Wachenheim
Landfrauen feiern runden Geburtstag
Begonnen hatte es bei den Wachenheimer Landfrauen am 28. Februar 1963. Damals wurde der Verein von 39 Frauen – unter ihnen auch einige Damen aus Forst – aus der Taufe gehoben. Heute sind es 138 Mitglieder, darunter auch vier „Landmänner“. Von den drei noch lebenden Gründungsmitgliedern konnte nur Gudrun Zimmermann (86) beim Festakt zum Jubiläum dabei sein. Herta Zimmermann und Emma Muhrer ließen sich krankheitsbedingt entschuldigen.
„Ich blicke auf viele schöne Erlebnisse zurück, wir waren ein eingeschworener Haufen und haben schon damals immer gut für die Wachenheimer gebacken und gekocht. Daran hat sich bis jetzt nichts geändert“, berichtet Zimmermann. Gerne erinnere sie sich auch an die Ausflüge und Theaterbesuche. „Wir waren im Theater in Hamburg, haben Musicals in Stuttgart besucht und waren manchmal auch mehrere Tage unterwegs“, fügt die Seniorin hinzu. Dabei denke sie an einen Aufenthalt in Dresden oder an die Holland-Rundreise.
Heute auch Männer bei den Landfrauen dabei
Dass jetzt auch Männer im Verein sind, findet sie gut. „Männer haben damals nicht mitgemacht. Eigentlich schade“, fügt sie mit einem verschmitzten Lächeln hinzu. Einer, der heute dabei ist, ist Christian Baßler, der als erster Landmann im November 2021 das vermeintlich „starke Geschlecht“ bei den Landfrauen salonfähig machte. „Am Anfang war es für alle etwas ungewohnt, doch jetzt haben wir uns aneinander gewöhnt“, berichtet Baßler, der die gute Stimmung und gegenseitige Verbundenheit im Verein nicht mehr missen möchte.
Emmi Huhn ist mit 93 Jahren die älteste Dame im Kreise der Landfrauen. 1979 nach Wachenheim gekommen, hat sie sich dem Verein 1980 angeschlossen und war über 15 Jahre im Vorstand als Schriftführerin tätig. „Ich war die treibende Kraft für die Gestaltung unseres berühmten Backbuches, das wir 1988 zu unserem 25-jährigen Bestehen herausgebracht haben“, sagt Huhn, die alle Rezepte, die sie bekommen hat, selbst gebacken hat. „Die Fotos im Buch, die ein Nachbar gemacht hat, sind alle von meinen Werken“, berichtet sie stolz. „Das Backen liegt bei uns irgendwie in den Genen“, sagt Huhn. Selbst die Enkelinnen und auch eine Urenkelin würden am Backofen eine gute Figur abgeben. „Die Hexentorte ist mein ganz besonderer Stolz. Die ist so schwierig, die hat noch niemand hinbekommen. Jedenfalls nicht, dass ich es wüsste“, berichtet Huhn.
Jubiläumsfeier mit Bibel-Zitat und Tanzeinlage
Am Dienstag haben die Landfrauen in der voll besetzten Lutherischen Kirche ihr Jubiläum gefeiert. Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) lobte die Arbeit und das Engagement der Landfrauen genauso wie Rose Reber, die in ihrer Funktion als Kreisvorsitzende der Landfrauen Vorderpfalz anwesend war. Weinprinzessin Jessica erinnerte sich an unterhaltsame und lehrreiche Begegnungen, Pfarrerin Julia Heller hatte ein Bibel-Zitat im Gepäck. Heike Kuhly vom Sektschloss lobte die Kochkünste der Damen. Dieter Weilacher vom Förderkreis der Wachtenburg blickte auf eine immer verlässliche Zusammenarbeit mit den Landfrauen zurück. Für die Musik bei der Feierstunde sorgte der Sänger Barry Neuner, der von Harald Stein am Piano begleitet wurde. Viel Beifall fand auch die Tanzeinlage der Fitness-Gruppe, die zu „Mamma Mia“ von Abba ihr Können eindrucksvoll unter Beweis stellte.