Bad Dürkheim Mit neuer Therme nicht ins kalte Wasser

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„Es ist eine wichtige strategische Entscheidung für Bad Dürkheim.“ Und es ist ein „ambitioniertes Programm“. Daher hat sich die Stadtverwaltung für den Bürgerbeteiligungsprozess für ein künftiges Thermalbad in Erweiterung des Salinariums „auch professionelle Hilfe geholt“. Aussagen von Bürgermeister Glogger im Stadtrat. 40.000 Euro lässt sich die Stadt das Prozessmanagement durch eine Beraterfirma kosten. Erklärtes Ziel: Im Juli eine Entscheidung darüber treffen zu können, ob die Stadt nach Gradierbau (2010) und Isenach (2013) tatsächlich ab 2018 ein nächstes Jahrhundertprojekt umsetzt. Dessen Kostenschätzung bezifferte Glogger neueren Zahlen zufolge auf 22 Millionen Euro brutto. Die Hälfte davon hätte die Stadt zu tragen.

Der Verwaltungschef korrigierte damit den Nettobetrag von 17 Millionen Euro nach oben, den DIE RHEINPFALZ im Vorbericht am vergangenen Samstag genannt hatte. Er stammte aus der Machbarkeitsstudie des Büros Kannewischer aus dem vergangenen Jahr. Vom Land ist ein Zuschuss von gut 11 Millionen Euro garantiert, so denn eine Planung in diesem Jahr vorliegt. Angesichts dieser Größenordnung will die Stadt die existenziellen Fragen prüfen beziehungsweise noch einmal gegenrechnen lassen. Sprich: „Wir wollen alle finanziellen und steuerrechtlichen Fragen klären und auf jeden Fall nochmals die Kosten überprüfen, um im Juli einigermaßen belastbare Zahlen zu haben“, so Glogger. Auch die von Kannewischer prognostizierten Besucherzahlen für ein künftiges Kombibad mit Freizeit-, Gesundheits- und Wellnessangebot, die in der aufwendigsten Bauvariante das Jahresdefizit laut Gutachten sogar senken würden, werden einer Plausibilitätsprüfung unterworfen. Daneben sollen weitere Projektstränge geklärt werden, wie der Bürgermeister erläuterte. Zum einen: Wie kann das Kombibad ins touristische Profil der Stadt eingebunden, wie kann die „Marke Bad Dürkheim“ weiterentwickelt werden? Zum anderen: Was soll mit der Brunnenhalle passieren, die die Stadt vom Land zusammen mit dem alten Thermalbad in ihren Besitz genommen hat? Und nicht zuletzt: Wie kann man das Salinarium mit Baujahr 1984 erneuern, um es attraktiv zu halten, noch attraktiver zu machen? Der Beteiligungsprozess, den der Stadtrat am Ende einmütig mit 23 Stimmen bei sieben Enthaltungen querbeet absegnete, hat den Sinn, das Projekt „in der Stadtgesellschaft zu verankern, die Bevölkerung einzubinden und mitzunehmen“. So formulierte es Andreas Jacob von der Firma Firu in Kaiserslautern, die die Stadt schon bei der europaweiten Ausschreibung für den Fronhof II engagiert hatte. Auch das neue Kombibad ist mit seiner finanziellen Größenordnung europaweit auszuschreiben. Der Firu-Geschäftsführer versprach „alle Informationen auf den Punkt zu bringen: kompakt, transparent, vollumfänglich“, bis der Prozess am Ende „in den Bau mündet oder Sie das Projekt verwerfen“. Firu-Projektleiterin Kirsten Janson stellte den Ablauf des Meinungsbildungs- und Bürgerbeteiligungsprozesses vor, für den eine eigene „Projekthomepage“ (Jacob) auf der städtischen Internetseite eingerichtet ist, die fortlaufend aktualisiert wird (siehe „Zur Sache“). Beim Bürgerforen sollen auch noch einmal die fünf Planentwürfe erläutert werden, die im Dezember bereits in der Sondersitzung des Stadtrats im Dürkheimer Haus vorgestellt worden waren (wir berichteten). Firu will daraus eine Art „Best of“ herausarbeiten, also gute Ideen und Ansätze aus allen Planungen auswerten. Dies löste den Einwand von Reinhard Stölzel (CDU) aus, dass man die Entwürfe bereits durch Experten habe sichten lassen, die einen davon auch schon favorisiert hatten (4a-Architekten, Stuttgart). In Gloggers Augen wäre es aber „nicht richtig logisch, wenn wir nur mit einer Version arbeiten“: Es habe im Dezember weder Debatte noch Beschluss gegeben, sondern allein eine Empfehlung der Fachjury. Sie sei Grundlage, aber es könne „auch in den anderen Entwürfen gute Ideen geben, die man nicht von vornherein verwerfen kann“. Der „4a“-Entwurf sei zudem noch keine Ausführungsplanung, machte Bauamtsleiter Dieter Petry deutlich. In den Vorentwürfen sei es bewusst um Funktion und Abläufe im Sinne der Machbarkeit nach dem Kannewischer-Gutachten gegangen. „Wir haben aber zum Beispiel noch keine Fassadengestaltung. Und wir werden auch in den Abläufen noch zu Änderungen kommen“, so Petry. Die Bürgerbeteiligung durch Firu ist nur ein Teil des Projekts, wie Petra Dick-Walther (FDP) ansprach. Parallel hat der Bauausschuss weitere Firmen beauftragt, die Plausibilität der Kannewischer-Studie sowie der Flächenaufteilung zu hinterfragen. Über all dies werden die städtischen Ausschüsse beraten und den Stadtrat auf dem Laufenden halten. Stölzel und Thomas Giel (Grüne) mahnten an, dass dem Stadtrat die Finanzierung mit Vorlauf vor der Juki-Sitzung vorlegen müssten Die Befragung findet unabhängig von den einzelnen öffentlichen Foren per Fragebogen über das Amtsblatt oder auf der Projekthomepage statt. Dort kann man sich auch jederzeit zum Stand der Dinge äußern, Anregung, Zustimmung und Kritik einbringen. Der eigentliche Bau des neuen Bades wird nach Gloggers Worten frühestens 2018 beginnen können. Das jetzige Thermalbad wird nach Stand heute Ende 2018 geschlossen.. „Es wäre schön, wenn das neue Bad bis dahin schon am Entstehen ist.“ In Betrieb gehen werde die neue Therme erst 2019 oder 2020. (psp)

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