Bad Dürkheim
Kommunale Wärmeplanung: Wärmepumpe und Hybrid-Lösung für ältere Gebäude empfohlen
Eine Bürgerinformationsveranstaltung im Rathaus am Montagabend gab eine Orientierung, welche Maßnahmen bei Heizungstausch und Sanierung zielführend sein können. Formell ist die Kommunale Wärmeplanung in Bad Dürkheim seit April abgeschlossen. Verena Buccoliero vom Team für Technik, das die Planung im Auftrag der Stadt entwickelt hatte, stellte exemplarische Sanierungsteckbriefe für Ein- und Mehrfamilienhäuser vor. Während sie sich bei den Mehrfamilienhäusern einzig auf die Möglichkeiten der Unterbringung von Wärmepumpen im, auf und um das Gebäude bezog, wurde sie beim Einfamilienhaus expliziter.
Dessen Steckbrief verglich die Wirtschaftlichkeit der Heizungsarten ebenso wie die einer zusätzlichen Photovoltaik-Anlage und Maßnahmen an der Gebäudehülle. Die Daten lieferten nur einen Anhaltspunkt und galten nicht über die Stadt hinweg. „Es geht um die Gebäude, die heute am häufigsten in Bad Dürkheim vorkommen“, erklärte Buccoliero. Das war ein Einfamilienhaus aus den 1970er- beziehungsweise 1980er-Jahren mit einer Nutzfläche von 150 Quadratmetern, einem Wärmeverbrauch von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr, einem Stromverbrauch von jährlich 4000 Kilowattstunden bei vier Personen und einer Heizleistung von zehn Kilowatt. Die zwei Dutzend Veranstaltungsbesucher erhielten von Buccoliero im Anschluss Zahlen, zum Beispiel zu Investitions- und Wartungskosten der Heizungsarten. Für teilweises Erstaunen sorgten die Angaben zu Sanierungsmaßnahmen. So wies der Steckbrief für eine Dachdämmung einschließlich Neueindeckung Kosten von knapp 50.000 Euro aus, eine Wärmeersparnis von 19 Prozent, aber auch einen Amortisationszeitraum von 67 Jahren.
„Mitunter sind einige sinnvolle Maßnahmen ausreichend“, sagte Heiko Grüner mit Blick auf Sanierungen. Der Energieberater der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hatte zur Einleitung in den Abend über die Wärmepumpe mit ihren verschiedenen Wärmequellen referiert, denn das Team für Technik empfiehlt im Zuge der Kommunalen Wärmeplanung die Wärmepumpe beziehungsweise eine Hybrid-Lösung aus Wärmepumpe und bestehender Heizung in älteren Gebäuden. Die Hybrid-Lösung ist auch aus Sicht von Grüner, der seinen Vortrag unter den Titel „Wärmepumpe – passt das zu meinem Haus?“ gestellt hatte, durchaus in Betracht zu ziehen. Für die Wärmepumpe gibt es aus Sicht des Energieberaters gute Argumente, darunter die finanzielle Förderung, die Unabhängigkeit von Gas, Strom und CO2-Preis, die Effizienz bei richtiger Einstellung und die geringen Wartungskosten. Grüner erklärte mit Blick auf Wärmewende und Klimaschutz zudem: „Die günstigste Energie ist die, die man nicht braucht.“
Info
Die Gebäudesteckbriefe sind über die Homepage der Stadtverwaltung Bad Dürkheim www.bad-duerkheim.de unter der Kommunalen Wärmeplanung abrufbar.