Hockey
Lydia Bechtold-Haase aus Bad Dürkheim beim World Masters
So viel Spaß für die zweifache Mami, auch wenn es nichts mit der anvisierten Medaille bei den World Masters wurde, überwog die Freude am Fuße des Tafelbergs in Südafrika, ihrer Lieblingssport nachzugehen. Lydia Bechtold-Haase aus Bad Dürkheim, die als Grundschullehrerin ihr Geld verdient, wurde erst vor wenigen Monaten zum zweiten Male Mutter. Doch ihren sportlichen Ehrgeiz hat sie dadurch nicht verloren. Mit der Ü35-Nationalmannschaft, den Manalas, unterlag sie im Viertelfinale gegen das Gastgeberland Südafrika und musste sich mit der Tatsache, nun „nur noch um Platz fünf“ zu spielen, zufrieden geben.
Doch die 179-fache A-Nationalspielerin gab sich kämpferisch, „nun wollen wir wenigstens Fünfter werden. Das Ausscheiden im Viertelfinale schmerzte, aber ich muss schon zugeben, sie nutzten unsere Passivität aus und gewannen am Ende verdient.“ Bei den Gastgeberinnen wirkten nicht weniger als acht olympiaerfahrene Akteurinnen mit, auch wenn diese Erfahrung bereits acht Jahre zurück liegt, war der Unterschied erkennbar.
Etwas Urlaub
Kein Wunder, agieren bei den deutschen Manalas doch einige Akteurinnen, die sonst in den verschiedenen Regionalligen spielen. Für Lydia Bechtold-Haase ist es eine tolle Erfahrung und etwas völlig neues, lag doch zu ihrer aktiven Zeit der Fokus voll auf dem Sport, so nutzte sie die Tage in Südafrika zugleich, um etwas Urlaub mit ihrem Ehemann Daniel und ihrer vierjährigen Tochter zu machen.
Ihr Mann Daniel, selbstständiger Optikermeister, vermittelte mit Zeiss Vision Center einen der wenigen Sponsoren, dies umso wichtiger. Denn die Spielerinnen müssen für die Teilnahme in Kapstadt tief in die Tasche greifen. Flug, Unterkunft sowie Speis und Trank, auch die Ausflüge, alles muss selbst finanziert werden. Seitens des Verbandes gibt es für die Masters keine Zuschüsse.
Bechtold-Haase enttäuscht
Ein ganz großes und vor allem liebes Danke schickte sie auch ihren Eltern. Von ihnen kam wohl auch die Liebe zum Hockey, spielten Mama Claudia und Papa Dirk Haase doch beide für die DDR in der Nationalmannschaft. Denn nur durch deren Bereitschaft, den erst sechs Monate alten Sohn Moritz über die Zeit in Südafrika zu betreuen, war ihr Einsatz erst möglich.
„Klar bin ich enttäuscht, bereits im Viertelfinale ausgeschieden zu sein, als Sportler möchte man immer so weit als nur möglich. Doch es freut mich, überhaupt dabei zu sein.“ Ihr fehlte als Mannschaftssportlerin die Gemeinschaft, mehr als nett findet sie auch den Umgang unter den Teams. So erinnerte sich eine Gegnerin an sie, als sie während ihrer Aktivenzeit aufeinandertrafen. Ein kurzes Gespräch begann, doch der Bus wartete schon auf die Rückkehr ins Hotel.
Neues Ziel
Auch wenn die Knochen nach den Spielen etwas weh tun, so überwiegt der Spaß und die Freude. „Ein paar Turniere möchte ich schon noch bestreiten.“ Die spielfreien Tage nutzte sie gemeinsam mit Mann und Tochter für Ausflüge, eine Safari und der unverzichtbare Besuch des Kaps der Guten Hoffnung standen ebenso auf dem Programm wie das Schlendern durch die Stadt oder Strandspaziergänge.
„Es war eine tolle Erfahrung, und wenn man während dem Spiel auf den Tafelberg schauen kann, das ist schon bewegend“, so die abschließenden Worte der Dürkheimerin. Doch eines steht für sie bereits fest, „nach den Masters ist vor den Masters.“ Die Teilnahme bei der EM in Valencia (Spanien) im nächsten Jahr ist bereits fett im Kalender markiert.