Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Nach 30 Jahren: Bärbel Sutter geht in den Ruhestand

Bärbel Sutter
Bärbel Sutter

42 Jahre lang war Bärbel Sutter Kindergärtnerin aus Leidenschaft, 30 Jahre davon leitete sie die Kita „Pusteblume“ in Wachenheim. Inzwischen besuchen schon die Kinder der Kinder aus ihrer Anfangszeit die Einrichtung. Die Arbeit mit ihnen liebte sie bis zum letzten Tag: Am Donnerstag verabschiedete sie sich nun in den Ruhestand.

Während ihres Berufslebens habe sich die Kinderbetreuung stark verändert. Flexibilität und Offenheit für Neues gehören für Bärbel Sutter deshalb zur DNA einer guten Kindergärtnerin. Ein Jahr Vorpraktikum, zwei Jahre Fachschule und ein Anerkennungsjahr: So sah ihre Ausbildung aus. 1991 hängte sie eine zweijährige Ausbildung als Fachwirtin für Führung und Organisation dran, um sich für die Leitungsfunktion in Wachenheim zu qualifizieren. Weshalb sie sich als junge Frau für diesen Beruf entschieden hat? „In erster Linie die Liebe zum Kind, ohne die geht es nicht“, sagt Sutter.

Um dem ständigen Wandel in der Kita-Landschaft gerecht zu werden und auch mal Frust zu ertragen, müsse man die Arbeit zudem einfach gerne machen. Ihr oberstes Ziel sei trotz stetig wachsender Aufgaben immer gewesen, dass sich die Kinder in der „Pusteblume“ wohlfühlten. Momentan werden dort 160 Kinder betreut, für die gerade wieder Raum zum Essen und Schlafen angebaut wird. Die Kita habe früh Kinder unter drei Jahren aufgenommen, nämlich bereits 2005, bevor es 2011 zur Pflicht wurde, berichtet Sutter. Es habe einige Zeit gedauert, bis die Akzeptanz, Kinder unter drei Jahren in die Kita zu geben, da war, „heute ist das vollkommen normal“, blickt sie zurück.

2007 kam eine Krippe-Gruppe dazu, ab 1998 wurden die ersten Ganztagskinder betreut und bis 2006 war deren Zahl auf 70 angewachsen. Sutter erkannte schnell, dass die Ganztagskinder, wenn sie in die Schule kamen, auch weiter Nachmittagsbetreuung brauchten. Daher setzte sie sich für das Einrichten eines Horts ein. Dessen Leiterin und Leiterin des Waldkindergartens „Waldameisen“ war sie die ganze Zeit ebenfalls. Das wird sich jetzt ändern. Nach ihrer Pensionierung bekommt jede Institution ihre eigene Leitung.

Reisen im Ruhestand

Als Chefin von 35 Kolleginnen und zwei Kollegen – 30 in der Kita und sieben im Hort – musste Sutter öfter die Rolle der Vermittlerin übernehmen zwischen den Erwartungen von Eltern, Kollegen und Kindern.

Was ihr an ihrem Beruf weniger gefallen hat? Fordernde Eltern. Oder wenn sie eine offene Stelle nicht schnell genug wieder besetzen konnte und die, die da waren, die Arbeit mit übernehmen mussten. „Da braucht man ein gutes Team. Das hatte ich“, versichert die zierliche Frau, von der man gar nicht glauben mag, dass sie auch einmal laut oder ungeduldig werden könnte.

Mit Reisen, Radtouren und Wanderungen will Bärbel Sutter jetzt gemeinsam mit ihrem Mann, der mit ihr in den Ruhestand wechselt, die ihr nun zur Verfügung stehende Zeit ausfüllen.

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