Neustadt / Bad Dürkheim
Lea Baßler holt die Krone
Um 22.06 Uhr war klar, dass die 84. Pfälzische Weinkönigin Lea heißen würde: Moderatorin Janina Huber, die charmant und souverän durch den Abend geführt hatte, verkündete, dass es eine Stichwahl geben würde – zwischen der Diedesfelder Kandidatin Lea Lechner und der Dürkheimerin Lea Baßler, die beim Weingut Zimmermann in Wachenheim arbeitet. Sandra Eder aus Mußbach war als Drittplatzierte zu diesem Zeitpunkt aus dem Rennen.
14 Minuten später verkündete Pfalzwein-Vorsitzender Boris Kranz, dass die Krone an die 22-Jährige frühere Dürkheimer Weinprinzessin geht. Der Jubel im Saal, in dem der Dürkheimer Anhang den ganzen Abend lang mächtig Stimmung gemacht hatte, kannte keine Grenzen und brandete erneut auf, als Baßler kurz darauf von ihrer Vorgängerin Sophia Hanke gekrönt wurde.
Als Team harmoniert
Die neue Weinkönigin blickte nur wenige Minuten später schon nach vorne und versprach, dass das neue Team Pfalz – Lea Lechner und Sandra Eder stehen ihr als Prinzessinnen zur Seite – die nächsten zwölf Monate zu einem tollen Jahr machen und die Pfalz und ihre Weine von ihrer besten Seite zeigen werde.
Dass die drei Weinhoheiten in der rund dreistündigen Show prächtig harmonierten, darauf verwies auch die letzte Pfälzische Weinkönigin aus Bad Dürkheim – Moderatorin Janina Huber, die die Krone 2013/2014 trug und anschließend Deutsche Weinkönigin wurde. „Ich hätte den Sieg jedem der Mädels gegönnt. Als Favoritin habe ich mich zu keinem Zeitpunkt gefühlt“, sagte Baßler nach der Wahl. Als Gemeinschaftswerk entstand auch ein Video, in dem die Kandidatinnen den Klimawandel als Herausforderung für die hiesigen Winzer beleuchteten.
Blindverkostung mit Publikum
Pfalzwein und die Neustadter Tourist, Kongress und Saalbau GmbH hatten beim Programm des Wahlabends einiges verändert. So fand die Fachbefragung der drei Kandidatinnen erstmals live im Saal statt, die Fanblocks waren bei der Spielerunde gefordert, und das gesamte Publikum machte bei der Blindverkostung der Weine mit. Huber stellte den drei Kandidatinnen ein dickes Kompliment aus: „Sie kennen sich wunderbar mit Wein aus und lieben die Pfalz.“
Außer Lea Lechner, Lea Baßler und Sandra Eder standen noch drei Frauen im Mittelpunkt: die noch amtierende Weinkönigin Sophia Hanke sowie ihre Prinzessinnen Laura Wessa und Sabina Kobek. Die drei genossen ihren letzten Auftritt in ihren Ämtern, halfen beim Programm mit und erinnerten sich an Höhepunkte ihres Amtsjahres.
Unterstützung vom Bürgermeister
Der Abend aber gehörte Lea Baßler, die nach der Krönung einräumte: „Ich war froh, als die Fachbefragung rum war und der lustige Teil losging.“ Für diesen hatte sie sich für ein Ratespiel Dürkheims Bürgermeister Christoph Glogger als Unterstützung auf die Bühne geholt, während ihre Prinzessinnen auf Mithilfe durch den Vater (Lechner) und einen guten Freund (Eder) setzten.
In der dreistündigen Show punktete die 22-Jährige vor allem mit Fachkompetenz, Begeisterung, Improvisationstalent und Schlagfertigkeit. Charmant meisterte sie die Blindverkostung und schmeckte souverän einen Riesling heraus. Die Aufgabe, einen chinesischen Rotweintrinker von einem Pfälzer Weißwein zu überzeugen, löste sie ebenfalls mit Bravour – ihre kreative Lösung: dem Mann wahlweise einen Weißwein aus dem Holzfass anbieten oder ihn einfach aus einem schwarzen Glas trinken lassen, wie es bei professionellen Blindverkostungen genutzt wird.
Dass es mit dem Wahlsieg etwas werden könnte, hatte ihr Chef, der Wachenheimer Winzer Jürgen Zimmermann, schon mehr als vier Stunden zuvor am Wachenheimer Bahnhof geahnt: „Ich traue es ihr zu. Sie ist quirlig und sehr redegewandt.“ Zimmermann sollte recht behalten – und wird in den kommenden Monaten häufiger auf seine royale Mitarbeiterin verzichten müssen.