Bad Dürkheim / Grünstadt
Kreiskrankenhaus: 2025 im Minus
Die Situation für Krankenhäuser habe sich 2024 verschlechtert, und die Prognosen seien auch für 2025 nicht gut, betonte Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) im Kreistag. Nach der Pandemie seien Unterstützungsleistungen weggefallen. Die „schwarze Null“, mit der das Kreiskrankenhaus das Geschäftsjahr 2023 abschloss, sei ein „großer Erfolg“, befand Ihlenfeld. Ein Großteil der Krankenhäuser im Land schreibe mittlerweile rote Zahlen, da die Leistungen nicht ausreichend durch Entgelte der Krankenkassen finanziert würden. „Wir fordern einen Inflationsausgleich von vier Prozent. Wenn wir diesen Ausgleich bekämen, hätten wir ein positives Ergebnis“, so der Landrat. So steht im Wirtschaftsplan für das kommende Jahr aber ein Defizit von 1,1 Millionen Euro.
Die von Bundestag und Bundesrat beschlossene Reform werde Veränderungen in der Krankenhauslandschaft mit sich bringen. Er hoffe, dass die Länder einen eigenen Weg gehen könnten, um am Bestand der Häuser festzuhalten. Eine Reihe von Krankenhäusern werde eine Umstrukturierung nicht überstehen, warnte Ihlenfeld. Das Grünstadter Kreiskrankenhaus zähle nicht dazu: Die Chirurgie bringe gute Erträge, mit etwa 800 Geburten im Jahr habe die Geburtsstation einen Einzugsbereich, der weit über die Kreisgrenzen hinaus reiche. Die Auswirkungen der Strukturreform werden frühestens ab 2027 greifen, man gehe „gut aufgestellt“ in die entsprechenden Gespräche. Die Anzahl der Behandlungen sei wieder auf dem Niveau vor Corona. Das Kreiskrankenhaus genieße einen sehr guten Ruf und könne Ergebnisse erzielen, „die das Krankenhaus nicht ins Wanken kommen lassen“. Für 2024 steht allerdings ebenfalls ein Verlust von knapp einer Million Euro zu Buche. Dieser soll über Rücklagen ausgeglichen werden. Es müssten Wege gefunden werden, dass das Krankenhaus wieder schwarze Zahlen schreibt – auch um sicherzustellen, dass der Kreis keine Ausgleichszahlungen leisten müsse.
Schwerpunkte in den Bereichen Geriatrie und Palliativbehandlung
„Der Landkreis muss die stationäre Versorgung der Bürger gewährleisten, diese kann aber in zumutbarer Entfernung auch außerhalb des Kreises erfolgen“, verdeutlichte Ihlenfeld. In der Vorderpfalz gebe es eine hohe Dichte an Krankenhäusern: „Wir gehen davon aus, dass es Veränderungen geben wird.“ Schwerpunkte sollten auf die Bereiche Geriatrie und Palliativbehandlung gelegt werden. Ralf Kretner (CDU) sprach von einer absichtlichen Verschlechterung der Situation durch die Krankenhausreform, die zu einer kleineren Anzahl an Häusern führen solle. Er sehe das Kreiskrankenhaus aber ebenfalls „sehr gut aufgestellt“, wozu auch das Medizinische Versorgungszentrum beitrage, das die Patientenbindung an Kreiskrankenhaus erhöhe.
Ihlenfeld betonte, er lehne die Reform „nicht in Gänze ab“, Stephan Schenk (SPD) erklärte, die Situation sei schwierig. Es sei noch sei nicht absehbar, was die Krankenhausreform konkret bedeute. „Wir müssen unsere Krankenhauslandschaft verändern, aber ich hätte mir planmäßigeren Prozess gewünscht. Wir werden aber durch diese Situation kommen.“