WACHENHEIM
Marathonwanderer trotzen der Hitze
Dass die Organisatoren eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn die Anmeldungen für die Marathonwanderungen entgegennehmen, war Karlheinz Bohl und Jonny Thewes bekannt. So konnte die beiden bereits um 6.45 Uhr an den Start zum Vollmarathon gehen. „Wir packen das in sieben Stunden“, versprachen die Wachenheimer.
Familie Groppenbächer aus Deidesheim machte sich um 9.50 Uhr auf den Weg, um die Halbmarathonstrecke zu wandern. Vater Peter, der elfjährige Sohn Timon und Mutter Michaela gingen voller Tatendrang die Herausforderung an, bei der enormen Hitze die Strecke zu bewältigen. „Wir freuen uns auf die Tour, die Wachenheimer machen das immer ganz toll“, sagte Michaela Groppenbächer kurz vor dem Start.
Lob für Strecke und Organisation
Die 200 Starter, von denen sich 56 für die volle Distanz entschieden hatten, erwartete eine abwechslungsreiche Strecke durch Wald und Flur. Unterwegs gab es mehrfach Gelegenheit, sich mit Wasser, Obst und Energieriegel zu stärken. „Wir sind mit dem Ablauf der Veranstaltung sehr zufrieden und haben viel Lob von den Teilnehmern bekommen“, sagte Kurt Bier vom Pfälzerwald-Verein, der gegen 19 Uhr die letzten Wanderer im Zieleinlauf auf der Wachtenburg begrüßte und ihnen die Teilnehmer-Urkunden aushändigte. „Die waren ziemlich erschöpft und sagten, sie hätten den Aufstieg zur Burg fast nicht mehr geschafft“, berichtete Bier. Er bedankte sich bei der Wachenheimer Feuerwehr für ihre Hilfe bei der Verpflegung. Froh war Bier, das trotz der großen Hitze keine medizinischen Hilfsaktionen erforderlich waren.
Karlheinz Bohl und Jonny Thewes, die tatsächlich in einer Zeit unter knapp sieben Stunden als Erste auf der Burg ankamen und sich zur Belohnung je ein Weizenbier gönnten, waren von der Strecke und der gesamten Organisation begeistert. „Ich habe schon einige Marathons mitgemacht, das heute war perfekt, da hat alles gestimmt“, sagt Thewes. „Wir laufen jetzt seit drei Jahren jede Woche zwischen 30 und 40 Kilometern und haben heute wieder einige neue Wege kennengelernt“, lobte Bohl die Route, die über 1347 Höhenmetern geführt hat.
Pläne für nächstes Jahr
Erste Frau im Ziel war Heike Schottmüller, die mit Ehemann Hans-Werner aus Wörth angereist war. „ Die Strecke war wirklich toll und die Leute an den Verpflegungsstationen waren alle super nett“, berichtete sie. Das Ehepaar hat die Strecke in acht Stunden absolviert und keine Probleme mit den hohen Temperaturen. „Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei. Wachenheim ist gesetzt“, erklären beide. Kurt und Anna-Maria Reiß aus Friedelsheim ließ es etwas langsamer angehen und kamen auf der Halbmarathonstrecke nach knapp sechs Stunden ins Ziel. „Ich hab auf den letzten Metern ein bisschen geschwächelt und bin froh, jetzt ein schattiges Plätzchen gefunden zu haben“, sagte die Friedelsheimerin, die sich über die tolle Aussicht entlang der Haardt freute und ausdrücklich die tolle Arbeit der Helfer an den Verpflegungsstationen lobte. Bevor es auf dem Fahrrad zurück nach Friedelsheim ging, wollten sich die beiden noch eine Schorle zur Belohnung schmecken lassen.
Michaela Groppenbächer musste kurz vor dem Ziel in der Weinlage Forster Ungeheuer die Tour abbrechen und sich auf einer schattigen Bank ausruhen. Ehemann und Sohn überschritten die von Sohn Timon vor dem Start ermittelte Laufzeit von fünf Stunden und 15 Minuten um eine viertel Stunde. „Wir werden uns jetzt ein bisschen stärken und holen dann meine Frau mit dem Auto ab, um sie daheim dann etwas zu verwöhnen“, sagte Groppenbächer.
Auch für ihn und seine Familie gilt: Nach dem Marathon ist vor dem Marathon mit der damit verbundenen Vorfreude auf die sechste Auflage der Ausdauerveranstaltung.