Ellerstadt
Mehr als nur ein neues Feuerwehrauto
Gekostet hat das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 630.000 Euro, als Förderung bekam die Verbandsgemeinde Wachenheim 84.000 Euro. Eine große blaue Schleife zierte das mit modernster Technik für die Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und medizinische Erstversorgung ausgestattete Fahrzeug, das am Freitag vor dem Gerätehaus zum Begutachten bereit stand.
2022 fiel die Grundsatzentscheidung zur Beschaffung, im Mai 2023 wurden die Aufträge vergeben, zeichnete Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel (CDU) die Anschaffung des Fahrzeugs nach. Drei verschiedene Firmen waren an seinem Bau beteiligt. Anfang April holte man es in Luckenwalde ab. Das neue Einsatzfahrzeug sei mehr als nur ein neues Auto, so Bechtel. Es sei ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Verbandsgemeinde ihre Verantwortung für die Sicherheit und den Schutz ihrer Bürger ernst nehme.
Fahrzeug auch „Zeichen des Respekts“
Darüber hinaus sei es auch ein Zeichen des Respekts gegenüber den Menschen, die ehrenamtlich bereit seien, bei Tag und Nacht auszurücken, wenn andere in Not gerieten. Die Anforderungen an die Wehren seien stetig gewachsen, neben der klassischen Brandbekämpfung stünden heutzutage immer mehr technische Hilfeleistungen auf dem Einsatzplan, zählte Bechtel auf. Das neue HLF sei für diese Aufgaben mit modernster Technik, erweiterter Ausrüstung und mit einer Ausstattung, die den Einsatzkräften maximale Sicherheit biete, bestens gerüstet. Diesen Anforderungen könnten die Wehren nur gerecht werden, wenn sie personell gut aufgestellt seien, das sei bei allen Wehren der VG der Fall. „Ich wünsche dem neuen HLF 10 allzeit gute Fahrt, vor allem aber wünsche ich euch, dass ihr nach jedem Einsatz gesund zurückkehrt und danke allen von Herzen“, schloss Bechtel.
Der für die Wehren im Landkreis zuständige Beigeordnete Sven Hoffmann (CDU) sagte, ein top ausgerüstetes Fahrzeug sei das eine, eine gut ausgebildete Mannschaft das andere. „Ich bin begeistert von unseren Wehren im Landkreis, sie sind alle top motiviert“, sagte er. Die angebotenen Lehrgänge zur Fortbildung würden rege genutzt. Motivation, Ausstattung und Ausbildung seien das, was die Feuerwehren so schlagkräftig machten.
Lob fürs Vorgängerfahrzeug
Für Wehrleiter Christian Schmidt gibt es Ereignisse in einem Feuerwehrleben, die sich besonders einprägen, dazu gehöre für ihn die Einweihung eines neuen Fahrzeuges. Das alte habe die Wehr 37 Jahre lang zuverlässig begleitet, das Handy von damals sei ein klobiges Funkgerät gewesen, blickte er zurück. Es habe Planung, Diskussionen und helfende Hände gebraucht, um ein passendes Nachfolgeauto für das „gute, alte LM 8“ zu finden, meinte der Wehrführer. Nötig seien aber immer auch die Menschen, die bereit seien, den Sonntagsbraten für einen Einsatz stehen zu lassen, so Schmidt.
Wehrführer Kurt Rathgeber dankte dem VG-Rat, der seine Verantwortung für die Wehren so zukunftsorientiert wahrnehme. Er dankte auch allen Kameraden, die ihre Ideen in die Ausstattung des HLF einfließen ließen. Man hätte 18 Jahre lang jeden Monat 100 Euro beiseite legen müssen, rechnete Rathgeber vor, jedoch sei jeder Euro „sinnvoll investiert“. Man feiere die Menschen, die anderen helfen, ohne zu fragen, nicht die Technik, machte Pfarrer Simon Krug klar, als er das Fahrzeug segnete.