Dackenheim
Mit Bewegungsstationen: Der etwas andere Spaziergang
Ute Schrah, so erzählt es Vera Götz, hat sie angesprochen, weil sie im Ort etwas für Senioren machen wollte. Denn die Dackenheimerin war für die Jugend schon aktiv und hat Bewegungssteine verteilt – bunt bemalte Kieselsteine, die einfache Übungen zeigen, die jeder machen kann, der sie findet. „Dann hat mich eine Mama angesprochen, die es gut findet, dass die Kinder dadurch rauskommen. Eine Bekannte hat das mitbekommen und vorgeschlagen, dass wir auch was für Erwachsene machen könnten“, berichtet Schrah, die seit 20 Jahren in Dackenheim wohnt, von den Anfängen. Deshalb hat sie sich im März mit Götz in Verbindung gesetzt.
Wichtig für Sturzprävention
Die wiederum arbeitet als Gemeindeschwester plus in Bad Dürkheim, Haßloch und den Verbandsgemeinden Freinsheim, Wachenheim und Deidesheim daran, dass Menschen, die älter sind als 80 Jahre und keine Pflegestufe haben, möglichst lange eigenständig zu Hause wohnen können. Und da ist Bewegung ein entscheidender Punkt, denn wer agil und beweglich bleibt, läuft sicherer und stürzt weniger. Da kam Götz die Idee von Schrah, die den Online-Shop „Alles mit Dubbe“ betreibt, also gerade recht. Und auch der Gemeinderat hatte nichts dagegen. „Die waren in der Sitzung sofort dafür, sind für Inspirationen immer offen“, freut sich Schrah über die Zustimmung.
Aber der Plan wurde noch weiterentwickelt und nun „soll es ein Angebot für Jung und Alt sein, also für die ganze Familie und nicht nur für Senioren“, verrät Götz, der es am liebsten wäre, wenn die Generationen von Enkel bis Großeltern zusammen unterwegs wären. Möglich sein soll das ab 25. Juni, wobei es wegen der Pandemie keine Veranstaltung dafür geben wird. „Wir wollten, dass das jeder unabhängig machen kann“, sagt die Gemeindeschwester. Bis dahin werden an drei Stationen die laminierten Karten an drei Strecken aufgehängt. Zwei davon führen um den Ort herum, eine Route geht durch das Dorf. „Das ist alles gut machbar für Junge und Alte“, versichert Götz.
In weiteren Orten denkbar
Ausgesucht haben sich Götz und Schrah Übungen zur Entspannung und Achtsamkeit, für Rücken und Bauch, Kopf und Nacken, Beine und Füße sowie Arme und Schultern. Auch Dehnungen sind dabei. „Auf allen Wegen sollen jeweils drei verschiedene Bereiche im Blick sein“, erklärt Götz.
Für die Gemeindeschwester plus könnte das der Auftakt zu mehr sein. Denn sie könnte sich gut vorstellen, solche Bewegungsspaziergänge auch in anderen Orten in ihrem Zuständigkeitsbereich zu aktivieren. „Das ist relativ wenig Aufwand, um die Leute in Bewegung zu bringen“, sagt sie. Das bestätigt Schrah, wenn sie sagt, dass für die Bewegungskarten nichts angeschraubt oder verändert werden muss.
Wenn jemand den Weg nicht alleine laufen möchte, kann er sich auch mit Schrah oder Götz verabreden, dann begleiten sie den Spaziergang.