Ihre Freizeitgestaltung ist von ihren kulturellen Interessen geprägt. So lese sie gerne und viel, besuche Museen und Festivals. Unterhalten lasse sie sich aber auch von „True Crime“-Podcasts und einmal im Jahr gehöre auch der Eurovision-Song-Contest unbedingt in ihr Programm.

Bad Dürkheim kannte sie übrigens schon von früher, berichtet sie. So gebe es von ihr Kinderfotos mit Riesenfass im Hintergrund. Nun hat sie mit Dürkheimer Wahrzeichen und Heiligtümern viel zu tun. Denn auch beim Wurstmarkt ist die Leiterin des Kulturbüros gefordert, etwa mit dem Eröffnungsspiel. Da seien jüngst zwei Darsteller ausgefallen, erzählt sie. Petrina musste neue Kräfte suchen. Gar nicht so einfach, wenn man sich die Kontakte und Netzwerke eigentlich noch aufbauen muss. Aber über Bekannte habe sie doch für Ersatz sorgen können, sagt sie. Und auch das gesamte Fest ist für sie Neuland: Der Wurstmarkt 2023 wird ihr erster.

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