Bad Dürkheim Lächeln für die Kamera

War’s das jetzt schon mit der besseren Stimmung im Wachenheimer Verbandsgemeinderat, liebe Leserinnen und Leser? Die Sitzung am Donnerstag erinnerte jedenfalls an alte Zeiten und für die Zusammenarbeit von Bürgermeister Torsten Bechtel und seiner neuen Ersten Beigeordneten Heike Ditrich war es ein misslungener Start. Während kürzlich bei der Wahl zur Beigeordneten in Freinsheim fehlende Blumen für Elke Schanzenbächer (CDU) ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückten, war bei der Wahl in Wachenheim die Abwesenheit eines Straußes nun wirklich das geringste Problem. Zur Überreichung der Ernennungsurkunde gab`s noch nicht einmal ein Lächeln. Das entsprechende Bild zu dem Vorgang hat nur deshalb einen heiteren Charakter, weil RHEINPFALZ-Fotografin Monika Franck „gerne bitte ein Lächeln“ einforderte und so – kurz – für gelöste Stimmung sorgte. Nach Fragen zur Eignung Ditrichs im Rat und dem, was seit Monaten hinter den Kulissen lief, hätten Blumen und Herzlichkeit aber auch nicht wirklich gepasst. „Alle außer Ditrich“ – das war die Haltung der CDU zur Frage, wer künftig Erste Beigeordnete sein soll. Kommentare zu ihrer charakterlichen Eignung hatte die Vieldiskutierte nur kurz und erst nach der zweiten Aufforderung von Marcus Scholz (CDU) kommentiert. Die Stimmung ertrug sie äußerlich ungerührt. In einem Rat, in dem die Vertreter nur zu gerne jede Provokation aufnehmen, fällt das erst recht auf. Was danach kam, ließ die Stimmung noch weiter absacken. Scholz erinnerte an vergangene Versäumnisse, das ärgerte SPD und FWG, die sich aber selbst durch die Formulierung ihres Antrags nicht beliebt gemacht hatten. Deren Wortlaut: „Da die Ämter Stadt- und Verbandsbürgermeister in Personalunion ausgeübt werden, muss zur Verbesserung und Beschleunigung der Verwaltungsabläufe dem/der 1. Beigeordneten ein Geschäftsbereich übertragen werden.“ Bechtel hatte das als Angriff verstanden, gerade weil das auch seine Mitarbeiter treffe, betonte er. Fraglich ist, wie lange SPD und FWG noch das Argument der Personalunion ins Feld führen – die zulässig ist und vielfach praktiziert wird. Dass es zwischen Bechtel und Ditrich knirscht, trat bei der Sitzung am Donnerstag klar zutage. Hoffnung macht der, der das Dreiergespann demnächst komplettieren soll: Auf den SPD-Mann René Breier können sich nun wirklich alle einigen. Und vielleicht schafft er es, die eigentlich von allen so gelobte angenehme Stimmung der ersten Monate wieder und vor allem eine vertrauensvolle Zusammenarbeit herzustellen. Der 32-Jährige ist außerdem von vergangenen Grabenkämpfen unbelastet. Ein ruhiges Wochenende wünscht