Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kompromiss bei Ampelschaltung für mehr Sicherheit

Gefährlich: Fußgänger und Autos haben gleichzeitig grün.
Gefährlich: Fußgänger und Autos haben gleichzeitig grün.

An einer gefährlichen Kreuzung in Wachenheim ist es schon häufiger zu brenzligen Situationen gekommen – vor allem für Fußgänger. Aufgrund von Elternprotesten zeichnet sich eine Lösung ab, denn der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat Besserung zugesagt.

Die Ampelkreuzung von Wein-, Wald- und Friedelsheimer Straße gilt besonders für Fußgänger als Gefahrenstelle. So sieht es auch Anwohner Michael Binder, Vater zweier kleiner Kinder. „An der Kreuzung gibt es einen gefährlichen Übergang. Wenn man von der Bürklin-Wolf-Straße kommend die Waldstraße überqueren möchte, kann man an der Ampel keine Grünphase anfordern, sondern muss dann über die Straße gehen, wenn auch der Autoverkehr grün hat“, beschreibt Binder. Autofahrer, die aus nördlicher Richtung kommend von der Weinstraße in die Waldstraße abbiegen, um beispielsweise zum Kurpfalzpark zu gelangen, könnten nur schwer oder oft sehr spät erkennen, dass Fußgänger die Straße überqueren wollten.

Brenzlige Situationen seien programmiert. „Vor Kurzem wäre meine kleine Tochter bei der Querung beinahe von einem abbiegenden Auto erfasst worden, wenn ich sie nicht im letzten Moment hochgehoben hätte“, berichtet der Familienvater. Bei seiner waghalsigen Rettungsaktion wurde er von dem Auto touchiert, blieb aber unverletzt. Für Binder steht fest, dass sich solche Szenen nicht wiederholen dürfen, zumal dieser Weg täglich von vielen Kindern genutzt werde.

Bisher vergeblich auf Lösung gewartet

Unterstützt wird er dabei von vielen Eltern, die schon seit Jahren auf die gefährliche Verkehrssituation aufmerksam machen. Da der Landesbetrieb Mobilität (LBM) gerade die Kreuzung und die Weinstraße bis zum Seniorenstift, wo eine Überquerungshilfe eingerichtet werden soll, saniert, sah Binder eine gute Gelegenheit, eine für die Fußgänger ungefährliche Ampelschaltung zu installieren.

„Wir versuchen schon seit einigen Jahren, diesen Gefahrenpunkt zu entschärfen“, berichtet Wachenheims Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU). Er habe bereits häufiger mit dem LBM diskutiert, aber bisher vergeblich auf eine fußgängerfreundliche Lösung gewartet. „Ich unterstütze die Initiative der Eltern sehr und habe den Eindruck, dass der LBM nunmehr reagieren wird.“ Damit behält er Recht.

Umrüstung der Ampel in Auftrag gegeben

Martin Schafft, Leiter des LBM Speyer, teilt auf RHEINPFALZ-Nachfrage mit, die Behörde habe beschlossen, die Ampel in der Bürklin-Wolf-Straße mit einem Taster auszustatten. Damit sei eine Grünanforderung möglich, die gleichzeitig Rot für die Kraftfahrzeuge bedeute. „Die Fußgänger können die Straße dann überqueren, ohne dass gleichzeitig ein Fahrzeugverkehr stattfindet“, erklärt Schafft, der die Umrüstung der Ampel in Auftrag gegeben hat. Unter der Voraussetzung, dass Siemens rechtzeitig die neue Schaltung installiert, könne das neue System mit Abschluss der gesamten Baumaßnahme, der für Anfang August vorgesehen ist, in Betrieb genommen werden.

Dem Ansinnen der Eltern, dass man nach der Grün-Anforderung die komplette Kreuzung in alle Richtungen überqueren könne, erteilte Schafft hingegen eine Absage. „Wir können bei dieser Ampelphase, wie es bei den anderen Ampeln funktioniert, keine gesamte Überquerung der Kreuzung ermöglichen. Diese Grünphase wäre dann zu lang, was zu Rückstaus bei den Autos führen würde.“

„Noch nicht die große Ideallösung“

„Wir hätten zwar gern die große Lösung gehabt, sind aber mit dem, was uns jetzt zugesichert wurde, ganz zufrieden. Denn die Sicherheit der Fußgänger wird dann gewährleistet sein“, so Binder. Er will sich aber weiter für die große Lösung einsetzen. „Jetzt kommen wir dankenswerterweise sicher über die Waldstraße, müssen dann aber auf einem relativ schmalen Bürgersteig bis zur nächsten Grünphase warten, um die Weinstraße zu überqueren. Diese zweite Rotphase für Autofahrer hätten wir gern vermieden, um die Kreuzung, wie in umgekehrter Richtung, ,auf einen Rutsch’ zu überqueren“, schildert Binder seine Ideallösung.

Bürgermeister Bechtel zeigt sich mit der angekündigten Lösung zufrieden, weist aber darauf hin, dass dies noch nicht die „ganz große Ideallösung“ sei. Auf jeden Fall sei dann aber eine gefahrlose Überquerung der Waldstraße möglich. „Wenn die Fachleute sagen, dass die Lösung mit einer längeren Rotphase für die Autos, die ein diagonales Überqueren der Kreuzung für die Fußgänger ermöglichen würde, zu längeren Rückstaus führen würde, müssen wir das zunächst akzeptieren.“ Bei Verkehrsschauen wolle er weiter über andere Möglichkeiten diskutieren, ergänzt Bechtel.

x