Bad Dürkheim Neue Farben für die Beläge der Schläger

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«BAD DÜRKHEIM.» Immer wieder kommt der Tischtennis-Weltverband ITTF mit neuen innovativen Ideen um die Ecke. Zum Beispiel der Umstieg vom Zelluloid- auf den Plastikball, oder die neue Zählweise zur Jahrtausendwende. Nun greift der ITTF teilweise wieder auf Regeln der Vergangenheit zurück.

„Es hört sich schon ein bisschen seltsam an. Es ist doch alles gut so wie es ist“, sagt die künftige Pfalzligaspielerin des TuS Wachenheim Sabrina Wehrhahn. „Wirklich? Das klingt erst einmal komisch“, sagt Christopher Müller vom Bezirksklasse-Aufsteiger TTC Bad Dürkheim erstaunt. Ausschlaggebender Punkt der Gedankenspiele ist, dass es wieder zu einer Änderung in der chinesischen Volkssportart kommen wird. Ein Schläger war bislang auf einer Seite mit einem schwarzen, auf der Kehrseite mit einem roten Belag zu bedecken. Die schwarze Belagfarbe auf einer Seite des Rackets ist nach den olympischen Spielen in Tokio im Jahr 2020 weiterhin Pflicht. Jedoch beschloss der ITTF bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Budapest, dass künftig nicht nur rote, sondern auch andere klar von schwarz unterscheidbare Farben zulässig sein sollen. Dies geht auf einen Antrag des Hongkonger Nationalverbandes zurück. Die Farbwahl wird allerdings insofern eingeschränkt, als dass sie nicht in die farbliche Nähe des schwarzen Belags oder des Spielballes kommt. Es handle sich zudem nicht um eine Ablösung der roten Farbe, sondern nur um ein zusätzliches Angebot. So wird es künftig auch neonblaue, neongrüne oder Beläge mit rosaroter Farbe geben. „Es ist gut, dass man weiterhin mit rot und schwarz spielen kann“, sieht Müller etwas gutes an der neu eingeführten Regel, die nicht verpflichtet mit dem neuem Farbgemisch zu spielen. Den Grund der Regeländerung, nämlich das so mehr Kinder mit dem Tischtennissport beginnen, kann Wehrhahn nicht nachvollziehen. „Ich finde das nicht positiv. Es gäbe andere Möglichkeiten Kinder zum Tischtennis zu bringen“, sagt die Wachenheimerin. Für die Routiniers der Region wird das neue Farbangebot nicht ganz neu sein. So wurde zwischen 1960 und 1985 immer wieder allerhand verboten, anschließend wurde die Regel abermals umgemodelt. Erst im Jahr 1986 entschied der Tischtennis-Weltverband ITTF die derzeit geltende Regel, dass ein Belag schwarz und ein Belag leuchtend rot sein muss. Zuvor waren auch Beläge auf beiden Schlägerseiten in gleicher Farbe erlaubt, was dann zu Problemen führte, wenn ein Spieler Störbeläge, sogenannte Noppen- oder Antibeläge (führen zur Schnittumkehr), mit unterschiedlichen Eigenschaften nutzte. So war es dem Gegner folglich nicht mehr möglich, zu erkennen, welche Rotation auf ihn zukommt, oder wie er den Ball zurückspielen muss. Zwar konnten die Akteure dem Gehör folgen und am Klang des Belages einschätzen, was auf sie zukam, doch dies übertünchte der Spieler mit den gleichfarbigen Beläge mit einem Stampfen auf den Boden. Im Jahr 1988 übernahm der Deutsche Tischtennisbund die Regel, die bis zu den olympischen Spielen 2020 in Tokio noch gelten wird. „Die Welt wird bunter, das ist immer gut“, findet Matthias Magin, der früher Verbandsseniorenwart des Pfälzischen Tischtennisverbandes. Auch findet noch ein weiterer Test statt. So soll sich auch bei den Bällen etwas ändern. Zur Zeit sind nur weiße und orangefarbene Bälle zugelassen. Das Equipment-Komitee testet nun auch die Eigenschaften von gelben Bällen, die für das Auge besser sichtbar sein sollen. „Ich glaube nicht, dass es so prickelnd wäre mit solchen Bällen zu spielen“, sagt Wehrhahn. „Es könnte teurer werden für die Vereine in den unteren Klassen“, sagt Christopher Müller und verweist auf das ohnehin schon teure Spielgerät. Zumindest für den gelben Ball lassen sich pfalzweit aber Anhänger finden. Denn die Bälle sind so zumindest besser sichtbar und könnten in Hallen mit schwierigen Lichtverhältnissen einen Nutzen haben.

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