Bad Dürkheim / Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Mit Corona-Auflagen: Am Mittwoch starten die Abitur-Prüfungen

Ab heute rauchen in vielen Klassenzimmern wieder die Köpfe.
Ab heute rauchen in vielen Klassenzimmern wieder die Köpfe.

Lange haben sie auf diesen Tag hingearbeitet, jetzt wird es ernst: 57 Schülerinnen und Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums starten am Mittwoch in die schriftlichen Abiturprüfungen. Die stellen dieses Mal nicht nur die Prüflinge vor Herausforderungen.

Es ist – Corona sei Dank – ein besonderer Jahrgang, der dieser Tage seine Abiturprüfungen ablegt. Die Pandemie hat fast die gesamte Oberstufe dominiert. Und sie prägt ihren Abschluss: Maskenpflicht, Mindestabstand, Lüftungspausen, Testpflicht – die Hygienevorschriften des Landes verlangen Abiturienten und Organisatoren einiges ab. Kurz vor den Weihnachtsferien habe seine Schule aus dem Bildungsministerium die Handreichung zu den Hygienemaßnahmen erhalten, teilt Armin Rebholz, Schulleiter am Werner-Heisenberg-Gymnasium, mit. Die legt unter anderem fest, dass zwischen den Schülern ein Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten ist. „Dadurch benötigen wir mehr Räume und damit auch mehr Aufsichten als üblich“, so Rebholz. In erster Linie werde das mit Lehrern des Abi-Jahrgangs abgedeckt, manchmal müsse auch Unterricht einer anderen Klasse ausfallen, weil Raum oder Lehrkraft für die Prüfung benötigt würden. „Das Abitur hat Priorität, da muss ich auch mal eine Klasse früher heimschicken“, sagt der WHG-Leiter. 2021 konnte seine Schule noch die Sporthalle nutzen. Die werde aber wieder für den Vereinssport benötigt. Geschrieben werde also in Unterrichtsräumen, nach Lerngruppen getrennt.

Während der gesamten Prüfungszeit besteht Maskenpflicht, nur alle 20 Minuten während der Lüftungsphasen dürfen die Abiturienten die Maske abnehmen. Zwar seien die Schüler die Maske im Unterricht gewohnt, jedoch nicht über viereinhalb Stunden, gibt der Schulleiter zu bedenken: „Das wird wohl individuell unterschiedlich sein, wie die Schüler das empfinden.“

Wer nicht geimpft ist, muss einen Test vorlegen

Und noch etwas ist neu: Alle nicht Geimpften oder nicht Genesenen müssen zur Prüfung einen aktuellen negativen Test vorlegen. Der sei zwar auch an der Schule möglich, doch „wir empfehlen, diesen bereits am späten Nachmittag des Vortages machen zu lassen“, so Rebholz.

Insgesamt stellen sich am WHG 94 Prüflinge – 42 Schüler und 52 Schülerinnen – den Abituraufgaben. Los geht es mit Biologie und Physik. Den Abschluss machen 23 Prüflinge in Französisch und Spanisch am 19. Januar. Dazwischen rauchen die Köpfe über Aufgaben in Deutsch, Erdkunde, Geschichte, Sozialkunde, Sport, Englisch, Mathematik und Chemie.

„Die Maskenpflicht ist hart“

Erst am Freitag steigen die ersten Abiturienten an der IGS Deidesheim/Wachenheim in die Prüfungen ein: 34 Schüler stellen sich dann den teilweise zentral gestellten Aufgaben im Fach Deutsch. Insgesamt 49 Prüflinge (16 Schüler und 33 Schülerinnen) streben an der IGS die allgemeine Hochschulreife an. Den Abschluss machen hier die Fächer Chemie und Physik am 20. Januar. „Die Maskenpflicht während der Prüfung ist für die Schüler schon hart“, sagt Oberstufenleiterin Konstanze Bender. Sonst ändere sich im Vergleich zum Vorjahr nicht viel. Erneut werde in der Turnhalle geschrieben. „Ab Donnerstag kann nur noch eingeschränkt Sportunterricht stattfinden – das ist ein großes Manko“, findet Bender. Schließlich habe der Sportunterricht unter der Pandemie schon so sehr gelitten.

Auch sie empfiehlt den „ganz wenigen“ ungeimpften Abiturienten, sich am Tag vor der Prüfung zu testen: „Wir haben eine kleine Teststation in der Schule, aber in den letzten Wochen hatten wir auch etliche falsch positive Tests. Und ob man sich dem Stress am Prüfungsmorgen aussetzen möchte...?“

„Jahrgang ist mit am meisten betroffen“

Einig sind sich Rebholz und Bender, dass Schulschließungen, Fern- und Wechselunterricht diesen Abiturienten kein normales Lernen ermöglicht haben. „Dieser Jahrgang ist mit am meisten betroffen“, sagt Rebholz. Nicht alles habe in der nötigen Tiefe besprochen werden können. „Da muss man sich nichts vormachen“, sagt auch Bender. „Wir sind gespannt, ob darauf bei den zentralen Aufgaben reagiert wurde.“

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