Bad Dürkheim Kommentar: Klartext

Der Stadtrat sollte mehr
auf die Wünsche der
Ungsteiner Bürger eingehen.
„Der Ungsteiner Straßenstreit ist beendet“, betitelt das Verwaltungsgericht Neustadt seine Pressemitteilung zur Verkehrsänderung in der Gundheimer Gasse und in der nördlichen Kirchstraße. Zwei Monate nach der Aufhebung der Gegenverkehrsregelung ist es kaum zu glauben, dass dies im Oktober nur mit einer Mehrheit von zwei Stimmen im Stadtrat zustande kam. Eine gleichmäßige Verteilung des Verkehrs in Ungstein in allen Ehren, aber es war nicht zu akzeptieren, dass speziell ein Anwohner mit seinem Betrieb darunter leidet. Auch hat der Gegenverkehr in der Gundheimer Gasse letztlich dazu geführt, dass dort in Stoßzeiten gar kein Durchkommen mehr war und die ortskundigen Autofahrer – insbesondere nach der Verlangsamung des Verkehrs durch Poller und andere Hindernisse – lieber gleich auf die Kirch- oder die Weinstraße ausgewichen sind. Durchdachte Verkehrsverteilung sieht anders aus. Doch der Straßenstreit könnte noch weitergehen. Nämlich dann, wenn die Stadt an der noch zu bauenden Nordspange des Spielbergwegs festhält. Die Anwohner an der Randlage zum Weilberg werden diesen Einschnitt nicht hinnehmen wollen. Außerdem: Wenn schon der Neubau der B 271 in Herxheim als schädlich für den Tourismus angesehen wird: Eine Durchgangsstraße am Rand des Weilbergs, die eigentlich niemand mehr braucht, sollte die B271 tatsächlich gebaut werden, ist noch schwerer zu rechtfertigen. Im Sommer hat sich der Stadtrat zu einer Art Kompromisslösung durchgerungen: Die zusätzliche Nordspange wird nur geplant, definitiv ausgebaut wird aber nur der untere Teil. Warum kann der Stadtrat in Sachen Ungstein nicht einfach mal Klartext reden und dabei auf die Meinung der Bürger Rücksicht nehmen?