Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Nach ZDF-Küchenschlacht: 17-jähriger Felipe Bechtoldt träumt vom eigenen Sternelokal

Der 17-jährige Felipe Bechtoldt hat beim Kochwettbewerb ZDF-Küchenschlacht mit großen Können beeindruckt.
Der 17-jährige Felipe Bechtoldt hat beim Kochwettbewerb ZDF-Küchenschlacht mit großen Können beeindruckt.

Der Dürkheimer Felipe Bechtoldt war bei der ZDF-Küchenschlacht. Der 17-jährige kam bei der TV-Sendung bis ins Halbfinale und beeindruckte.

„Es war ein aufregendes Gefühl“, erzählt Felipe Bechtoldt von dem Fernseh-Kochwettbewerb. „Man will zeigen, was man kann. Und als junger Koch möchte ich besonders gut sein.“ Kochen macht dem 17-Jährigen einfach Spaß. „Es ist für mich auch Stressabbau. Ich koche auch, um mich abzuregen“, erzählt er. Er habe sich eigentlich schon immer dafür interessiert, berichtet er von Kinderfotos mit einer Spielzeugküche.

„Wir sind stolz ohne Ende“, sagt Mutter Katharina Bechtoldt. Dass er es könne, wussten sie alle. An Weihnachten war Probekochen für die Show angesagt. Die Zusage für die Küchenschlacht war kurz vorher gekommen. Seit drei Jahren kocht Felipe sowieso an den Festtagen für die Familie ein Menü. „Wir waren nervöser als er, haben mitgefiebert“, erzählt sie lachend weiter. Die Oma schaut die Sendung regelmäßig, so seien sie auf die Idee gekommen, dass er sich dort bewerben könne, erzählt Felipe. Schon vor zwei Jahren hatte er das getan, damals war aber keine Antwort gekommen – dieses Mal allerdings recht schnell. Ein Grund könnte sein, dass er mittlerweile ein Praktikum bei einem Sternekoch gemacht hat. Bei Tristan Brandt in Weinheim hat der junge Mann zwei Wochen in der Vorspeisenküche gearbeitet und viel gelernt, wie er sagt. „Ich wollte diese Erfahrung einfach sammeln.“

Kopf-an-Kopf-Rennen mit späteren Siegerin

Das Konzept der Küchenschlacht ist immer gleich. Sechs Kandidaten treten in einer Woche gegeneinander an, Spitzenköche bewerten die Gerichte, und an jedem Tag muss ein Kandidat oder eine Kandidatin ausscheiden. Am Montag darf jeder sein Lieblingsgericht kochen, am zweiten Tag ist eine Vorspeise dran, dann ein vegetarisches Gericht. Es folgt ein Motto-Tag und am Freitag wird vom moderierenden Koch ein Gericht vorgegeben, das die beiden Finalisten umsetzen müssen.

Das Niveau bei seiner Küchenschlacht war insgesamt sehr hoch, meint Felipe Bechtoldt und erzählt, dass es oftmals ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen ihm und der späteren Wochensiegerin um den Tagessieg gewesen sei. Bei seinen Gerichten lässt er sich von Kreationen erfahrener Köche inspirieren. Aber er interpretiert sie auch immer neu. „Jedes Gericht hat seine eigene Seele, und das ist die Seele des Kochs“, verdeutlicht er.

Sein Lieblingsgericht am ersten Tag, Wolfsbarsch mit Safran-Vanillesauce, Pastinakenpüree und frittiertem Spinat, basiert beispielsweise auf einem Gericht von Sternekoch Thomas Freitag. „Im Original ist es aber alles aufeinandergestapelt“, erzählt Felipe Bechtoldt. In Vorfeld hat er sich Gedanken gemacht, wie es in der Sendung gut rüberkommt. „Es muss gut aussehen für den Juror und die Kamera“, erklärt er. Der Jugendliche wollte Farbe reinbringen und das Gericht jung und modern interpretieren. Juror Tomas Martin lobte die stimmige Kombination, bezeichnete es als sehr harmonisch und als filigran abgeschmecktes Gericht.

Luftfahrt, BKA oder Koch?

Wirklich nervös sei er in der Sendung nicht gewesen. „Aber der Zeitdruck ist natürlich da.“ Die Kandidaten haben nur 35 Minuten, um ihr Essen zuzubereiten. Da kann man nicht so ausgefallene Sachen machen, erzählt er. Meta Hiltebrand hat seine Vorspeise Rindertatar auf gerösteter Brioche mit Parmesan, Limetten-Mayonnaise und Schnittlauchöl zwar sehr gut geschmeckt, es sei perfekt umgesetzt gewesen, aber die Jurorin kritisierte den geringen Schwierigkeitsgrad.

„Mir fällt manchmal auch etwas unter der Dusche ein“, erzählt er von vielen Ideen, die er dann probieren müsse, ob sie wirklich schmeckten. Gelungen ist ihm das beim Blumenkohlsteak mit Chimichurri, weißem Bohnenpüree und Grapefruit-Gel. Juror Richard Rauch schnitt sich gleich noch ein zweites Stück ab: „Um es zu genießen.“

Der Zwölftklässler möchte nach dem Abitur im nächsten Jahr an der Merkur-Akademie in Mannheim eine Ausbildung zum Koch machen. Die soll auf jeden Fall bei einem Sternekoch sein. „Ein eigenes Restaurant mit einem oder auch mehr Sternen wäre mein absoluter Traum“, sagt er. Aber vielleicht macht er später auch was anderes, so kann er sich ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik vorstellen oder eine Karriere beim Bundeskriminalamt.

Andere Leidenschaft: Football

Am vierten Tag war für den jungen Nachwuchskoch leider Schluss bei der Show. Mit seiner Eierkreation Egg Surprise: sous-vide gegartes Ei und Zweierlei von Sellerie mit Parmesanschaum, Dillöl und Croutons konnte er Juror Christoph Rüffer trotz eines künstlerisch angerichteten Tellers nicht ausreichend beeindrucken.

Dennoch hat ihn die Teilnahme weitergebracht. „Ich habe auf jeden Fall Kontakte geknüpft“, erzählt er. Jetzt aber beginnt für ihn die Saison im American Football, denn er spielt mit den Stuttgart Scorpions in der Jugend-Bundesliga. Eine Profiküche ist streng organisiert, weiß Felipe. Das sei ähnlich wie im Mannschaftssport. „Jede Position hat ihre Funktion und ihren Sinn.“

Sein fünf Jahre jüngerer Bruder wird von ihm schon in die Kochkunst eingewiesen. „Mir gibt er keine Tipps“, beschwert sich die Mutter lachend. Der Sohn verweist auf seine Rezeptesammlung.

Das Lieblingsgericht von Felipe Bechtoldt: Wolfsbarsch mit Safran-Vanillesauce, Pastinakenpüree und frittiertem Spinat.
Das Lieblingsgericht von Felipe Bechtoldt: Wolfsbarsch mit Safran-Vanillesauce, Pastinakenpüree und frittiertem Spinat.
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