Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kunst im Grünen: Dürkheimerin lädt zum Tag der offenen Gartentür

Susanne Edinger verbringt täglich Zeit mit der Pflege ihres Paradieses an der Isenach.
Susanne Edinger verbringt täglich Zeit mit der Pflege ihres Paradieses an der Isenach.

Kunst und Natur vereint: Susanne Edinger präsentiert ihr Gartenparadies an der Isenach. Worauf sich Besucher freuen dürfen.

Am kommenden Sonntag, 15. Juli, öffnet Susanne Edinger ihr beeindruckendes Gartenparadies in der Kaiserslauterer Straße 299 im Bad Dürkheimer Stadtteil Hardenburg. Von 10 bis 18 Uhr lädt sie zum „Tag der offenen Gartentür“ ein, um ihren 3000 Quadratmeter großen Garten vorzustellen, der von der Isenach durchquert wird und mit Kunstobjekten, vielfältigen Beeten und zahlreichen Sitzmöglichkeiten begeistert.

Susanne Edinger, gebürtige Bad Kreuznacherin und promovierte Stadtplanerin, ist die einzige Bad Dürkheimerin, die an der Veranstaltung des Verbandes der Gartenbauvereine Saarland und Rheinland-Pfalz teilnimmt. Beim Tag der offenen Gartentür öffnen private Gartenbesitzer ihre Gärten für die Öffentlichkeit, um Gartenkultur erlebbar zu machen. „Ich habe keine Vorstellung davon, wie viele Leute kommen werden. Aber ich freue mich über jeden, der sich meinen Garten anschaut“, sagt Edinger.

Ein Garten und seine langjährige Geschichte

Vor 30 Jahren kaufte sie gemeinsam mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann Rüdiger Skadow das Grundstück und begann mit der sukzessiven Renovierung von Haus und Garten. Die Isenach, die damals noch gerade durch das Grundstück floss, wurde renaturiert, und das Paar entfernte Nadelbäume und Friedhofsgehölz. „Wir wollten den Garten sehr naturnah halten. Alles sollte so sein, wie es auch in der Natur vorkommt“, erklärt Edinger.

Die eingelassene Staustufe und das renaturierte Isenachufer sorgen für eine natürliche Atmosphäre.
Die eingelassene Staustufe und das renaturierte Isenachufer sorgen für eine natürliche Atmosphäre.

Das ist Edinger und ihrem Mann auf eindrucksvolle Art und Weise gelungen. Beide haben das Entwerfen als Stadtplaner gelernt und seien sich in Sachen Garten immer einig gewesen. Verschiedene Skulpturen, die Edingers Mann selbst gestaltet hat, schmücken den Garten aus – beispielsweise ein rotes Windspiel oder eine vogelähnliche schwarze Figur. „Das ist eine Mischung aus Marabu und Kakadu. Deswegen nenne ich ihn liebevoll Makabu“, erklärt Edinger. Ein Hang und Wege wurden angelegt, um zusätzliche Plätze für Entspannung zu schaffen, und einen schönen Blick auf das gesamte Gartenensemble zu bieten.

Gestalterische Überlegungen und Details

Mitunter finden sich auch einige Exoten im Bad Dürkheimer Garten, darunter zwei weiße Sitzbänke aus einer Mühle auf Föhr. „Wir waren vor sehr vielen Jahren im Urlaub auf der Insel“, erzählt Edinger. „Da haben wir den Betreibern der Mühle gesagt, dass sie uns kontaktieren sollen, wenn sie die Bänke nicht mehr brauchen. 20 Jahre später haben sie sich gemeldet.“ Das Ehepaar habe stets versucht, aus nichts etwas zu machen. So sei auch ein kleiner Beistelltisch aus einer Vogeltränke für die Föhrer Bänke entstanden.

Zwei Bänke aus einer Mühle auf Föhr haben besonderen Wert für Susanne Edinger.
Zwei Bänke aus einer Mühle auf Föhr haben besonderen Wert für Susanne Edinger.

„Generell hat alles im Garten einen gestalterischen Sinn“, betont die Seniorin. Manchmal könne es sogar entscheidend sein, ob eine Pflanze oder Skulptur 20 Zentimeter weiter links oder rechts steht. „Das gehört alles zur Gartenplanung dazu“, so Edinger. „Man muss sich Gedanken machen. Hier ist nichts zufällig oder aus Versehen, alles hat seine Gedanken dahinter. Dadurch wird der Garten besonders.“

Gartenpflege als Aufwand und Leidenschaft zugleich

Für Edinger hat der „Skulpturengarten an der Isenach“, den sie nach dem Tod ihres Mannes alleine pflegt, einen hohen emotionalen Wert. „Hier steckt unheimlich viel Leidenschaft drin“, betont sie. Das trifft auch auf das zugehörige Haus zu. Das Gebäude wird in diesem Jahr 100 Jahre alt und fügt sich in die Kulisse des Gartens ein. Susanne Edinger und ihr Mann haben es so aufbereitet, wie es zu Ursprungszeiten wahrscheinlich aussah. Die Renovierungsarbeiten wurden durch den Pflegefonds für stadtbildprägende Gebäude finanziell unterstützt.

Der „Makabu“ begrüßt Besucher beim Betreten des Gartens.
Der »Makabu« begrüßt Besucher beim Betreten des Gartens.

Die Gestaltung des Gartens sei zwar mittlerweile abgeschlossen, dennoch verbringt Susanne Edinger viel freie Zeit im Grünen. Besonders stolz ist sie auf die 40 verschiedenen Rosenarten und den kleinen Gemüsegarten, den sie angelegt hat. Aktuell sei sie jeden Tag im Garten, um diesen auf Vordermann zu bringen. Im Sommer widme sie sich der Pflege acht bis zehn Stunden pro Woche. Auch deshalb hofft Edinger, dass viele Gäste zum „Tag der offenen Gartentür“ kommen.

Vorfreude auf den „Tag der offenen Gartentür“

„Dieser Garten braucht Leute. Ich denke mir: Wofür mache ich das Ganze, wenn nur ich es sehen kann.“ Früher seien viele Atelierfreunde ihres Mannes vorbeigekommen, bis heute organisiert sie Chorfeiern. „Ich sage immer: Ich habe Platz, kommt doch einfach zu mir“, so Edinger. Ihre Freunde und Bekannten seien zwar immer wieder aufs Neue begeistert, doch Edinger wünscht sich, dass auch Besucher, die sonst keine Möglichkeit haben, den Garten sehen können.

Der Garten üm Dürkheimer Stadtteil Hardenburg bietet eine schöne Kulisse und zahlreiche Möglichkeiten zum Entspannen.
Der Garten üm Dürkheimer Stadtteil Hardenburg bietet eine schöne Kulisse und zahlreiche Möglichkeiten zum Entspannen.

Sie selbst komme im eigenen Garten nicht häufig zur Ruhe. „Ich sehe immer Dinge, die gemacht werden müssen. Meinen Gästen fällt das wahrscheinlich gar nicht auf, aber ich muss immer hinterher sein“, erklärt Edinger. Der Garten sei für sie permanente Arbeit, auch wenn sie diese unheimlich gerne mache. Am Sonntag hofft sie darauf, dass die Gäste sehen, was über die Jahre in das Hardenburger Grundstück investiert wurde. „Letztendlich ist das reine Liebhaberei, wenn man sich so etwas ans Bein bindet und seine Freizeit damit verbringt.“

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