Bad Dürkheim Markant von oben: Der Dürkheimer Flaggenturm

Schöne Aussicht auf den Aussichtsturm: Der Flaggenturm südlich von Bad Dürkheim ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Schöne Aussicht auf den Aussichtsturm: Der Flaggenturm südlich von Bad Dürkheim ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Markant von oben: Die Dürkheimer haben ihren Flaggenturm so lieb, dass sie ihm sogar einen niedlichen Spitznamen gegeben haben. Leider ist das 165 Jahre alte „Kaffeemiehlsche“ als Ausflugsziel so begehrt, dass vor Ort auch immer wieder unschöne Entdeckungen gemacht werden.

Er ist von Weitem gut zu sehen und leicht zu erreichen. Hier weht meist ein angenehmer Wind und die Aussicht ist großartig. Es gibt viele Argumente, die für einen Besuch des Dürkheimer Flaggenturms sprechen. Leider ziehen die genannten Gründe auch immer wieder die an, die mit dem Müll aufräumen nicht ganz so fleißig sind wie mit dem Feiern. Vandalismus sei ein Thema beim Flaggenturm, sagt Rolf Bart, der dem Drachenfelsclub vorsteht. Liegengelassener Müll vergessene und Flaschen seien ein Problem. Es gebe auch mal Spuren eines Lagerfeuers im Inneren des Turms ... Der Club, der sich um 16 Objekte kümmert, sorgt mit Patenschaften einzelner Mitglieder dafür, dass auch am Flaggentürmchen regelmäßig jemand nach dem Rechten schaut – und dann eben auch den Müll mitnimmt. Die vier bunten Glasfenster in den drei Fenstern und dem Eingang hingegen sind noch intakt. Sie sind erste einige Jahre alt. Solche Fenster, die die vier Jahreszeiten symbolisieren sollen, gab es schon früher. Damals wurden auch sie Opfer von Vandalismus.


Die großen und kleinen Wahrzeichen in der Umgebung mal von einer anderen Seite zeigen – nämlich aus Drohnensicht – soll unsere Serie „Markant von oben“. Wir erzählen in loser Folge Geschichten rund um bekannte und weniger bekannte Bauwerke.


Besucher anlocken, das hat der Turm quasi in der DNA. Wurde er doch einst für genau diesen Zweck gebaut. Der rund elf Meter hohe neugotische Turm wurde 1854 als Anziehungspunkt für Kurgäste des Solbades errichtet. Das Bad gab es seit 1847. Auch andere Bauwerke wie die nur wenig später fertiggestellte „Schneckennudel“ auf dem Ebersberg dienten diesem Zweck. Dürkheimer Bürger waren es, die das Geld für den Turm auf den Gemarkungen Fuchsmantel und Schenkenböhl aufbrachten, um diese besondere Art der Tourismusförderung zu schaffen. „Gelbsandschtääquaderbaugemauert“ steht der Turm da, wie es der Heimatdichter Hans Jürgen Schweizer in seinem Gedicht „De Flaggeturm“ ausdrückt. Aber es ist weniger seine Farbe als seine Form, die es in den allgemeinen Sprachgebrauch der Dürkheimer geschafft hat. „Kaffeemiehlsche“ wird der Turm genannt. Weil er eben an eine Zeit ohne Kapselmaschinen und Vollautomaten erinnert – als man für die Herstellung von Kaffeepulver noch selbst Hand anlegen musste. Ältere werden noch aus eigenem Erleben wissen, wie so eine Kaffeemühle aussah. Jüngere kennen das Teil vielleicht aus dem „Räuber Hotzenplotz“ von Otfried Preußler – entzündet sich doch hier an der Kaffeemühle von Kasperls Großmutter der Konflikt der ganzen Handlung. Wer so gar keine Vorstellung vom Objekt hat, der soll sich eben den Flaggenturm anschauen. Aber trotz seines Alters und seines altmodischen Spitznamens ist doch dank des Drachenfelsclubs auch die Moderne eingezogen. 2011 wurde der Flaggenturm „elektrisiert“. Das war die Idee von Egon Schmitt, der damals Vorsitzender war und heute Ehrenvorsitzender ist. Der Club musste damals eigenhändig 425 Meter Kabel verlegen, und weitere 220 Meter durch den Krähhöhlenweg durch eine Firma verlegen lassen. Seither scheint allabendlich ein warmes gelb-orange-farbenes Licht auf den Turm. Die Beleuchtung hat einen angenehmen Nebeneffekt, wie Bart berichten kann: Der Vandalismus hat seither nachgelassen. Die Bodenstrahler seien eben beim abendlichen Aufenthalt nicht sehr angenehm.

Der Verein

Der Drachenfelsclub ist Eigentümer von 16 Bauwerken in und um Bad Dürkheim, um die er sich auch kümmert: www.drachenfelsclub.de

Der Flaggenturm ist von mehreren Richtungen gut erreichbar.
Der Flaggenturm ist von mehreren Richtungen gut erreichbar.
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