Wachenheim
Maskenpflicht im Unterricht: Wie die Schüler damit umgehen
Nach der Pause herrscht ein großes Gedränge an der Eingangstür der IGS Deidesheim/Wachenheim am Standort Wachenheim. Alle Schüler müssen sich die Hände desinfizieren, wenn sie ins Gebäude kommen. Drinnen wie draußen müssen sie seit knapp zwei Wochen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. In der Klasse 5c ist die Meinung dazu fast einhellig: Die Gesichtsmasken sind nervig. Vor allem, wenn man sich auf dem Pausenhof austobt und danach die Treppe zum Klassensaal hochsteigt, bekommt man schlecht Luft.
Maja findet die Maskenpflicht überhaupt „unlogisch, weil wir vorher keine Maske im Unterricht tragen mussten“. Elias und Timo können die neue Regelung dagegen nachvollziehen: „Das ist so, weil die Corona-Zahlen gestiegen sind.“ – „Und wenn hier einer Corona hat, bekommen alle Corona.“
Mit drei Masken zum Wechseln zur Schule
Trotzdem hat Timo seine Probleme mit der Maske: „Wenn ich sie sechs Stunden lang aufhabe, ist sie irgendwann ganz nass“. Seine Klassenkameradin Judith nimmt deshalb immer zwei oder drei Masken mit in die Schule. „Wenn man sich daran gewöhnt, klappt das auch“, meint Gabriel, „aber man muss eben immer nach zwei Stunden die Maske wechseln.“ Vor allem für die Kinder, die ganztags die Schule besuchen, sind die Masken eine Belastung. „Das ist schon blöd, wenn man die Maske acht Stunden lang tragen muss“, sagt Maja. „Man sollte wenigstens in den Ganztagsarbeitsgemeinschaften die Maske abnehmen können“, stimmt Robin ihr zu.
Für die Schüler ist es mit den Masken auch schwieriger geworden, sich im Unterricht zu verständigen: „Man versteht die Lehrer und Mitschüler, die leise reden, nicht“, sagt Marin. Ferdinand findet die Masken deshalb auch „sehr nervig“.
„Es ist ein bisschen warm unter der Maske, aber wenn man im Klassenraum lüften muss, geht das auch wieder“, sagt Luca. Dafür bringt das Lüften, das während der Corona-Zeit ebenfalls zur Pflicht in den Schulen geworden ist, andere Probleme: „Die, die am Fenster sitzen, müssen dann die Jacken anziehen“, sagt Judith, „und dann kann man nicht mehr so gut schreiben.“
Trotz Maske: Lieber Präsenz- als Heimunterricht
Trotz allem sind sich die meisten in der Klasse jedoch einig: Der Unterricht mit Maske ist immer noch besser als der mit getrennten Gruppen, von denen immer eine von zu Hause aus lernen muss. „Zu Hause hatte ich oft keinen Bock auf Schule“, sagt Marin, „es macht mehr Spaß, wenn man hier ist. Jetzt freue ich mich wieder auf die Schule.“ Nathanael sieht das genauso: „Mit Maske ist es besser, weil ich meine Freunde sehen und mit ihnen Quatsch machen kann.“ Marin findet, dass die Schulen nicht wieder schließen sollen: „Lehrer und Schulen sind systemrelevant, weil Bildung wichtig ist.“
Auf die Frage, wer lieber zu Hause lernen würde, gehen drei Hände nach oben. „Zu Hause kann man ein bisschen länger schlafen, und essen und Pausen machen, wann man will“, sagt Gabriel. Er freut sich auch, dass sein Vater seit der Corona-Krise öfter im Homeoffice arbeitet und dadurch mehr Zeit für ihn hat.