Bad Dürkheim
Ladengeschäft auf der Rialtobrücke für Pfälzer Erfindung
Bis zu 50.000 Menschen täglich und etwa 15 Millionen Besucher im Jahr passieren die Brücke, die in ihrer jetzigen Form im 16. Jahrhundert gebaut wurde. Sie führt über den weltberühmten Canal Grande und stellt eine wichtige Passage in Richtung Markusplatz dar. Von jeher gibt es auf der Brücke Geschäfte.
Seit Sonntag wird dort ein Produkt aus Bad Dürkheim in einem eigens dafür eröffneten Laden verkauft: Der I-Clip der Firma Flux Design Products – eine kleine, schlanke Geldbörse, die das Gefühl von Leichtigkeit vermitteln soll und komplett in der Pfalz gefertigt wird. Nach Angaben von Firmengründer und Inhaber Frank Mayer ist das Bad Dürkheimer Unternehmen damit Marktführer, was die Verkaufszahlen beim Online-Händler Amazon betrifft.
Bislang lief der Vertrieb vor allem über Social Media und zusätzlich über ausgewählte Partnergeschäfte sowie den On-board-Verkauf von Fluglinien. „Ich wollte schon immer eigene Shops eröffnen“, sagt Mayer.
Strenge Regeln
Bei einem Treffen mit den I-Clip-Vertriebsverantwortlichen für Italien in Padua sei die Idee aufgekommen, ein I-Clip-Geschäft in Venedig zu eröffnen. „Die Stadt ist bei Touristen aus den USA und Asien sehr beliebt, und fast alle passieren das Nadelöhr über die Rialtobrücke“, schildert Mayer seine Überlegungen. In Venedig herrsche elf Monate des Jahres Saison, vom Karneval bis Weihnachten. Der Bad Dürkheimer schaltete Makler ein, doch die boten ihm nur Flächen „in zweiter oder dritter Lage“ an.
Damit war Mayer nicht zufrieden. Etwa anderthalb Jahre sei er mit der Verwirklichung der Idee beschäftigt gewesen, erinnert sich der Geschäftsmann. Schließlich kaufte seine Firma ein anderes, in Auflösung befindliches Unternehmen – mit dem Ziel, dessen Mietvertrag für die Geschäftsräume auf der Rialtobrücke zu übernehmen. Zwölf Quadratmeter beträgt die Verkaufsfläche, hinzu kommen ein kleines Lager und ein Speicher.
Wer auf der Sehenswürdigkeit was verkaufen darf, sei streng geregelt, erzählt Mayer. Sein Unternehmen dürfe Lederwaren anbieten, worunter die Geldbörse fällt. Eigens für das Aushängeschild seiner Firma kreierten Mayer und sein Team einen „Venedig-I-Clip“, etwa für Paare. Die beiden Geldbörsen zeigen die Rialto-Brücke mit einer Gondel. Sie lassen sich getrennt verwenden, aber auch zusammenstecken.
Investitionen von 350.000 Euro
Auch die Einrichtung des Ladens ist in Bad Dürkheim gefertigt worden – von der Schreinerei Kohl im Bruch. Mit dem Lastwagen und dann mit einer Barkasse mit Kran seien die Möbel in die Lagunenstadt gebracht worden. Das Unternehmen hat insgesamt 350.000 Euro in den „Flagship-Store“ investiert, hinzu kommt die Miete. Zwar erziele seine Firma etwa 70 Prozent des Umsatzes übers Internet, allerdings sei es als Markenhersteller wichtig, auch in Städten sichtbar zu sein, sagt Mayer – am besten in Premium-Lagen.