Bad Dürkheim Nach 30 Jahren wieder in Bezirksliga?

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WEISENHEIM AM SAND. Der SV Weisenheim ist in der Fußball-A-Klasse Rhein-Pfalz auf Kurs. Das Team führt nach 19 Spieltagen die Tabelle an und hat gute Aussichten, in die Bezirksliga zurückzukehren. Aus der war der Verein vor 30 Jahren abgestiegen.

Die Zahlen sprechen für den SVW. Der Vorsprung vor den schärfsten Verfolgern ESV Ludwigshafen und Alemannia Maudach beträgt drei Punkte, Weisenheim hat erst einmal verloren und gemeinsam mit dem ESV die wenigsten Gegentreffer hinnehmen müssen (17). Auch die erzielten 58 Tore, das sind durchschnittlich mehr als drei pro Partie, können sich sehen lassen. Nur zweimal gingen die Blau-Roten leer aus. „Wir stehen ganz vorne, was wollen wir mehr. Ich bin mit der Bilanz einverstanden“, sagte der 74-jährige Coach Günther Golfier. Ein Anflug von Altersmilde? Nein, dem selten rundum zufriedenen Perfektionisten Golfier, der einen hohen Anspruch an Spielweise und Auftreten hat, sind natürlich Punkte aufgefallen, die nicht ganz optimal gelaufen sind. Das war nicht unbedingt in der Anfangsphase, denn von den ersten neun Begegnungen gewann der SVW sieben, nur in Eisenberg (2:2) und Bobenheim-Roxheim (0:0) gab es Punkteteilungen. Kein Beinbruch, denn beide Teams zählen zum vorderen Drittel, Bobenheim-Roxheim gar zu den Aufstiegsanwärtern. Doch mit dem nach Aussage des Trainers glücklichen 0:0 bei Alemannia Maudach begann die schwächste Phase der Weisenheimer. „Es folgte das absolut unnötige 1:1 gegen Dirmstein“, erinnert sich Golfier. Dann gewann der SVW zwar 4:0 bei der DJK Eppstein, doch eine Woche später setzte es die bisher einzige Niederlage mit dem 2:4 gegen den ESV Ludwigshafen. „Da war der ESV besser. Das müssen wir zugeben“, räumte der erfahrene Übungsleiter ein. Weisenheim war auf Rang drei zurückgefallen und hatte fünf Zähler Rückstand auf den damaligen Spitzenreiter Friesenheim. Das Ziel „Aufstieg“, von Vorsitzendem Uwe Koob vor der Runde klar kommuniziert und von Golfier bestätigt, schien ernsthaft gefährdet. Die Weisenheimer gaben aber die passende Antwort. Zum Ende der Hinserie feierten sie sechs Siege in Folge und schossen 23 Tore. Am 16. Spieltag war das Team Tabellenführer, am 19. Spieltag alleiniger Spitzenreiter. „Die Mannschaft überzeugt mit einer guten Spielanlage, hat ein ordentliches Ballbesitzspiel und ist durchgängig stark besetzt“, nennt der Coach Gründe für die unter dem Strich konstante Hinserie. Das Sahnehäubchen war der 4:2-Erfolg gegen den unbequemen FC Arminia Ludwigshafen II im letzten Spiel vor der Winterpause, in dem der SVW bis zur 77. Minute 0:2 zurücklag. „Das hat gezeigt, dass wir gefestigt sind und an uns geglaubt haben. Dieser Auftritt hat mich mit Stolz erfüllt“, betont Golfier. Des Trainers Wunsch ist es, sich in der Spielweise wiederzuerkennen. Das war in dieser Partie der Fall, als der SVW sehenswerten und variablen Kombinationsfußball spielte. Bemerkenswert ist die gute Spieleröffnung der Weisenheimer über die Innenverteidigung und die beiden Sechser. „Ein Plus gegenüber anderen Mannschaften ist, dass wir eingespielt sind, weil es in den vergangenen Jahren kaum Fluktuation gab. Außerdem agieren wir sehr dominant und selbstbewusst, egal ob auswärts oder zu Hause“, verdeutlicht Golfier. Er setzte zwar 25 Spieler ein, aber eigentlich gibt es einen harten Kern von 14, 15 Akteuren, die für die Startelf in Frage kommen. Abwehrchef Tobias Baumann und der auf dem linken Flügel defensiv wie offensiv einsetzbare Bernd Lindenau haben nicht nur alle Spiele mitgemacht, sondern standen immer in der Startformation. Auf 18 Einsätze kam Torben Sachse, 17 Mal spielten Joshua Josy und Rainer Stork und 16 Spiele bestritten Timo Konietzka, Oliver Lahni und Daniel Schattner. Bester Torschütze ist Stork (23), gefolgt von Lindenau, Sachse (je 7) und Schattner (6). „Verbesserungswürdig ist das Spiel gegen den Ball. Das ist auch Kopfsache“, hat Golfier, der seit zehn Jahren in Weisenheim Trainer ist, erkannt. Der Coach weiß, dass in der Rückserie noch schwierige Aufgaben auf seine Mannschaft warten. Der SVW muss noch beim ESV und in Friesenheim antreten. Dies muss kein Nachteil sein, denn Weisenheim stellt die beste Auswärtsmannschaft und ist vor fremdem Publikum noch ungeschlagen. „Ich traue uns den Titel und den Aufstieg zu“, sagt Golfier. Als die bislang letzte Bezirksliga-Saison des Vereins begann, waren von der Elf, die gegen den FC Arminia II begann, nur zwei Spieler schon geboren. Oliver Lahni war fünf Jahre alt, Andreas Fath zwei Wochen … |thl

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