Wachenheim
Neue Beigeordnete wollen Blockaden lösen
Seit einigen Jahren ist der gebürtige Wachenheimer Jürgen Bohl (SPD) wieder zurück in seiner Heimatstadt. Zuvor hatte er mit seiner Frau das Naturfreundehaus in Annweiler bewirtschaftet. Als der Sozialdemokrat bei seiner Rückkehr in Wachenheim mitbekommen habe, dass die SPD vor Ort etwas „schwächelt“, wie er es ausdrückt, habe er mitgewirkt, die Partei neu aufzustellen. Das sei auch gelungen, schließlich habe die SPD nun einen Sitz im Stadtrat mehr – drei statt zwei.
Bohl hat viel Erfahrung, er kann auf 25 Jahre im Stadtrat und mehrere Jahre als Beigeordneter zurückblicken. Weil das viel Spaß gemacht hat, habe er sich das nun erneut „aufgebürdet“, sagt er, klingt aber dabei nicht so, als sei es eine Last. Der Erste Beigeordneter ist weiter Mitglied im Stadtrat mit Stimmrecht, dieses Mandat werde er aber nach einiger Zeit niederlegen, wenn neue Leute für den Stadtrat eingearbeitet seien, sagt er.
Bohl: „Den Supermarkt möchten wir durchziehen“
Geärgert habe er sich in den vergangenen Jahren über den Stillstand bei verschiedenen Themen im Ort. Etwa das „Theater um den Supermarkt oder das Feuerwehrgerätehaus“. Hier sei eine Blockadehaltung eingenommen worden.
„Den Supermarkt möchten wir durchziehen“, sagt er. Mit der CDU gebe es eine sichere Mehrheit und eine Kooperation, wenn auch keinen Koalitionsvertrag. Er habe ein gutes Verhältnis zum Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) und er sei bereit, den Bischofsgarten, der von der CDU favorisiert wird, mitzutragen. Fürs ebenfalls viel diskutierte Oberstnest ist ein Neubau des Feuerwehrgerätehauses an dieser Stelle im Gespräch. Bohl kann sich das gut vorstellen. „Ich war 29 Jahre bei der Feuerwehr, mir ist es ein großes Bedürfnis, dass die Feuerwehr im Ort bleibt“, sagt er über die Standortfrage. Das Gerätehaus etwa hinter der Bahnlinie zu bauen, was auch schon im Gespräch war, sei für ihn undenkbar. Das durch einen Neubau freiwerdende Gerätehaus könne als Domizil für Vereine genutzt werden, wie ein Bürgerhaus in kleinerer Form.
In seiner Heimatstadt in vielen Bereichen aktiv
Er habe erst Koch gelernt, erzählt Bohl. Als das wegen Allergien und Asthma nicht mehr gegangen sei, sei er Förster geworden. Später war er beim Weinbauamt. Inzwischen ist der 66-Jährige, der mit seiner Frau sechs Kinder hat, in Rente. Für seine Heimatstadt ist Bohl sehr aktiv, seit über 35 Jahren ist er im Presbyterium. Er war Vorstand beim Pfälzerwaldverein und bei der Feuerwehr aktiv. Inzwischen ist er im Förderkreis der Villa rustica. Da ist er nicht nur im Vorstand, sondern auch praktisch tätig: So sorgt er mit der Mähmaschine für ein ordentliches Gesamtbild.
Künftig regelmäßig von Leuten angesprochen und auf Probleme in der Gemeinde aufmerksam gemacht zu werden, was eben so in der Kommunalpolitik dazugehört – für Bohl: „kein Problem“.
Mock: Einfach nur das tun, was dem Bürger guttut
Sein erstes politisches Amt hat Jürgen Mock angetreten. Er ist 2021 in die CDU eingetreten. Bald sei er dann vom Wachenheimer Ortsverein angesprochen worden, in der Ortspolitik mitzumachen. Als Beigeordneter will der 63 Jahre alte Wirtschaftsprüfer in Rente, der ursprünglich aus Trier stammt und seit knapp 30 Jahren in Wachenheim lebt, sich vor allem um die Themen politische Kultur und Kommunikation kümmern.
Er habe den Stadtrat und den Verbandsgemeinderat bis vor einigen Jahren nur in der Presse verfolgt und dadurch hartnäckigen Streit wahrgenommen, sagt Mock. Er suche nun den Kontakt mit den Fraktionen im Vorfeld von Stadtratssitzungen. Seine Rolle als nicht stimmberechtigter Beigeordneter sorge dafür, dass er locker auf die Leute zugehen könne. Bei vielen Sachthemen müsse man gar keine politische Meinung haben, sondern einfach nur das tun, was dem Bürger guttut, findet er. Eine anderer Punkt sei für ihn die gute Kommunikation, so Mock. Er befürworte mehr Informationen für die Bürger. Etwa auf der Website der Stadt.
Des Weiteren sei er zurzeit als kommissarischer Leiter der Tourist Info tätig. Die Stelle ist derzeit für zwei Jahre ausgeschrieben, wegen einer anstehenden Elternzeit der Leiterin.