Gönnheim
Marodes Dach, leere Kasse: TV-Festhalle in Gönnheim braucht Lösung
Der Tagesordnungspunkt war in der jüngsten Gönnheimer Ratssitzung nachträglich eingeschoben worden: Der Erste Stellvertretende Vorsitzende des TV „Frohsinn“ Gönnheim, Sven Hafner, des mit knapp 600 Mitgliedern größten Vereines im Ort, und Vereinskassierer Stefan Regenberg bekamen Rederecht, um die Sorgen ihres Vereines darzustellen.
Der TV Gönnheim möchte sich für die Zukunft aufstellen, steht aber wie viele Dorfvereine vor großen Herausforderungen. Vielleicht die größte Aufgabe: Der Verein ist Eigentümer der TV-Festhalle. Sie war die ursprüngliche Turnhalle des Turnvereins und wurde in den 1930er-Jahren errichtet. Sie wird als die „Guud Stubb“ des Ortes für Veranstaltungen der Gemeinde, Aufführungen, Fasnacht und dergleichen genutzt. Die Vereinsgaststätte ist unter dem Dach der Festhalle.
Ihren Sport betreiben die Vereinsmitglieder jedoch ausschließlich in der nördlich zu der Festhalle in den 1980er-Jahren errichteten „Sonnenberghalle“, deren Eigentümerin wiederum die Gemeinde ist.
In der Festhalle laufe man geradewegs in einen großen Investitionsstau, berichtete Hafner, mit einem marode Flachdach als größtem Risiko. „Wenn wir nichts machen, geht das vielleicht noch fünf Jahre gut, dann kann die Halle nicht mehr betreten werden, weil Teile der Decke herunterkommen könnten“, verdeutlichte Hafner.
Hohe Kosten befürchtet
Als Sportverein sei man seinen Mitgliedern und dem Sport verpflichtet, von den Mitgliedsbeiträgen dürfe kein Cent in die Festhalle investiert werden, ergänzte Regenberg. Überschlägig ausgerechnet kämen auf den Verein eine 250.000 Euro Sanierungskosten zu. Hafners Vorschlag an den Gemeinderat: Verein und Gemeinde tauschen den Nießbrauch an den beiden Hallen. Nießbrauch umfasst das Recht, eine fremde Sache zu nutzen. Durch die Begründung des Nießbrauchs überträgt der Eigentümer das Recht an einer Sache zur Nutzung und behält nur das Verfügungsrecht für sich. An den Eigentumsverhältnissen würde sich durch diesen Tausch also nichts ändern.
Die Anforderungen würden dadurch nicht verschwinden, aber als Gemeinde habe man ganz andere Möglichkeiten an Fördergelder für die Festhalle zu kommen, begründete er den Vorschlag im Namen des TV. Der Verein wünsche sich ein Zeichen, dass man sich in die gleiche Richtung bewege, meinte Hafner.
„An der Halle muss etwas gemacht werden“, war sich auch Ortsbürgermeister Wolfram Meinhardt (FWG) im Klaren. Ein Arbeitskreis aus Vertretern des TV, Gemeinderäten und eventuell Bürgerstiftung soll sich im neuen Jahr treffen, Optionen zur Lösung der Probleme erarbeiten.