Blickpunkt
Kliniken und Seniorenheime: Booster-Impfungen für Mitarbeiter
Sechs Monate sollen mindestens vergangen sein zwischen der Erstimpfung und der Auffrischung durch eine dritte Dosis. Das Bürgerspital in Wachenheim gehörte Anfang des Jahres zu den ersten Einrichtungen, in denen die mobilen Impfteams tätig wurden. Hier sind neun von zehn Bewohnern geimpft. Bereits Anfang Oktober bekamen die ersten Impflinge die dritte Spritze. Man konnte zwei Hausärzte für die Impfungen an einem Samstag gewinnen, berichtet Einrichtungsleiter Bernd Brosig. Etwa 80 Prozent haben laut Brosig bereits ihre Drittimpfung, bei denjenigen, die ihre Erstimfpung erst später erhalten haben, werde man darauf achten, dass sie rechtzeitig auch die dritte bekommen. „Das ist uns wichtig“, betonte Brosig. Im Bürgerspital kam es bisher zu keiner einzigen Infektion, die Impfrate im Haus liegt bei 90 Prozent und dafür ist Brosig „dankbar“. Eine Impfpflicht fände er „hilfreich“, zwar nicht aus eigener Erfahrung, aber im Gespräch mit Kollegen sei ihm öfter zu Ohren gekommen, dass „Impfverweigerer“ ihnen das Leben schwer machten, so der Einrichtungsleiter.
Impfpflicht eine „schwierige Frage“
Im Kreiskrankenhaus Grünstadt wird dem Personal nahe gelegt, sich ein drittes Mal gegen Corona impfen zu lassen, sagt der Chefarzt der Anästhesie, Andreas Bernhardt. In seiner Abteilung ist das beim ärztlichen Personal zu 100 Prozent bereits erfüllt, andere Abteilungen zögen noch nach, so Bernhardt. 84 Prozent der gesamten Mitarbeiter im Kreiskrankenhaus sind geimpft, vier Prozent Genesene gibt es. Während nichtärztliche Mitarbeiter etwas unter dieser Quote von 88 Prozent liegen, beträgt sie bei Ärzten und Pflegern sogar 90 Prozent. Die Impfpflicht ist für den Chefarzt „eine schwierige Frage“, da man damit in die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen eingreife. Entscheide sich jemand gegen das Impfen, müsse er auch gesellschaftliche Nachteile in Kauf nehmen, lautet die Meinung des Chefarztes. Einen PCR-Test pro Woche für jeden Mitarbeiter bezahlt das Kreiskrankenhaus, der Test ist freiwillig.
Im Evangelischen Krankenhaus in Bad Dürkheim geht man bei den Mitarbeitern von einer Impfquote von 70 bis 80 Prozent aus, informiert Pressesprecherin Susanne Liebold. Man sei im Haus überzeugt, dass eine Impfung in den allermeisten Fällen verlässlich vor einer Infektion mit schweren Krankheitsverläufen schütze und strebe weiterhin einen möglichst lückenlosen Impfschutz der Mitarbeiter an. Die Impfungen seien zentraler Eckpunkt der Anti-Corona-Strategie des Krankenhauses. Das werde man auch immer wieder den Mitarbeitern deutlich machen, auch um sie für die angebotenen Erst- und Auffrischungsimpfungen zu gewinnen. Die Vorbereitungen für weitere Impfungen im Haus starten in der kommenden Woche, so Liebold.
Besondere Rolle für Pfalzstift
Bei der Frage einer Impflicht für Pflege- und/oder Betreuungspersonal spricht sich Median, Betreiber mehrerer Kliniken in Bad Dürkheim, für eine Impfpflicht für diese Berufsgruppen aus. Man registriere in den Häusern in Bad Dürkheim jedoch eine große freiwillige Bereitschaft, sich impfen zu lassen, heißt es auf Anfrage. Erst- und zweitgeimpft seien daher bereits viele Beschäftigte, Patienten und Bewohner in den Median-Einrichtungen. Einige haben bereits die dritte Booster-Impfung erhalten, andere müssen wegen des gebotenen zeitlichen Abstandes noch warten. Eine besondere Rolle nimmt bei Median das Wohn- und Pflegeheim Pfalzstift ein, in dem schwerstpflegebedürftige Menschen versorgt werden. Hier haben die Bewohner und Mitarbeiter am 25. September die dritte Schutzimpfung erhalten.
Auch im Median Haus Talblick Bad Dürkheim, dem Wohn- und Förderzentrum für Menschen mit geistiger Behinderung, gab es bereits die ersten Booster-Impfungen für ältere Bewohner. Allen anderen Bewohnern und Mitarbeitenden werden ab 1. Dezember Auffrischungsimpfungen angeboten.
Im soziotherapeutischen Zentrum haben zehn Klienten die Drittimpfung erhalten. Auch hier sind die anderen Anfang Dezember an der Reihe.